

Beschreibung
Buch inkl.Übungs-CD zur Einfühung in die Meditation Autorentext Tarthang Tulku wurde in Tibet in der buddhistischen Tradition erzogen und ist international bekannt als innovativer Lehrer und visionärer Denker. Zehn Jahre in Indien und Veröffentlichung seltener...Buch inkl.Übungs-CD zur Einfühung in die Meditation
Autorentext
Tarthang Tulku wurde in Tibet in der buddhistischen Tradition erzogen und ist international bekannt als innovativer Lehrer und visionärer Denker. Zehn Jahre in Indien und Veröffentlichung seltener tibetischer Texte. 1969 ging er in die USA. 1973 Gründung des 'Nyingma Institute' in Berkeley/Kalifornien. Entwicklung eines Systems tiefer Entspannung für die Menschen des Westens, das Körper und Geist in Harmonie bringt und belebt.
Klappentext
Buch inkl.Übungs-CD zur Einfühung in die Meditation
Leseprobe
Kapitel 1 Der Weg der tibetischen Meditation Meditation verstehen Prinzipien, Philosophien & Ziele Meditation ist absolut natürlich, trotzdem benötigen wir anfangs eine Erklärung oder Anleitung. Wie beginnt man zu meditieren? Menschen, die Meditation nicht kennen, scheint sie oft fremd, ungewohnt oder unnatürlich. Sie sehen Meditation als etwas an, das außerhalb und getrennt von der Person stattfindet, eine Erfahrung, die man erlangen, oder eine weitere Facette östlichen Denkens, die man erlernt und erkunden kann. Doch Meditation ist nicht unbedingt fremd, abgekoppelt oder äußerlich. Meditation ist in Ihrem eigenen Geist, das gesamte Wesen Ihres Geistes kann Meditation sein. In diesem Kapitel betrachten wir diese Begriffe im Kontext des Tibetischen Buddhismus. Wir entdecken die Prinzipien von Dharma und die Konzepte von Samsara und Shunyata. Wir überlegen, was wir mit Meditation erreichen wollen und bereiten dabei unseren Geist langsam auf eine neue Lebensweise vor. Fast alle spirituellen Disziplinen praktizieren eine Art von Meditation. Allgemein wird Meditation als eine Form des Denkens in Verbindung mit Wörtern, Bildern oder Konzepten betrachtet. Es geht bei Meditation jedoch nicht darum, über etwas nachzudenken. Die meditative Erfahrung mag subjektiv scheinen: mein Bewusstsein, mein Gewahrsein. Betrachten wir den meditativen Zustand tiefer, sehen wir, dass Gewahrsein weder subjektiv noch objektiv ist. Es lässt sich nicht begrifflich analysieren.Gewahrsein ist eine natürliche Offenheit, die eintritt, wenn man dem Geist die Freiheit lässt, von selbst zu funktionieren - ohne Unterbrechungen, Ablenkungen oder Erwartungen. Meditatives Bewusstsein gleicht einem völlig offenem Raum - jedoch keinem Raum, wie wir ihn normalerweise verstehen, da Bewusstsein weder ein Ort ist, noch eine bestimmte Form und Gestalt hat. Dieser Raum ist weder außerhalb des Körpers noch innerhalb des Geistes. Er ist weder mental noch physisch, und doch gleichzeitig ein tiefes, integriertes Gefühl von Stille, Offenheit und Ausgeglichenheit - was die Erfahrung der Meditation selbst ist. Zum Einstieg in die Meditation werden traditionell bestimmte Praktiken wie intensive Konzentration, Visualisierung von verschiedenen Bildern oder Rezitation von Mantras vermittelt. Die Lehrer empfehlen jeweils an die Bedürfnisse der Schüler angepasste Praktiken. So kann ein Lehrer einem Schüler auftragen, allein an einen ruhigen Ort zu gehen und eine halbe Stunde völlig still zu sein, während er einem anderen aufträgt, er soll in die Berge oder ans Meer gehen und laut rezitieren. Dem nächsten könnte er sagen, in den Himmel zu blicken und einfach offen zu sein. Anderen könnte er Übungen der Andacht oder rituelle Praktiken aufgeben. Generell sollte unsere Praxis etwas sein, das uns beruhigt und entspannt und am besten die Entwicklung von Ruhe und Konzentration fördert. Meditation hilft uns, gelassen und glücklich zu sein: das Leben zu genießen, heiter zu sein und effektiv mit unseren körperlichen und mentalen Problemen umzugehen. Unser Leben wird harmonisch, wenn wir durch Meditation unsere Erfahrungen integrieren können. Wir können alle Emotionen, die wir während eines Tages spüren, darin aufnehmen - sei dies Freude und Zufriedenheit oder Zorn, Ärger, Enttäuschung und Traurigkeit. Und wir können die Emotionen in der meditativen Entspannung und Ruhe umwandeln. Anfangs scheint Meditation einfach: ruhig und entspannt sein und eventuell bestimmten Anweisungen folgen. Mit der allmählichen Verfeinerung unserer Meditation erkennen wir, dass Meditation mehr einschließt, als mit unseren Gedanken und Emotionen umzugehen. Tatsächlich ist Meditation ein Prozess der Suche nach Wahrheit oder Erkenntnis, der Versuch, die Existenz und den menschlichen Geist zu ergründen. Dafür müssen wir sehr tief in die Meditation gehen und herausfinden, wer wir wirklich sind. Nun, einfach gesagt, wie meditiert man? Als Erstes muss der Körper sehr still, sehr ruhig sein. Entspannen Sie alle Muskeln, und lassen Sie jegliche Anspannungen los. Setzen Sie sich dann bequem hin, und bleiben Sie völlig regungslos. Atmen Sie langsam und fließend ein und aus. Entspannen Sie sich, damit sich Ihr Nervensystem beruhigt. Dann bringen Sie den Geist zur Ruhe. Finden Sie innere Stille, und bringen Sie die Gedanken zum Stillstand. Es gibt verschiedene Wege, dies zu erreichen, doch zu viele Anleitungen lenken ab: Entspannen Sie daher Körper, Atem und Geist auf natürliche Weise. Der Körper wird still, der Atem harmonisch und der Geist und die Sinne friedlich. Nun fühlen Sie sich frei und genießen, wie Ihre Sinne lebendig werden. Sie erkennen, dass Meditation weder schwer noch etwas Fremdes ist - sie ist Teil Ihrer Natur. Versuchen Sie nicht, ein Ziel zu erreichen, denn der Versuch an sich verhindert die Entspannung. Wenn Sie sich selbst unter Druck setzen oder versuchen, starren Anleitungen zu folgen, kann dies Probleme auslösen. Wenn Sie zu viel Mühe aufwenden,könnten Sie zwischen "etwas erreichen" und "etwas nicht erreichen" gefangen werden und sich selbst ständig innerlich Berichte abgeben, während Sie versuchen, still zu sein. Wenn Sie versuchen, die "perfekte Meditation" begrifflich zu erfassen, könnten Sie in unaufhörlichen inneren Konflikten oder Dialogen enden. Da Begriffe nötig sind, um an die Meditation heranzuführen, ist der Meditierende anfänglich von der Erfahrung getrennt. Doch wenn Sie tiefer in die eigentliche Praxis der Meditation vordringen, erkennen Sie, dass Meditation weit über jegliche Begriffbildung hinausgeht. Wenn Sie fortsetzen, sich zu entspannen und den Geist zu beruhigen, werden Sie bald zum Meditieren keine Mühe mehr brauchen. Beim Lernen von Meditation ist es am besten, sich selbst völlig zu erfahren, ohne einen Teil von sich selbst abzulehnen oder auszuschließen. All Ihre Gedanken und Gefühle können Teil der Meditation sein - Sie können von jedem kosten und dann weitergehen. Auf diese Art beginnen Sie, die vielen subtilen Schichten und Zustände des Geistes zu erkennen. Der Geist beobachtet einfach seine eigenen natürlichen Prozesse: Jeder Gedanke, Wunsch und Beweggrund ist eine natürliche Hilfe für diesen grundlegenden Typ der Meditation. Auf der relativen Ebene gibt es noch die Unterscheidung von gut und schlecht, doch wenn Sie einen meditativen Zustand erreichen, nehmen Sie relative Unterschiede nicht mehr als bestimmende Erfahrung wahr. Meditation transzendiert den Dualismus. Was auch immer Sie erfahren, kann als vollkommen betrachtet werden, da die Qualität der Vollkommenheit in Ihrem Geist und nicht in einer äußeren Instanz liegt. Wenn Erinnerungen oder Beschwerden auftauchen, könnten Sie sich unbehaglich fühlen, doch dieses Gefühl wird vergehen, wenn Sie nicht geistig an einem bestimmten Gedanken festhalten. Bleiben Sie frei und ruhig, und denken Sie nicht "über" Meditation nach. Akzeptieren Sie sich einfach: Sie versuchen nicht, Meditation zu lernen - Sie sind die Meditation. Ihr Körper und Bewusstsein, Ihre Atmung, Gedanken und Sinne - Ihr gesamtes Wesen - sind alle Teil der Meditation. Haben Sie daher keine Sorge, sie zu verlieren. Ihr ganzes Energiefeld ist Teil der Meditation, Sie müssen keinen besonderen Anleitungen folgen oder sich sorgen, eine spezielle Erfahrung zu machen. Ein berühmter tibetischer Lama sagte einst: "Das beste Wasser ist Felswasser." Wenn das Wasser über Felsen strömt, verbess…