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Der Hausierer

  • Kartonierter Einband
  • 201 Seiten
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Der Hausierer, nach den Hornissen Peter Handkes zweiter Roman, erschienen im Jahr 1967, ist ein Kriminalroman nach allen Regeln di... Weiterlesen
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Beschreibung

Der Hausierer, nach den Hornissen Peter Handkes zweiter Roman, erschienen im Jahr 1967, ist ein Kriminalroman nach allen Regeln dieses Genres, eine "Mordgeschichte", die alle möglichen Mordgeschichten zusammenfaßt. Jeder Satz ist eine Geschichte. Der Held ist der "Hausierer"; er beobachtet alles, er registriert die kleinsten Ereignisse, er ist der Zeuge, der überall dabei ist.

Autorentext
Peter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht Handke das Gymnasium in Tanzenberg (Kärnten) und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt am Main in der Regie von Claus Peymann. Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfaßt, erinnert sei an: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1970), Wunschloses Unglück (1972), Der kurze Brief zum langen Abschied (1972), Die linkshändige Frau (1976), Das Gewicht der Welt (1977), Langsame Heimkehr (1979), Die Lehre der Sainte-Victoire (1980), Der Chinese des Schmerzes (1983), Die Wiederholung (1986), Versuch über die Müdigkeit (1989), Versuch über die Jukebox (1990), Versuch über den geglückten Tag (1991), Mein Jahr in der Niemandsbucht (1994), Der Bildverlust (2002), Die Morawische Nacht (2008), Der Große Fall (2011), Versuch über den Stillen Ort (2012), Versuch über den Pilznarren (2013). Auf die Publikumsbeschimpfung 1966 folgt 1968, ebenfalls in Frankfurt am Main uraufgeführt, Kaspar. Von hier spannt sich der Bogen weiter über Der Ritt über den Bodensee 1971), Die Unvernünftigen sterben aus (1974), Über die Dörfer (1981), Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land (1990), Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (1992), über den Untertagblues (2004) und Bis daß der Tag euch scheidet (2009) über das dramatische Epos Immer noch Sturm (2011) bis zum Sommerdialog Die schönen Tage von Aranjuez (2012) zu Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße (2016). Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und Euripides, aus dem Französischen Emmanuel Bove (unter anderem Meine Freunde), René Char und Francis Ponge, aus dem Amerikanischen Walker Percy. Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten: »Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.« 2019 wurde Peter Handke mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.

Klappentext

>Mordgeschichte<, die alle möglichen Mordgeschichten zusammenfaßt. Jeder Satz ist eine Geschichte. Der Held ist der >Hausierer<; er beobachtet alles, er registriert die kleinsten Ereignisse, er ist der Zeuge, der überall dabei ist."



Leseprobe

Die Ordnung vor der ersten Unordnung

Die Mordgeschichte beginnt, wie alle Geschichten, als die Fortsetzung einer andern Geschichte. Die Personen und Dinge, die beschrieben werden, sind schon bekannt aus der andern Geschichte, die nicht geschrieben, sondern nur stillschweigend vorausgesetzt ist. Wie jede Geschichte gibt sich auch die Mordgeschichte als die Fortsetzung einer nichtvorhandenen Geschichte.

Das zeigt sich daran, daß Namen für Personen und Dinge auf einmal mit einem Artikel versehen und dadurch die Namen von einmaligen Personen und Dingen einer Geschichte werden. Ein Mann tritt auf die Straße. Der Zigarettenstummel rollt über den Gehsteig.

Der Anfang der Geschichte ist also kein Anfang, sondern eine Fortsetzung. Er berücksichtigt in den Artikeln die Zeit, die vorher war. Er macht durch die Artikel die Wörter zu Bezeichnungen von besonderen Gegenständen. Er ist nur insofern ein Anfang, als durch ihn die allgemeine Zeit zur Zeit einer besonderen Geschichte wird. Die Artikel geben den von ihnen bestimmten Dingen und Personen eine Vergangenheit.

Produktinformationen

Titel: Der Hausierer
Untertitel: Roman
Autor:
EAN: 9783518384596
ISBN: 978-3-518-38459-6
Format: Kartonierter Einband
Hersteller: Suhrkamp
Herausgeber: Suhrkamp
Genre: Romane & Erzählungen
Anzahl Seiten: 201
Gewicht: 128g
Größe: H178mm x B108mm x T11mm
Jahr: 1992
Untertitel: Deutsch
Auflage: 3. A.
Land: DE

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