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«Eden zeigt, was passiert, wenn uns die Natur ausgeht.»

Marc Elsberg ist bekannt für seine fesselnden Thriller, die aktuelle Themen und technologische Entwicklungen aufgreifen. Auch sein neues Buch „Eden – Wenn das Sterben beginnt“ regt zum Nachdenken über die Zukunft unseres Planeten an. Im exklusiven Interview spricht Elsberg über die Inspiration hinter dem Buch, seinen Schreibprozess und die Bedeutung von Technologie und Expertenwissen für seine Arbeit. Ein spannender Einblick in die Gedankenwelt eines visionären Autors.

Marc Elsberg hautnah

Porträt Oliver Baer
Bild: ©Penguin Random House Verlagsgruppe / Lukas Ilgner

Interviewt von Ex Libris


10. Februar 2026

Ihr neues Buch beginnt mit dramatischen Naturphänomenen und einer drohenden globalen Megakrise. Was hat Sie dazu inspiriert, diese Szenarien zu wählen?

Sie setzen sofort das Thema, die Bedrohung und die Hauptfiguren für den Roman. So ist man gleich mittendrin in der Geschichte. Ich mag das.

Die Hauptfiguren kommen aus unterschiedlichen Bereichen wie IT, Meeresbiologie und Social Media. Wie wichtig ist Ihnen die Vielfalt der Perspektiven in Ihren Büchern?

Ich finde die Vielfalt der Perspektiven aus mehreren Gründen wichtig: einerseits erlaubt sie mir verschiedene gesellschaftliche Perspektiven auf ein Thema aufzugreifen und zu behandeln. Zudem braucht man für dieses Genre verschiedene Perspektiven: die des Normalbürgers, die der Kommunikationsprofis, die der Wissenschaftlerin, die von anderen Experten…
Zitat1 Marc Elsberg

Bevor Sie Bestsellerautor wurden, waren Sie in der Werbebranche tätig. Wie hat dies Ihre Arbeit als Schriftsteller geprägt?

Es hat mir sicher geholfen, das Geschichtenerzählen zu üben. Ein guter Werbefilm, eine gute Anzeige, eine gute PR-Massnahme erzählen eigentlich immer eine Geschichte. Und meist noch dazu sehr konzentriert. Und man lernt auch, wie man die Aufmerksamkeit der Menschen gewinnt und aufrechterhält.

Wie hat sich Ihr Schreibprozess im Laufe der Jahre verändert?

Nicht besonders, aber er variiert ein wenig von Buch zu Buch. Grundsätzlich bin ich ein sehr planender Autor. Ich kann nicht einfach drauflos schreiben. Ich muss wissen, wie die Geschichte ausgeht, ich muss die Figuren, die wichtigsten Handlungsbögen und Plotpoints kennen. Mindestens für das erste Viertel der Geschichte habe ich im Allgemeinen eine detaillierte Szenenplanung, also etwa die ersten 30 bis 50 Szenen. Da beim Schreiben aber immer wieder unvorhergesehene Dinge geschehen, lasse ich das alles auch immer ein wenig offen. Falls während des Tippens mein Unterbewusstsein und meine Finger Überraschungen auf den Bildschirm bringen, die die geplante Handlung womöglich komplett ändern würden, muss ich entscheiden, wem ich folge: dem Plan oder der Überraschung. Das kann so oder so ausgehen. Bei manchen Büchern war es einfacher, dem Plan zu folgen, bei anderen gab es viele Überraschungen.
Zitat2 Marc Elsberg

Wie gehen Sie mit Schreibblockaden um, oder kennen Sie solche gar nicht?

Ich lebe in der permanenten Schreibblockade. Mein Umgang damit ist Prokrastination, also Aufschieben. Stattdessen alles machen, um nicht zu Schreiben: Sport, Freunde treffen, Kulturveranstaltungen, Reisen – und Recherche. Bei mir ist der Grund für eine Schreibblockade meist, dass ich noch zu wenig über mein Thema weiß oder dass ich noch gar nicht weiß, was das eigentliche Thema ist. Ideen für Geschichten hätte ich genug, aber dann beginne ich nachzuforschen, ob es das nicht schon mal gab, warum ich die Idee für eine Geschichte überhaupt hatte, was das wahre, übergeordnete Thema davon ist undsoweiter.

Wie wichtig ist Ihnen der Austausch mit Expertinnen und Experten während der Recherche?

Der Austausch ist meistens wichtig. Nicht nur wegen inhaltlicher Fragen, sondern auch wegen der menschlichen Note. Wie ticken IT-Experten, Energiefachleute, Biologinnen, Politiker, Juristinnen, Klimaexperten und all die anderen? Das kann dann auch in die Figurenzeichnung einfliessen.
Zitat3 Marc Elsberg

Sie nutzen KI als Unterstützung beim Schreibprozess. Viele Menschen sehen KI als Bedrohung für kreative Berufe. Was würden Sie denen entgegnen, die glauben, dass KI Schriftsteller*innen ersetzen könnte?

Ich verwende KI zur Recherche und als eine Art Sparringpartner, solange es um Konzepte geht, also im Entwurfsprozess, nicht beim Schreiben. Bei der Recherche muss man aber trotzdem immer noch überprüfen und nachfassen. Und der Sparringpartner beginnt sich irgendwann auch zu wiederholen. Schreiben kann sie noch nicht so toll, schon gar nicht längere Bücher. Die Dinger vergessen schnell etwas, verlieren den Faden, produzieren Dada. So schnell werden KIs einigermassen eigenständige Schriftsteller*innen noch nicht ersetzen können. Auch, weil sie noch zu sehr auf Durchschnitt getrimmt sind. Das verhindert echte Kreativität. Aber vielleicht verändert sich das auch bald, wer weiss das schon …

Ihre Bücher beschäftigen sich oft mit den möglichen Folgen technologischer Entwicklungen. Welche technologischen Trends beobachten Sie aktuell mit besonderem Interesse?

KI natürlich. Digitalisierung allgemein, etwa Quantencomputing. Nach wie vor Biotechnologie, auch wenn ich mit HELIX dazu schon einmal einen Thriller geschrieben habe.

Gibt es ein Thema, das Sie in Zukunft unbedingt in einem Ihrer Romane behandeln möchten?

Da gibt es einige, aber die verrate ich nicht.

Welche Botschaft möchten Sie den Lesern mit "Eden - Wenn das Sterben beginnt" mitgeben?

Blackout hat uns gezeigt, was passiert, wenn der Strom ausgeht. Eden zeigt, was passiert, wenn uns die Natur ausgeht. Aber Du kannst etwas tun, damit das nicht geschieht. Zumindest damit beginnen.
Zitat4 Marc Elsberg
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