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«Texte verändern Menschen, ihre Sichtweise, ihr Denken.»

Mit „Königin der Nacht“ widmet sich Lukas Bärfuss erneut den grossen Fragen des Zusammenlebens. Im exklusiven Interview spricht er über existenzielle Themen wie Schuld und Vergebung, seine Schreibroutine und hohen Ansprüche an sich selbst, sowie die transformative Kraft der Literatur.

Lukas Bärfuss

Porträt Lukas Bärfuss
Bild: © Lea Meienberg

Interviewt von Ex Libris


08. April 2026

Herzlichen Glückwunsch zum bald erscheinenden Buch „Königin der Nacht“. Welche Bedeutung hat der Titel und wie hängt er mit der Geschichte zusammen?

Der Titel bezieht sich auf meine Mutter, die lange Jahre in einer Bar arbeitete, und sich jeden Abend in eine "Königin der Nacht" verwandelte.

Die Mutterfigur in „Königin der Nacht“ spielt eine zentrale Rolle. Wie schwierig war es für Sie, diese Geschichte zu schreiben?

Schwierig bis unmöglich. Und deshalb eine schöne Herausforderung.

Das Buch behandelt existenzielle Themen wie Schuld, Verantwortung und Vergebung. Warum sind diese Themen für Sie als Autor besonders bedeutsam?

Weil diese Begriffe in jedem Leben die zentrale Rolle spielen, früher oder später. Und weil sie das Zusammenleben bestimmen.
...und doch habe ich das Gefühl, reich zu sein, an Erfahrungen, an Gefühlen, an Geschichten.

Inwiefern möchten die Leser dazu anregen, über die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber den Schwächsten nachzudenken?

Ich möchte meiner Leserschaft ein Geschenk machen, eine Einladung aussprechen, einen Spaziergang durch einen Garten eröffnen. Sie sollen etwas erleben, empfinden.

Sie wurden in Ihrer Jugend mit vielen Herausforderungen konfrontiert, unter anderem auch mit Armut und Einsamkeit. Wie haben diese Erlebnisse Ihre Persönlichkeit und Ihre Sicht auf die Welt geprägt?

Die Kindheit ist die entscheidende Phase im Leben. Alles folgt aus ihr. Meine war nicht immer leicht, das stimmt, und doch habe ich das Gefühl, reich zu sein, an Erfahrungen, an Gefühlen, an Geschichten.

Sie haben früh die Macht von Büchern entdeckt. Können Sie sich an ein Buch erinnern, das Sie besonders beeindruckt oder geprägt hat?

Gedichte waren entscheidend:
zum Beispiel "The Red Wheelbarrow". von William Carlos Williams:

so much depends
upon

a red wheel
barrow

glazed with rain
water

beside the white
chickens
In eine andere Sprache übersetzt zu werden, ist eine Auszeichnung, ein Beweis, nicht im Deutschen steckengeblieben zu sein.

Ihre Werke sind in zwanzig Sprachen übersetzt und werden weltweit gespielt. Wie erleben Sie es, dass Ihre Geschichten in so unterschiedlichen Kulturen Anklang finden?

In eine andere Sprache übersetzt zu werden, ist eine Auszeichnung, ein Beweis, nicht im Deutschen steckengeblieben zu sein.

Sie haben erwähnt, dass Sie als Jugendlicher das Gefühl hatten, doppelt oder dreifach so gut sein zu müssen wie andere. Begleitet Sie dieses Gefühl heute noch, trotz Ihres grossen Erfolgs?

Ja, eindeutig, mindestens - und ich bereue es nicht. Ich lebe mit diesem Anspruch, und ich lebe gut damit.
Texte verändern Menschen, ihre Sichtweise, ihr Denken.

Glauben Sie, dass Literatur heute noch die Macht hat, gesellschaftliche Veränderungen anzustossen?

Natürlich. Texte verändern Menschen, ihre Sichtweise, ihr Denken. Und wer seinem Zentralorgan etwas Gutes tun will, der sollte lesen.

Sie haben einmal gesagt, dass es gut sei, direkt aus den Träumen an den Schreibtisch zu gehen. Können Sie uns ein wenig über Ihre morgendliche Schreibroutine erzählen?

Ach, die Routine folgt einer Freude. Ich stehe morgens gerne auf und setze mich hinter die Bücher, schreibe. Mit dem Mut des frühen Morgens schreibt es sich leichter. Und wenn die Träume lebendig sind, findet man leicht Zugang zur Fantasie.
Mit dem Mut des frühen Morgens schreibt es sich leichter.

Was bedeutet für Sie persönlicher Erfolg?

Müde ins Bett zu sinken, gut zu schlafen.

Gibt es ein Thema oder eine Geschichte, die Sie unbedingt noch erzählen möchten, aber bisher noch nicht umgesetzt haben?

Das nächste Buch, der nächste Roman. Ich sitze daran.

Gibt es eine Botschaft, die Sie den Lesern mitgeben möchten?

Ja, natürlich, die Botschaft steht in meinen Büchern.
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