

Beschreibung
England zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Der junge Tanzlehrer Alec Valcourt wagt einen Neuanfang. Aus der Weltstadt London zieht er ins beschauliche Beaworthy. Doch dort gibt Lady Amelia den Ton an und hat jegliches Tanzen untersagt. In Amelias Tochter, der sch...England zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Der junge Tanzlehrer Alec Valcourt wagt einen Neuanfang. Aus der Weltstadt London zieht er ins beschauliche Beaworthy. Doch dort gibt Lady Amelia den Ton an und hat jegliches Tanzen untersagt. In Amelias Tochter, der schönen und widerspenstigen Julia, findet Alec eine ungleiche Verbündete. Julia fühlt sich von dem eleganten Tanzlehrer angezogen. Doch warum hat dieser London verlassen? Was versucht ihre Mutter zu verbergen? Nach und nach treten alte Geheimnisse ans Licht und das Dorfleben gerät ins Wanken. Gelingt es Julia und Alec, Frieden mit der Vergangenheit zu schließen?
Julie Klassen arbeitete 16 Jahre lang als Lektorin für Belletristik. Mittlerweile hat sie zahlreiche Romane aus der Zeit von Jane Austen geschrieben, von denen drei den begehrten Christy Award gewannen. Abgesehen vom Schreiben, liebt Klassen das Reisen und Wandern. Mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebt sie in Minnesota, USA.
Autorentext
Julie Klassen arbeitete sechzehn Jahre lang als Lektorin für Belletristik. Mittlerweile hat sie zahlreiche Romane aus der Zeit von Jane Austen geschrieben, von denen mehrere den begehrten Christy Award gewannen. Abgesehen vom Schreiben, liebt Klassen das Reisen und Wandern. Mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebt sie in Minnesota, USA. www.julieklassen.com
Leseprobe
[ Zum Inhaltsverzeichnis ] 2
Um 1706 hatte sogar das sauertöpfische Philadelphia eine Tanz- und Fechtschule, trotz der Proteste der Society of Friends.
Lynn Matluck Brooks, York County Heritage Trust
An seinem ersten richtigen Tag in Devonshire verließ Alec Valcourt die Dorfkirche mit Miss Midwinters hübschem Gesicht vor seinem geistigen Auge. Sie war schön, ja. Und sie wusste es. Sie erinnerte ihn an zu viele junge Damen, die er kannte und die Freude am Flirten hatten und die ihre Tanz- und Verführungskünste an ihm erprobten, allerdings nur in der Hoffnung, irgendwann einen passenderen jungen Herrn in die Finger zu bekommen.
Alec hatte genug von dem Gespräch Miss Midwinters mit ihrer Mutter mit angehört, um zu merken, dass sie ihren Kopf durchzusetzen verstand. Ihre offensichtlichen Manipulationen hatten ihm Miss Underhill in ungute Erinnerung gerufen und er hatte sich abgewandt mit dem Entschluss, beide Frauen aus seinen Gedanken zu streichen.
Er hatte wahrlich an Wichtigeres zu denken.
Mit wehmütigen Gedanken an London, das er schon jetzt vermisste, schritt er neben seiner Mutter, der Schwester und einem Onkel, den er kaum kannte, durch das winzige Beaworthy. Als sie an der Herberge vorüberkamen, blickte er zu den Fenstern hoch und überlegte, ob das Haus wohl einen Saal besaß. Er würde irgendwann vorbeigehen und den Besitzer fragen müssen.
Onkel Ramsey lebte außerhalb des Dorfes in einem zweistöckigen, weiß getünchten Cottage mit Ziegeldach. Es gab einen kleinen Stall, eine Pferdekoppel und ein paar weitere Wirtschaftsgebäude. Als junger Teilhaber der Sozietät hatte er über der Anwaltskanzlei in der High Street gewohnt, doch nachdem er die Kanzlei gekauft hatte, war er in das Cottage gezogen. Jetzt teilten sich seine beiden Angestellten die Räume über der Kanzlei und er lebte allein in dem kleinen Haus, mit einer Haushälterin, die zugleich als Köchin fungierte, und einem Diener, der alles in Ordnung hielt.
Kurz nach ihrer Ankunft im Cottage nahmen Alec und seine Familie im etwas steifen Esszimmer ihres Onkels ein frühes Mahl an dem bescheidenen Junggesellentisch ein. Onkel Alec war nicht etwa arm immerhin war er der einzige Anwalt in der Stadt und hatte zwei Angestellte , doch anscheinend war er ziemlich knauserig und seine Haushälter-Köchin hatte gelernt, sparsam zu wirtschaften.
Alec hielt sich zurück, als er sich von dem Brathähnchen und den gekochten Kartoffeln nahm, damit die anderen auch noch etwas abbekamen. Er warf insgeheim einen Blick zu seiner Mutter und seiner Schwester hinüber und sah, dass sie sich ebenfalls beherrschten, eine winzige Kartoffel in allerwinzigste Stücke zerteilten und sie langsam und sorgfältig kauten, damit ihre Teller nicht vor dem ihres Onkels leer waren. Wenn ihr Onkel immer so speiste, hätte er ein spindeldürrer Mann sein müssen, doch das war er nicht. Im Gegenteil, seine Leibesmitte strafte seine karge Tafel Lügen.
Die Konversation war ebenfalls spärlich. Alecs Mutter hatte gestern Abend erklärt, warum sie hergekommen waren, und ihm vom Schicksal ihres Mannes berichtet. Cornelius Ramsay hatte nur ernst genickt, aber wenig gesagt.
Jetzt begann er plötzlich: »Was meint ihr wir brauchen doch wohl niemandem zu erzählen, wie es dazu kam, oder? Es genügt, dass die Leute hier wissen, dass dein Mann euch verlassen hat und dass du deshalb hier lebst.«
Alec, seine Mutter und Aurora nickten in ernstem Einverständnis.
Nach dem Essen holte Alec seinen Geigenkasten heraus. Da er wusste, dass die Musik im ganzen Haus zu hören sein würde, und er unsicher war, ob sie seinem Onkel gefallen würde, nah