

Beschreibung
Ein Schrei ... Krachen ... zerschmettertes Holz. Dann nur noch Schmerz. Eiskaltes Wasser. Dunkelheit. Als die junge Dienerin Hannah erwacht, findet sie sich in einem unbekannten Herrenhaus wieder. Langsam kommen die Bilder wieder. Die Kutsche, in der sie nicht...Ein Schrei ... Krachen ... zerschmettertes Holz. Dann nur noch Schmerz. Eiskaltes Wasser. Dunkelheit. Als die junge Dienerin Hannah erwacht, findet sie sich in einem unbekannten Herrenhaus wieder. Langsam kommen die Bilder wieder. Die Kutsche, in der sie nicht alleine saß. Ein Baby in London. Und da ist ein Ring an ihrem Finger, der sie an eine große Lüge erinnert. Doch vor allem gibt es ein Geheimnis, das ihr Leben überschattet. Und ihr wird bald klar, dass sie in diesem Herrenhaus niemandem vertrauen kann.
Julie Klassen arbeitete 16 Jahre lang als Lektorin für Belletristik. Mittlerweile hat sie zahlreiche Romane aus der Zeit von Jane Austen geschrieben, von denen drei den begehrten Christy Award gewannen. Abgesehen vom Schreiben, liebt Klassen das Reisen und Wandern. Mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebt sie in Minnesota, USA.
Ein Schrei Krachen zerschmettertes Holz. Dann nur noch Schmerz. Eiskaltes Wasser. Dunkelheit. Als die junge Dienerin Hannah erwacht, findet sie sich in einem unbekannten Herrenhaus wieder. Langsam kommen die Bilder wieder. Die Kutsche, in der sie nicht alleine saß. Ein Baby in London. Und da ist ein Ring an ihrem Finger, der sie an eine große Lüge erinnert. Doch vor allem gibt es ein Geheimnis, das ihr Leben überschattet. Und ihr wird bald klar, dass sie in diesem Herrenhaus niemandem vertrauen kann.
Autorentext
Julie Klassen arbeitete sechzehn Jahre lang als Lektorin für Belletristik. Mittlerweile hat sie zahlreiche Romane aus der Zeit von Jane Austen geschrieben, von denen mehrere den begehrten Christy Award gewannen. Abgesehen vom Schreiben, liebt Klassen das Reisen und Wandern. Mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebt sie in Minnesota, USA. www.julieklassen.com
Leseprobe
[ Zum Inhaltsverzeichnis ] Kapitel 2
Schmerz. Kälte. Ein Gewicht, das sie zu erdrücken drohte. Sie rang nach Luft ...
Es gelang ihr, die Augen ein paar Millimeter zu öffnen. Sie sah farbige Blitze, Licht, wie durch ein Prisma gebrochen. Gelb-weiße Sonne. Blaues Wasser. Wasser? Etwas Rotes blitzte auf. Dann wieder Blau. Ein Hauch Purpur und Gold. Verwirrung. Eine Hand in der ihren, ganz kurz nur, wieder verschwunden. Metall, das in ihre Finger biss.
Warum kann ich nicht aus diesem Traum aufwachen?
So kalt. So schwer. Alles wurde wieder dunkel.
»Hallo? Hören Sie mich?«
Die Stimme eines Mannes. Ich muss dieses Gewicht loswerden. Sie rang verzweifelt nach Luft, atmete in schnellen, flachen Zügen.
»Lady Mayfield? Können Sie mich hören?«
Ihre Augen öffneten sich flatternd. Sie sah verschwommene Gesichter. Alles war verwirrend. Warum befand sich das Seitenfenster über ihr?
»Es ist alles in Ordnung. Wir helfen Ihnen. Ich bin Arzt. Dr. Parrish.« Der Mann nickte zu dem jüngeren Gesicht hinüber, das neben ihm schwebte. »Mein Sohn Edgar. Wir holen Sie und Ihren Mann hier heraus.«
Ihren Mann ... Sie blickte an sich hinunter und sah, dass der schlaffe Körper Sir Johns quer über ihr lag. Lebendig oder tot? Sein Hut tanzte träge auf dem Wasser, mit dem die untere Hälfte der Kutsche angefüllt war. Seine Beine waren gespreizt, das eine in einem unnatürlichen Winkel gebeugt.
Sie waren nur noch zu zweit in dem Ding, das einmal eine Kutsche gewesen war. Wo befand sie sich? Sie wollte den Kopf drehen, doch ein heftiger Schmerz verhinderte das. Sie konnte ihn ohnehin kaum bewegen, weil sie festgeklemmt war. Durch das gähnende Loch an der Stelle, wo sich einst das Dach befunden hatte, blickte sie auf die schwere See des Kanals.
Der jüngere Mann über ihr folgte ihrem Blick. Er deutete auf etwas. »Pa, sieh mal. Ist da noch jemand, dort draußen?«
Der ältere Mann blinzelte. »Ich weiß nicht. Es ist zu weit weg.«
Doch sie wusste es. Ein roter Mantel schwamm auf der Flut; er zog die Gestalt, die er verhüllte, vom Ufer fort.
Der ältere Mann sah sie wieder an. »War noch jemand bei Ihnen?«
Sie nickte und spürte einen brennenden Schmerz, als bohrte ihr jemand Nadeln in den Kopf.
Der Mann nahm in ehrfürchtigem Schrecken den Hut ab. »Es ist zu weit, um hinterherzuschwimmen - selbst wenn wir schwimmen könnten.«
In ihren Ohren dröhnte es. Das konnte nicht sein.
»Eine Bedienstete?«, fragte er.
Eine Gesellschafterin steht höher als ein Dienstbote, dachte sie. Sie ist eine Dame. Sie öffnete den Mund, wollte es erklären, doch es kam kein Laut heraus. Ihr Hirn und ihre Zunge schienen keine Verbindung zu haben. Sie presste eine Hand auf ihre schmerzende Brust und nickte abermals.
»Wir können nichts mehr für sie tun. Es tut mir so leid. Aber jetzt wollen wir Sie hier herausholen.«
Vor ihren Augen stieg Dunkelheit auf, und sie versank in ihr.
Als sie das nächste Mal die Augen aufschlug, schwebte dasselbe Gesicht über ihr, näher diesmal. Es war das ältere Gesicht, das sich über sie beugte, doch der Mann sah ihr nicht in die Augen, sondern betrachtete eine Stelle weiter unten. Wer war er? Er hatte ihr seinen Namen gesagt, doch sie hatte ihn vergessen. Sie konnte nicht viel vom Zimmer sehen, ohne ihren Kopf zu bewegen; auf jeden Fall war es ihr unbekannt. Wo war sie? Wie lange war sie schon hier? Ihr Kopf fühlte sich träge an, benebelt; sie war sich ihrer selbst kaum bewusst.
»Sie öffnet die Augen«, sagte die Stimme einer Frau - eine Stimme, die sie nicht kannte.
Sie versuchte, der Stimme den Kopf zuzudrehen, doch der Schmerz, der sie dabei durchfuhr, war so stark, dass sie einen Moment lang nichts mehr sah.
Die Stimme des Mannes drängte: »Mylady? Wie fühlen Sie sich?«
»Sie hat Schmerzen, George«,