

Beschreibung
Romeo ist mehr tot als lebendig, als Liv ihn in einer Seitengasse findet. Von Anfang an fühlt sie sich zu dem gefährlichen Fremden hingezogen, entspinnt sich doch in den wenigen Augenblicken, bis der Notarzt kommt, eine Nähe zwischen den beiden, die nur aus de...Romeo ist mehr tot als lebendig, als Liv ihn in einer Seitengasse findet. Von Anfang an fühlt sie sich zu dem gefährlichen Fremden hingezogen, entspinnt sich doch in den wenigen Augenblicken, bis der Notarzt kommt, eine Nähe zwischen den beiden, die nur aus der Verzweiflung des Augenblicks geboren sein kann. Unheilbar- erzählt die Geschichte von Romeo La Terra und Liv van Mar, die beide auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit sind. Liv vor den grausamen Taten ihres Exfreundes, der ihr näher auf den Fersen ist, als sie ahnt und Romeo vor den Machenschaften der Cosa Nostra, der sizilianischen Mafia, die ihn für vogelfrei erklärt hat. Romeo fürchtet nicht den Tod. Er fürchtet nur, seinen Erzfeind und Mafia-Boss, Marco De Santis nicht zuvor ins Jenseits befördern zu können. Aus gesundheitlichen Gründen ist er an Livs Nähe gebunden und bringt sie allein durch seine Anwesenheit zusehends in Gefahr. Es gibt nur einen Ausweg aus dieser prekären Lage: Romeo muss zurück nach Italien, um dort seine Pläne dem Ziel zuzuführen. Aber zuvor muss er Liv, in deren mutiges Herz er sich zu verlieben beginnt in Sicherheit bringen...
Autorentext
Silvia Maria de Jong schreibt aus Leidenschaft, das spürt man in jeder einzelnen Zeile. Ihre Geschichten gehen zu Herzen und führen den Leser an Grenzen, die nicht selten auch schmerzhaft sind. Das wahre Leben eben! Doch es gelingt ihr auf fesselnde Weise immer wieder all das, was zuvor zu tausend Scherben zersplittert, wieder zu einem Ganzen zusammenzu-fügen. Silvia Maria de Jong erzählt von dem unfassbaren Leid, welches das Leben uns zufügen kann, aber auch von der großen, bedingungslosen Liebe, die all die Wunden vernarben lässt.
Klappentext
Unheilbar - Jage nicht, was du nicht töten kannst Sie ist die Stille, die den Sturm in mir zur Ruhe bringt Er ist das Licht, das meine Nacht erhellt. Romeo La Terra liegt im Sterben, als ihm die Frau begegnet, die er sofort als seinen Schutzengel erkennt. Er bittet sie zu blei-ben, aus dem Wunsch heraus, nicht allein sterben zu müssen. Liv gewährt ihm diesen Wunsch und es sind jene Augenblicke, nur wenige Atemzüge, in denen sich eine Nähe entfacht, die nur aus tiefer Verzweiflung geboren werden kann. Mit knapper Not gelingt es dem Arzt, Romeo ins Leben zurück-zuholen. Ein Leben, das fortan am seidenen Faden hängt, denn der Mann, den keinerlei Papiere ausweisen, fällt ins Koma. Liv, die sich zu dem sonderbaren Fremden auf unheimliche Weise hingezogen fühlt, weicht nicht mehr von seiner Seite. Auch als er nach Wochen des Zweifelns und der Angst endlich die Augen aufschlägt, entschließt sie sich dazu, sich weiterhin um ihn zu kümmern, ohne zu ahnen, wen sie da in ihr Haus geholt hat. Kämpft sie doch gegen die eigenen Dämonen der Vergangenheit, die mit Romeos dunklen Geistern zu verschmelzen beginnen Ab 28.Februar 2021 erhältlich
Leseprobe
Eins Die Nacht hat ihre Kerzen ausgebrannt William Shakespeare Endlichkeit Ich bin dem Tod so oft begegnet, dass er für mich jeglichen Schrecken verloren hat. Grausam und gewalttätig, aber auch sanft und auf leisen Sohlen. Gleichgültig wie, der Tod hat immer ein einnehmendes Wesen. Er lässt nichts zurück, sondern verleibt sich alles ein, was der Sterbende zu geben hat. Auch diesmal wird es genauso verlaufen. Mit nur einem Unterschied: Diesmal bin ich es, der dem Tod von Angesicht zu Angesicht gegenüber steht. Die Nacht ist mild und sternenklar, doch ich friere bis tief in das Knochenmark hinein. In der Ferne kann ich die wummernden Bässe der Musik vernehmen, die vom Hafen herüberklingt. Jedes Hämmern verursacht eine neue Schmerzwelle, die meinen Körper durchläuft. Gequält schließe ich die Augen, bemühe mich, die Atmung flach zu halten, um der Körperqual entgegenzuwirken. Doch mein Unterfangen ist sinnlos. In Feuerschüben jagt der Schmerz mir durch den Leib und scheint mich in zwei Hälften reißen zu wollen. Im Stillen verfluche ich mich für meine Unachtsamkeit. Ich hätte wissen müssen, dass sie mir einen Schritt voraus sind. Immer. Egal, wie achtsam ich bin. De Santis scheint über telepathische Fähigkeiten zu verfügen. Ich hätte ahnen können, dass selbst der sicherste Hafen nicht sicher genug ist, was diesen Mann betrifft. Dass ich nicht einfach in der treibenden Masse untertauchen kann, gleichgültig wie viele Kilometer mich von dieser Kreatur trennen mögen. Und nun liege ich hier, sterbend neben einem überquellenden Müllcontainer, abgelegt wie ein Stück Dreck in einer dunklen, abseitigen Gasse und warte darauf, dass sich der Tod endlich meiner erbarmt. Blut rinnt mir zähflüssig die Kehle hinab und verursacht einen Würgereiz, der meinen Brustkorb erschüttert wie ein Erdbeben. Der unmittelbar folgende grelle Schmerz raubt mir sekundenlang die Sinne und trübt das Bewusstseinsfeld weitestgehend ein, sodass sich die Dunkelheit, welche mich umgibt, drastisch vertieft. Das Geräusch eines nahenden Motors reißt mich aus der gnädigen Betäubung zurück in die scharfe Körperqual hinein und bringt die ohnehin abflachende Atmung ins Stocken. Sekundenlang versuche ich meine Sinne zu schärfen und mich darauf zu konzentrieren, aus welcher Richtung das Fahrzeug kommt. Lichtkegel tanzen über das Mauerwerk und ich weiß sicher, sie sind zurückgekehrt, um das zu beenden, was sie begonnen haben. Bei Gott, nichts ersehne ich mehr als ein schnelles Ende. Mein Körper schmerzt, als sei eine Dampfwalze darüber hinweggerollt. Nicht ein Knochen scheint noch an dem anderen zu sein. Wenn es nicht die inneren Blutungen sind, dann die schweren Kopfverletzungen, die mich hinraffen werden. Langsam und beständig rollt das Auto näher. Das Knistern des Asphalts unter den Reifen und das sanftmütige Gurgeln des Dieselmotors üben sekundenlang eine derartige Beruhigung auf mich aus, die an das Schlaflied meiner Mutter erinnert, welches die Schrecken der Nacht mit zuverlässiger Sicherheit verscheucht hat. Es stimmt also, durchfährt es mich, mühsam die Erkenntnis sortierend, während der Mercedes langsam zum Stehen und die Scheinwerfer zur Ruhe kommen: Die letzten Gedanken eines Mannes kurz bevor er das Zeitliche segnet, gehören der eigenen Mutter. Oft genug habe ich sie winseln hören, gestandene Männer, die in den Momenten tiefster Not den Namen ihrer Mutter hinausschreien, und dennoch habe ich es für ein Märchen gehalten. Ist es nicht eher so, dass man in Momenten wie diesen Freud und Leid, Reue und Liebe gegeneinander aufwiegt? Vielleicht liegt es auch an der Art, wie man stirbt? Mein Geist ist so erfüllt von dem Schmerz, der meinen Körper penetriert, dass wenig Platz für andere Gefühle bleibt. Und dennoch, wenn ich einen Wunsch frei hätte, so würde ich erflehen, nicht allein sterben zu müssen. Allein in dieser dunklen Straßenschlucht, die den Blick auf ein schmales Stück Himmel über mir freigibt, an dem unzählige Sterne auf dem nachtschwarzen Bett wie kleine Lichtpunkte leuchten. Und wer weiß schon, ob nicht in diesen Sekunden mein sehnlichster Wunsch in Erfüllung geht, wenn auch auf ganz andere Weise als erhofft? Die schweren Schritte und die leisen Stimmen erwecken den Anschein, dass ich schneller Besuch erhalte, als mir lieb sein kann. Wenn die Männer zurückgekehrt sind, und alles deutet darauf hin, dann hätte ich es doch vorgezogen allein und armselig in meinem eigenen Blut zu verrecken. Gleichgültig, dass ein schnelles Ende mein Leiden verkürzen würde ... Etwas Pelziges, vermutlich ein Tier, streift mein Bein und schärft mein Bewusstsein für Sekunden so klar, dass ich erschrocken zusammenfahre und mich unweigerlich bewege. Ein Schmerz, der keinen Vergleich kennt, explodiert ähnlich eines Feuerwerkskörpers in meinem Gehirn und lässt mich laut aufstöhnen. Irgendwo in meinem Brustkorb hat sich bei der plötzlichen Bewegung eine der gebrochenen Rippen tiefer in die Eingeweide getrieben und meinem Geist neue Schmerzspitzen zugefügt. Sekundenlang trübt dichter roter Nebel die Sicht, während mein Atem rasselnd der Kehle entweicht. Das Geräusch der Absätze auf dem unebene…
