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Das Jahr 15

  • Kartonierter Einband
  • 163 Seiten
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Die Dürrekatastrophe des Jahres 1915 im Nordosten Brasiliens stürzt die Landbevölkerung in tiefes Elend. Die feudalen Besitzverhäl... Weiterlesen
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Beschreibung

Die Dürrekatastrophe des Jahres 1915 im Nordosten Brasiliens stürzt die Landbevölkerung in tiefes Elend. Die feudalen Besitzverhältnisse erlauben es den Herren, die Abhängigen einfach zu entlassen oder aber "mildtätig" für sie zu sorgen. Die Konsequenzen beider Verhaltensweisen schildert eindringlich der Roman. Nach der Dürre von 1915 zog die Familie der Autorin aus dem Nordosten nach Rio de Janeiro. 1930 debütierte sie mit dem vorliegenden Roman. Er ist einer der frühesten in der Reihe der großen Prosaepen des Nordostens, Vorläufer der Werke von Graciliano Ramos, José Lins do Rêgo und Guimarã;es Rosa.



Autorentext
Rachel de Queiroz wurde 1910 in Fortaleza im brasilianischen Bundesstaat Ceará geboren. Nach der großen Dürre von 1915 floh sie mit ihrer Familie nach in Rio de Janeiro, kehrte jedoch zum Studium nach Ceará zurück. 1927 begann sie als Journalistin zu arbeiten und veröffentlichte 1930 ihren ersten Roman O Quinze (dt. Das Jahr 15, 1978), in dem sie das Erlebnis der Dürre verarbeitete. 1931 ging sie erneut nach Rio, wo sie sich der Kommunistischen Partei anschloß. Sie schrieb weiterhin für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften, unter anderem für O Cruzeiro. Neben ihrem erzählerischen Werk veröffentlichte sie mehrere Theaterstücke und zahlreiche Essaybände. 1977 war sie die erste weibliche Schriftstellerin, die Mitglied in der Academia Brasileira de Letras wurde. Rachel de Queiroz verstarb am 4. November 2003 im Alter von 92 Jahren in Rio de Janeiro.

Leseprobe

Nachdem Dona Inácia sich bekreuzigt und zweimal das Amulett des Heiligen Josef geküßt hatte, sagte sie abschließend:

»Erhöre unser Flehen, oh keuscher Gemahl der Jungfrau Maria und gebe uns, worum wir bitten. Amen.« Conceicao, die in der Ecke des Wohnzimmers in einer Hängematte saß und ihre Zöpfe flocht, sah die Großmutter aus dem Zimmer mit dem Heiligenschrein kommen und sagte zu ihr:

»Es will einfach nicht regnen, nicht wahr, Mutter Nácia? Dabei ist schon Ende des Monats ... Obwohl du so viele Novenen abhältst ...«

Dona Inácia erhob die Augen gläubig zur Decke:

»Ich vertraue auf den heiligen Josef, daß er uns Regen schickt! Es hat schon Regenzeiten gegeben, die erst im April anfingen. «

Auf dem großen Eßtisch, auf dem das gebügelte rotkarierte Tischtuch ausgebreitet lag, kündeten zwei Tassen und eine Kanne unter besticktem Kaffeewärmer das Abendessen an.

»Willst du denn nicht herkommen und deinen Milchkaffee trinken, Conceicao?«

Das junge Mädchen flocht den Zopf zu Ende, stand auf und begann schweigend und geistesabwesend zu essen. Die alte Frau sagte noch irgend etwas, trank einen Schluck Kaffee und ging auf ihr Zimmer, um zu rauchen. »Gib mir deinen Segen, Mutter Nácia!« - Conceicao ging, die Kerosenlampe in der Hand, am Zimmer der Großmutter vorbei und betrat ihr eigenes Zimmer am Ende des Korridors. ...

Produktinformationen

Titel: Das Jahr 15
Untertitel: Roman
Autor:
Übersetzer:
EAN: 9783518015957
ISBN: 978-3-518-01595-7
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Suhrkamp
Genre: Romane & Erzählungen
Anzahl Seiten: 163
Gewicht: 207g
Größe: H182mm x B121mm x T19mm
Jahr: 1978
Auflage: 2. A.

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