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Fälschung und Fake

  • Kartonierter Einband
  • 480 Seiten
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Ob handgeschnitzte Fossilien, Gesänge eines kaledonischen Barden aus dem 3. Jahrhundert oder erfundene Prominenten-Interviews die... Weiterlesen
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Beschreibung

Ob handgeschnitzte Fossilien, Gesänge eines kaledonischen Barden aus dem 3. Jahrhundert oder erfundene Prominenten-Interviews die Liste spektakulärer Fälschungen und Fakes ist lang und vielfältig. Anhand von Fallgeschichten verfolgt dieses Buch zwei zentrale Fragen: Was waren die Umstände, die zur Akzeptanz der Falsifikate geführt hatten? Und welche diskurskritischen Effekte folgten jeweils aus den Aufdeckungen? Vor dem Hintergrund einer Relektüre von Michel Foucaults archäologisch-genealogischen Texten entwickelt Martin Doll zunächst eine Theorie der Fälschung und des Fake. Dadurch werden die Phänomene von einem ontologischen Wahrheitsbegriff gelöst und stattdessen diskurstheoretisch als Kippfiguren betrachtet. Die noch echten Fälschungen erscheinen vor ihrer Aufdeckung nämlich zunächst als wahr, authentisch, original oder autorisiert und erst später, nach ihrer Entlarvung, als Falsifikat eine Dynamik, die bei Fakes, bei denen die Offenlegung von vornherein mitentworfen ist, eine besondere Sprengkraft entfaltet. Als Untersuchungsgegenstände können Fälschungen und Fakes daher zum einen Auskunft darüber geben, welche Kriterien in einem bestimmten geschichtlichen Zeitraum maßgeblich für die Akzeptanz von wissenschaftlichen Gegenständen, authentischen oder autorisierten Texten etc. sind. Zum anderen können sie als Diskursereignisse begriffen werden, weil sie zwar zunächst auf einem Sockel regelmäßiger Praktiken ruhen, bei ihrer Offenlegung aber dafür sorgen, dass die in einem Diskurs gültigen Aussagen, Regeln und Praktiken einer Prüfung unterzogen werden, wenn nicht sogar eine grundlegende Transformation durchlaufen. Die untersuchten Fälle verteilen sich auf knapp vier Jahrhunderte. Analysiert werden u.a. die sogenannten Würzburger Lügensteine (1726), der Piltdown Man (1912-1953), James Macphersons Ossianische Gesänge (1760), die Interviewfälschungen von Tom Kummer (1996-2000), die gefälschten Magazinbeiträge für stern TV von Michael Born (1990-1996) und die interventionistischen Praktiken der US-amerikanischen Künstlergruppe The Yes Men (1999-heute).

Autorentext
Dr. Martin Doll ist seit Oktober 2014 Junioprofessor für Medienkulturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Vorher von 2011-2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Attrakt-Forschungsprojekts »Ästhetische Figurationen des Politischen im Zeitalter des Postnationalen« an der Fakultät für Sprachwissenschaften und Literatur, Geisteswissenschaften, Kunst und Erziehungswissenschaften der Universität Luxemburg; außerdem freiberuflicher On Air Promotion-Redakteur für Das Erste (ARD) und den Hessischen Rundfunk. www.mdoll.eu/de/ueber_mich.html

Klappentext

Ob handgeschnitzte >Fossilien<, Gesänge eines kaledonischen Barden aus dem 3. Jahrhundert oder erfundene Prominenten-Interviews - die Liste spektakulärer Fälschungen und Fakes ist lang und vielfältig. Anhand von Fallgeschichten verfolgt dieses Buch zwei zentrale Fragen: Was waren die Umstände, die zur Akzeptanz der Falsifikate geführt hatten? Und welche diskurskritischen Effekte folgten jeweils aus den Aufdeckungen? Vor dem Hintergrund einer Relektüre von Michel Foucaults archäologisch-genealogischen Texten entwickelt Martin Doll zunächst eine Theorie der Fälschung und des Fake. Dadurch werden die Phänomene von einem ontologischen Wahrheitsbegriff gelöst und stattdessen diskurstheoretisch als Kippfiguren betrachtet. Die noch >echten< Fälschungen erscheinen vor ihrer Aufdeckung nämlich zunächst als wahr, authentisch, original oder autorisiert und erst später, nach ihrer Entlarvung, als Falsifikat - eine Dynamik, die bei Fakes, bei denen die Offenlegung von vornherein mitentworfen ist, eine besondere Sprengkraft entfaltet. Als Untersuchungsgegenstände können Fälschungen und Fakes daher zum einen Auskunft darüber geben, welche Kriterien in einem bestimmten geschichtlichen Zeitraum maßgeblich für die Akzeptanz von wissenschaftlichen Gegenständen, authentischen oder autorisierten Texten etc. sind. Zum anderen können sie als Diskursereignisse begriffen werden, weil sie zwar zunächst auf einem Sockel regelmäßiger Praktiken ruhen, bei ihrer Offenlegung aber dafür sorgen, dass die in einem Diskurs gültigen Aussagen, Regeln und Praktiken einer Prüfung unterzogen werden, wenn nicht sogar eine grundlegende Transformation durchlaufen. Die untersuchten Fälle verteilen sich auf knapp vier Jahrhunderte. Analysiert werden u.a. die sogenannten >Würzburger Lügensteine< (1726), der Piltdown Man (1912-1953), James Macphersons Ossianische Gesänge (1760), die Interviewfälschungen von Tom Kummer (1996-2000), die gefälschten Magazinbeiträge für >stern TV< von Michael Born (1990-1996) und die interventionistischen Praktiken der US-amerikanischen Künstlergruppe >The Yes Men< (1999-heute).

Produktinformationen

Titel: Fälschung und Fake
Untertitel: Zur kritischen Dimension des Täuschens
Autor:
EAN: 9783865994950
ISBN: 978-3-86599-495-0
Format: Kartonierter Einband
Hersteller: Kulturverlag Kadmos Berlin
Herausgeber: Kulturverlag Kadmos
Genre: Geisteswissenschaften allgemein
Veröffentlichung: 29.11.2021
Anzahl Seiten: 480
Gewicht: 560g
Größe: H230mm x B150mm
Jahr: 2021
Untertitel: Deutsch
Auflage: Mit einem neuen Nachwort
Land: PL

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