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Die Welt ist eine Schachtel

  • Fester Einband
  • 294 Seiten
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Nirgendwo im Deutschland war nach dem Zweiten Weltkrieg so viel Aufbruch wie im Osten. Es lockte eine neue Gesellschaft, das »Einf... Weiterlesen
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Beschreibung

Nirgendwo im Deutschland war nach dem Zweiten Weltkrieg so viel Aufbruch wie im Osten. Es lockte eine neue Gesellschaft, das »Einfache, das schwer zu machen ist« (wie Brecht den Kommunismus umschrieb), ein neues Leben, das mit allen Fehlern des alten aufräumte. Gerade für Frauen schien die vielbesungene neue Zeit voller Verheißungen: nicht mehr konventionelle Rollen schienen gefragt, sondern Mut, Phantasie und Selbstbewußtsein. Tatsächlich waren die unmittelbaren Nachkriegsjahre in der Ostzone wesentlich geprägt von der Aktivität der Frauen, nicht nur beim Wiederaufbau der Städte oder in der Wirtschaft, sondern auch und auffällig im kulturellen Bereich. Ob in der schreibenden Zunft (als Autorinnen oder Journalistinnen), in den Theatern, den Verlagen - überall wurde weibliche Kreativität sichtbar, die aufgrund anfänglicher Erfolge durchaus auch an Selbstbewußtsein gewann. Mit der zunehmend stalinistischen Ausrichtung (und Auskehrung!) der DDR waren Eigeninitiative, Eigensinn und kreative Autonomie nicht mehr gefragt. Es gab Normen, die weit in den Alltag hineinreichten; wurden sie verletzt, folgten Kontrolle, Disziplinierung, Ausgrenzung. Ines Geipel dokumentiert das Leben von vier Frauen, Susanne Kerckhoff, Evelyn Kuffel, Jutta Petzold, Hannelore Becker, die als Autorinnen diesen deprimierenden Wechsel von euphorischem Aufbruch und folgendem bürokratisierten Stillstand drastisch erfahren haben - Frauen, die durch ihr Schreiben und wegen ihrer Lebensansprüche in Konflikt gerieten, diesen Konflikt auslebten und deshalb an den Rand gerieten: zwei von ihnen begingen Selbstmord, eine verbrannte in ihrem Bett, die vierte hielt sich für längere Zeit in einer Nervenklinik auf. Die Spuren dieser Frauen - Texte, Fotos, Tagebuchnotizen, Briefe, Denunziationen und Observationsberichte - hat die Herausgeberin in mühevoller Recherche an den Tag gebracht. Das ist, den Frauen gegenüber, nicht nur ein Akt persönlicher und historischer Gerechtigkeit, es ist auch eine Erinnerung an eine Zeit, in der Kreativität zum unkalkulierbaren

Autorentext

Ines Geipel, 1960 in Dresden geboren, aufgewachsen in Thüringen, Leistungssportlerin, Anfang der achtziger Jahre Mitglied der 4 x 100 m-»National«-Mannschaft der DDR, Mitte der achtziger Jahre Abbruch ihrer Sportlerinnenkarriere, Studium der Germanistik in Jena, dann 1989 Flucht nach Darmstadt. Dort Studium der Philosophie. Sie lebt in Berlin und Darmstadt und unterrichtet an der Film- und Fernsehhochschule Babelsberg.

Produktinformationen

Titel: Die Welt ist eine Schachtel
Untertitel: Vier Autorinnen in der frühen DDR
Autor:
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EAN: 9783887471415
ISBN: 978-3-88747-141-5
Format: Fester Einband
Herausgeber: Transit Buchverlag GmbH
Genre: Romane & Erzählungen
Veröffentlichung: 01.02.1999
Anzahl Seiten: 294
Gewicht: 494g
Größe: H237mm x B141mm x T27mm
Jahr: 1999
Untertitel: Deutsch
Auflage: 02.1999