

Beschreibung
Im Zentrum des Bandes steht der politische Gebrauch kartographischer Darstellungen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven werden die Möglichkeiten in den Blick genommen, mit Karten Macht und Herrschaft zu ver...Im Zentrum des Bandes steht der politische Gebrauch kartographischer Darstellungen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven werden die Möglichkeiten in den Blick genommen, mit Karten Macht und Herrschaft zu vergegenwärtigen. Ausgehend von einem neueren Interesse an den kulturellen Bedingungen kartographischer Sinnstiftung akzentuieren die Beiträge die Bedeutung, die Karten bei der Vermittlung von Wissen und Ansprüchen zugewiesen wurde. Fassbar werden nicht nur die vielschichtigen Relationen zwischen Herrschaft und Kartographie, sondern auch die Übergänge zwischen mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Praktiken.
Autorentext
Ingrid Baumgärtner ist seit 1994 Professorin für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Kassel. Von 2007 bis 2011 hatte sie die Leitung des Projekts Karten als Brücken für Welt-Wissen im DFG-Schwerpunktprogramm 1173 inne. Von 2009 bis 2013 war sie stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Studienzentrums in Venedig. Derzeit ist sie Mitglied im Vorstand des Mediävistenverbandes, im DFG-Graduiertenkolleg 1599 Dynamiken von Raum und Geschlecht und im Hauptausschuss der Historischen Kommission für Hessen. Ingrid Baumgärtner veröffentlichte Publikationen zur europäischen Kulturgeschichte, zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kartographiegeschichte, zur nordhessischen Landesgeschichte sowie zur Stadt- und Rechtsgeschichte des Mittelalters. Martina Stercken ist Privatdozentin am Historischen Seminar der Universität Zürich.
Klappentext
Im Zentrum des Bandes steht der politische Gebrauch von Karten in Mittelalter und früher Neuzeit. Aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven beleuchten die Autorinnen und Autoren die Bedeutung von Kartographie bei der Zurschaustellung und Fixierung von Herrschaft im christlichen Abendland und im islamischen Raum. In der Auseinandersetzung mit Kartenbildern und Situationen ihrer Inszenierung wird nach dem Umgang mit Raumdarstellungen in einer Zeit gefragt, in der sich Herrschaft räumlich verfestigte. Ausgehend von einem neueren Interesse an den Bedingungen kultureller Sinnstiftung thematisieren die Beiträge insbesondere den Entstehungskontext von Karten, die Formen, in denen diese Herrschaftswissen und -ansprüche vermitteln, ihre Austauschbeziehungen mit anderen Arten der Darstellung und Beschreibung, ihre Bildkonzeptionen wie auch die politischen Implikationen ihrer Zeichengefüge. Die Überlegungen zu immanenten, situations- und handlungsbezogenen Kategorien politischer Wirkung von Karten veranschaulichen nicht nur vielschichtige Relationen zwischen Herrschaft und Kartographie, sondern lassen auch die Übergänge zwischen den mittelalterlichen und den stärker auf Abbildungsgenauigkeit zielenden frühneuzeitlichen Karten erkennen.
Inhalt
Ingrid Baumgärtner, Martina Stercken: Vorwort Martina Stercken: Herrschaft verorten. Einführung Politische Räume Ingrid Baumgärtner: Das Heilige Land kartieren und beherrschen Keith D. Lilley: Mapping Plantagenet Rule Through the Gough Map of Great Britain Dietrich Erben: Anthropomorphe Europa-Karten des 16. Jahrhunderts. Medialität, Ikonographie und Formtypus Francesca Fiorani: Places of Renaissance Mapping Laura Federzoni: Cartography, Politics, and Culture in Ferrara at the End of the 16th Century Bernd Giesen: Verortungen der Eidgenossenschaft im 15. und 16. Jahrhundert Strategien der Verortung Yossef Rapoport: Reflections of Fatimid Power in the Maps of Island Cities in the 'Book of Curiosities' Hanna Vorholt: Herrschaft über Jerusalem und die Kartographie der heiligen Stadt Philipp Billion: Die Funktion von Herrschaftszeichen auf mittelalterlichen Portolankarten Felicitas Schmieder: Anspruch auf christliche Weltherrschaft. Die Velletri/Borgia-Karte (15. Jahrhundert) in ihrem ideengeschichtlichen und politischen Kontext Ralph A. Ruch: Kartographie und Konflikt im städtischen Kontext. Der Plan Bolomier (1429/30) Yigit Topkaya: Kulturelle Praktiken der Herrschaftsrepräsentation und ihre Zirkulationsräume. Panorama einer historischen Belagerung Wissen und Zeichen Stefan Schröder: Wissenstransfer und Kartieren von Herrschaft? Zum Verhältnis von Wissen und Macht bei al-Idrisi und Marino Sanudo Winfried Nöth: Medieval Maps: Hybrid Ideographic and Geographic Sign Systems Franco Farinelli: The Power, the Map, and Graphic Semiotics: The Origin