Willkommen, schön sind Sie da!
Logo Ex Libris

Wartungsarbeiten Musik Downloads (MP3) Weitere Informationen

Aufgrund von Wartungsarbeiten ist unser Musik Download Angebot von 12:00 - 14:00 Uhr nicht verfügbar. Besten Dank für Ihr Verständnis.

schliessen

Fluch und Gebet: Magische Manipulation versus religiöses Flehen?

  • Fester Einband
  • 54 Seiten
(0) Erste Bewertung abgeben
Bewertungen
(0)
(0)
(0)
(0)
(0)
Alle Bewertungen ansehen
Diese öffentliche Vorlesung wird jährlich veranstaltet im Andenken an den Kirchenhistoriker Hans Lietzmann (1875-1942), den Nachfo... Weiterlesen
20%
54.90 CHF 43.90
Auslieferung erfolgt in der Regel innert 4 bis 6 Werktagen.
Bestellung & Lieferung in eine Filiale möglich

Beschreibung

Diese öffentliche Vorlesung wird jährlich veranstaltet im Andenken an den Kirchenhistoriker Hans Lietzmann (1875-1942), den Nachfolger Adolf von Harnacks als Leiter des Akademienunternehmens Die Griechischen Christlichen Schriftsteller der ersten Jahrhunderte (GCS). Es wird dazu jeweils ein international bedeutender Referent aus dem Bereich der Altertumswissenschaften eingeladen. Die Vorträge behandeln zentrale Themen der antiken Religionsgeschichte mit einer Bedeutung für die Gegenwart.

Der Leidener Althistoriker Henk Versnel berührt in dieser Studie das komplizierte Verhältnis von Magie und Religion, welches sich trotz aller gegenteiligen Behauptungen hartnäckig einem Bedeutungs- und Interesseschwundes widersetzt. Die genaue Lektüre von antiken griechischen und lateinischen Fluchtafeln macht eine bisher nicht hinreichend erforschte Unterscheidung in zwei Kategorien möglich. Auf der einen Seite finden sich Bindeflüche (defixiones), die durch "Bindung" Kontrahenten oder Rivalen aller Kraft berauben sollten. In Gräbern, Gruben oder Brunnen versteckt, zeigen sie keinerlei Erwähnung von Rechtfertigung und verwenden Worte und Handlungen manipulativer Art, die moderne Leser als "magisch" bezeichnen würden. Ihr anonymer Gebrauch machte sie anfällig für Verdächtigungen und soziale Ablehnung. Ein zweiter Typus von Fluchtafeln, der in der wissenschaftlichen Literatur ebenfalls als defixiones bezeichnet wird, scheint von grundlegend anderer Natur zu sein. Meist öffentlich in Tempeln angebracht bitten sie die örtliche Gottheit, eine (meist) unbekannte Person für ein am Verfasser begangenes Unrecht (Diebstahl, Verleumdung oder schlechte Behandlung) zu strafen. Der erkennbar respektvolle Ton, eine demütige Haltung sowie weitere Charakteristika erweisen diese Texte als Gebete für Gerechtigkeit, in unserer Wahrnehmung also Ausdrücke einer frommen Religiosität. Die Tatsache, dass die antiken Menschen zwischen beiden Typen zu unterscheiden wussten und entsprechend handelten, gibt Anlass, die Anwendung der modernen Begriffe "Magie" und "Religion" auf die antike griechische und römische Fluchpraxis neu zu überdenken.

Autorentext

H. S. Versnel, Universität Leiden, Niederlande.

Produktinformationen

Titel: Fluch und Gebet: Magische Manipulation versus religiöses Flehen?
Untertitel: Religionsgeschichtliche und hermeneutische Betrachtungen über antike Fluchtafeln
Autor:
EAN: 9783110226355
ISBN: 978-3-11-022635-5
Format: Fester Einband
Herausgeber: Gruyter, Walter de GmbH
Genre: Allgemeines & Lexika
Anzahl Seiten: 54
Gewicht: 91g
Größe: H205mm x B134mm x T7mm
Jahr: 2009