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Sprach-Kritik

  • Fester Einband
  • 232 Seiten
In diesem Buch geht es um die Freilegung einer fast vergessenen Tradition der Sprach- und Kulturtheorie, die sich von der Mitte de... Weiterlesen
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Beschreibung

In diesem Buch geht es um die Freilegung einer fast vergessenen Tradition der Sprach- und Kulturtheorie, die sich von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts erstreckt. Ihr Grundgedanke ist die Suche nach dem Sinn von Humanität, die Einsicht in die radikale Individualität menschlicher Lebensformen und die Forderung nach Anerkennung ihrer prinzipiellen Verschiedenheit.

Der Leitfaden des Buches ist die Darstellung einer sprachphilosophischen Denkrichtung, die das alte Rätsel vom Ursprung der Sprache in die "Natur des Menschen" verlegt. Deutlich wird dabei, was immer schon implizit war: Jede Sprachtheorie enthält eine anthropologische These. In den sprachphilosophischen Reflexionen deutsch-jüdischer Denker von Heymann Steinthal und Moritz Lazarus bis zu Ernst Cassirer und Ludwig Wittgenstein wird über die Konsequenzen einer Theorie der Sprache nachgedacht, die ihre anthropologischen und kulturtheoretischen Implikationen mitbedenkt. Unmissverständlich stellen sie klar, dass die Gefahr einer idealistischen Verfehlung des Menschen droht, wenn die Sprache nicht auch an die körperliche, materiale Seite des Lebens geknüpft wird. Andererseits besteht die Gefahr einer naturalistischen Verfehlung der Komplexität des Phänomens Sprache, wenn die Möglichkeit einer schöpferischen, spontanen Expressivität nicht zumindest erwogen wird. In der Debatte über die Sprache, die im deutsch-jüdischen Kontext geführt wird, steht die Frage nach der "Natur des Menschen" auf dem Spiel. Im Zeitalter der Ideologien, das auch in die Abgründe der Entmenschlichung geschaut hat, ist die Genese einer Theorie des Menschen und seiner kulturellen Formen, die auf die Aspekte radikaler Individualität und Pluralität setzt, auch ein Politikum. Und angesichts einer heute wieder interessierenden Verkürzung der Frage nach dem Menschen, die sich auf die Grundlagenforschung in den verschiedenen Fachrichtungen der Biologie verlässt, zeichnen sich die in diesem Buch vorgestellten sprach- und kulturtheoretischen Reflexionen durch kritisches Potential und Aktualität aus.

Autorentext

Gerald Hartung, Professor für Philosophie, mit den Schwerpunkten Kulturphilosophie und Ästhetik, an der Bergischen Universität Wuppertal. Zuvor Forschungs- und Lehrtätigkeit in Berlin, Leipzig, Hannover, Erfurt und Heidelberg. Veröffentlichungen u. a. Das Maß des Menschen (2003), Philosophische Anthropologie (2008).



Inhalt

Vorwort Einleitung Das Ereignis der Sprache Kapitel 1 Von der Sprache als einem >Ereigniss< - Heymann Steinthal Kapitel 2 Der Ursprung der Sprache aus >fast Nichts< - Lazarus Geiger Kapitel 3 Der >Geist der Sprache< - Moritz Lazarus Kapitel 4 Der >Friede des Humors< - Hermann Cohen Kapitel 5 Über den >Tact< als Form der Geselligkeit - Georg Simmel Kapitel 6 An den Grenzen der >Sprach-Kritik< - Fritz Mauthner Kapitel 7 Von der Sprachkritik zu einer >Kritik der Kultur< - Ernst Cassirer Schluss Sprache, Kultur und Identität

Produktinformationen

Titel: Sprach-Kritik
Untertitel: Sprach- und kulturtheoretische Reflexionen im deutsch-jüdischen Kontext
Autor:
EAN: 9783942393317
ISBN: 978-3-942393-31-7
Format: Fester Einband
Herausgeber: Velbrueck GmbH
Genre: Allgemeines & Lexika
Anzahl Seiten: 232
Gewicht: 436g
Größe: H235mm x B151mm x T23mm
Jahr: 2012
Auflage: 1. Aufl.
Land: DE

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