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Anfang 1773 - Ende Oktober 1775

  • Fester Einband
  • 1004 Seiten
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Beschreibung

In dieser neuen historisch-kritischen Ausgabe sind von mehr als 15.000 überlieferten Briefen Goethes etwa 5 % noch ungedruckte Dokumente enthalten; mehr als 2.000 bisher nur nach frühen Drucken oder Konzepten veröffentlichte Briefe können erstmals nach den Handschriften ediert werden. Die umfassende und im Zusammenhang dargebotene Kommentierung des Goetheschen Briefwerks ist eines der Hauptanliegen der neuen Ausgabe.

Die beiden ersten Bände dieser neuen wissenschaftlichen Ausgabe umfassen die Briefe des jungen Goethe. Sie enthalten 397 Briefe Goethes an 69 Adressaten. Nachgewiesen werden außerdem 273 erschlossene Briefe an weit über 100 Adressaten, von denen nur etwas 30 mit den Adressaten der überlieferten Briefe identisch sind. Da nur Einzelbriefe aufgenommen wurden, die sich quellenmäßig belegen lassen, nicht aber ganze Briefgruppen, auf deren Existenz es lediglich allgemeine Hinweise gibt, ist anzunehmen, dass die Zahl der nicht überlieferten Briefe weit größer ist. Im Anhang "Zweifelhaftes" (Z) fanden drei Texte Aufnahme, deren Briefcharakter unsicher ist. Jedem der beiden Textbände ist ein umfangreicher Kommentarband mit Angaben zu den Überlieferungen der Briefe, mit Zeilenkommentaren zu den Texten, Mitteilungen zu Überlieferungsvarianten, Begründungen zu den Datierungen, Angaben zu den Adressaten sowie Personen- und Werkregistern beigegeben.

Klappentext

Die beiden ersten Bände umfassen die Briefe des jungen Goethe. Es ist dies das unruhigste Jahrzehnt in seinem Leben, so häufig wie später nie mehr wechselt er seinen Wohnort. Vielfältig sind auch die Beziehungen, die er in jenen Jahren knüpft. Am Beginn des Jahrzehnts ist der Briefschreiber ein juveniler Student, als er Ende Oktober 1775 Frankfurt endgültig verlässt, um einer Einladung des Weimarer Herzogs zu folgen, der berühmte Autor des "Götz von Berlichingen" und des "Werther".



Leseprobe
15. An Johann Daniel Salzmann (S. 36-37) Frankfurt a. Main, 6. März 1773. Samstag Ihre Betrachtungen über die Rache haben mir viel Freude gemacht. Ich habe Sie so ganz, Ihre Sinnesart und Ton gefunden. Mein Vater hält sie vor allen des Drucks würdig, und ich denke, Sie fahren fort Ihre Gedanken über die merkwürdigsten Gegenstände der Religion 25 und Sittenlehre niederzuschreiben, und geben sie uns dereinst in einem Bändgen. Es war mir als wenn ich mich mit Ihnen selbst unterhielt, und die Klarheit im Ausdruck muß Jedermann einnehmen. Was ich vermißt habe, und gewiß erwartete, weil es so gerade in Ihrem Wege lag, war die Reflexion, daß die Vergebung der Beleidigung, als eine Wohlthat, den Beleidiger verbinden müsse, und also schon direkte der Nutzen hervorspringe, was Christus durch feurige Kohlen auf 's Haupt sammeln ausdrü ckt! Arbeiten Sie ja nichts dergleichen ohne es uns zu kommuniziren. Die Comödien belangend geht ja alles nach Wunsch, ein Autor der sich rathen läßt ist eine seltene Erscheinung, und die Herren haben auch meist nicht Unrecht, jeder will sie nach seiner Art zu denken modeln. Also lieber Freund, hier keine Critik, sondern nur die Seite von der ich's ansehe. Unser Theater, seit Hanswurst verbannt ist, hat 10 sich aus dem Gottschedianismus noch nicht losreißen können. Wir haben Sittlichkeit und lange Weile, denn an jeux d'esprit, die bei den Franzosen Zoten und Possen ersetzen, haben wir keinen Sinn, unsre Sozietät und Charakter bieten auch keine Modele dazu, also ennuyiren wir uns regelmäßig und willkommen wird jeder seyn, der eine 15 Munterkeit, eine Bewegung auf 's Theater bringt. Und ich hoffe von dieser Seite werden diese Lustspiele sehr Beyfall haben. Nur wissen Sie um in honette Gesellschaft zu entriren, bedarfs eines Kleids, zugeschnitten nach dem Sinn des Publikums dem ich mich produciren will, und über dies Röckgen wollen wir rathschlagen. Zuförderst keine 20 Singularität ohne Zweck. Das ist was gegen die lateinischen Namen spricht. Die allerunbedeutensten sind besser. Leander, Leonora sind Geschöpfe mit denen wir schon bekannt sind, wir sehen sie als alte gute Freunde wieder auftreten. Besonders da übrigens das Costüm neu ist, der König in Preußen vorkommt und der Teufel. Bey Gele- 25 genheit des Teufels muß ich meine Gedanken über's Fluchen und Schwö ren im Drama sagen. Wenn gemeine Leute streiten, ist die Exposition der Gerechtsame sehr kurz, es geht in's Fluchen, Schimpfen und Schlagenüber, und der Vorhang fällt zu. Leute von Sitten werden höchstens in einem Anfall von Leidenschaft in einen Fluch ausbrechen, und das sind die beiden Arten die ich dem Drama vergönnen möchte, doch nur als Gewürz, und daß sie nothwendig stehen müssen und sie niemand herausnehmen könnte ohne dem Ausdruck zu schaden. Nun aber die Art von Beteurungsflüchen möcht ich vom Theater ganz verbannen. Im gemeinen Leben sind sie schon lästig und zeugen 35 von einer leeren Seele, wie alle Gewohnheitsworte, und im Drama mag es gar leicht fü r einen Mangel der dialogischen Verbindungsfähigkeit angesehen werden. Auch hat der Übersetzer sie oft hingestellt wo Plautus gar nichts hat.

Inhalt
1;Verzeichnis der Briefe;6 2;Erschlossene Briefe;15 3;Zweifelhaftes;23 4;Schriftarten, Siglen und Zeichen;24 5;BRIEFE ANFANG 1773 ENDE OKTOBER 1775: Texte ;26 6;NACHTRAG;934 7;ANHANG;940 7.1;Verzeichnis von Briefen und Dokumenten Dritter im Kommentar;942 8;Register;944 9;Personen und Werke;945 10;Inhalt;1004

Produktinformationen

Titel: Anfang 1773 - Ende Oktober 1775
Untertitel: Text; Kommentar. Klassiker Stiftung Weimar
Editor:
EAN: 9783050044385
ISBN: 978-3-05-004438-5
Format: Fester Einband
Herausgeber: De Gruyter Akademie Forschung
Genre: Geisteswissenschaften allgemein
Anzahl Seiten: 1004
Gewicht: 1865g
Größe: H246mm x B160mm x T65mm
Jahr: 2009