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«Mein Buch nimmt kein Blatt vor den Mund.»

Marie Joan ist nicht nur eine erfolgreiche Content Creatorin, sondern auch eine Stimme für mehr Offenheit und Aufklärung in unserer Gesellschaft. Mit ihrem soeben erschienenen Buch "Fatherless Behavior for Beginners" möchte sie Themen wie Sexualität, Beziehungen und Selbstbestimmung enttabuisieren. Im exklusiven Interview erzählt sie, warum Humor ein Schlüssel zu mehr Offenheit ist, wie sie mit Kritik umgeht und welche Botschaften sie ihrer Community mitgeben möchte.

Marie Joan hautnah

Porträt Marie Joan
Bild: © Marie Joan

Interviewt von Ex Libris


09. Februar 2026

Herzliche Gratulation zu ihrem Buch! Was hat Sie dazu bewegt, dieses Buch zu schreiben, und welche Botschaft möchten Sie damit vermitteln?

Vielen lieben Dank! Durch meine Arbeit als Content Creatorin merke ich immer wieder, wie wenig aufgeklärt viele Jugendliche, aber auch generell wir als Gesellschaft über Themen wie Sex, Sexualität und den eigenen Körper sind. Auf Social Media versuche ich durch meinen Content diese Themen Bereiche aufzugreifen und zu enttabuisieren, aber das Ganze ist nur bis zu einem gewissen Punkt möglich. Mein Buch ist da sozusagen Mittel zum Zweck. Darin kann ich viel mehr ins Detail gehen, meine eigenen Erfahrungen besser einbinden und auch Themen ansprechen, die beispielsweise auf Social Media von den Plattformen - aufgrund bestimmter Begrifflichkeiten - gesperrt werden würden. Mein Buch nimmt kein Blatt vor den Mund!
über die normalsten Dinge der Welt darf man gerne mal lachen.

Ihr Humor spielt eine grosse Rolle in Ihrer Arbeit. Warum glauben Sie, dass gerade Humor so gut funktioniert, um über Sex und Beziehungen zu sprechen?

Diese Themen sind nunmal in unserer Gesellschaft immer noch sehr schambehaftet. Und die einzige Aufklärung, die erfolgt, ist meistens in der Schule. Dadurch bekommt das Ganze häufig einen sehr sterilen und klinischen Blick, obwohl man doch darüber eigentlich locker und leicht sprechen sollte. Daran ist nichts verwerfliches. Wir alle haben Sex. Warum dann nicht aufgeklärten Sex? Humor ist dabei, wie so oft, einfach ein gutes Mittel, um diesem Schamgefühl zu entkommen. Über die normalsten Dinge der Welt darf man gerne mal lachen. 
Wir alle haben Sex. Warum dann nicht aufgeklärten Sex?

Sie sprechen in Ihren Videos und in Ihrem Buch oft über Themen, die als Tabu gelten. Warum ist es Ihnen so wichtig, gerade diese Themen anzusprechen?

Durch die Tabuisierung von Themen wie Sex, fehlt auch gleichzeitig die Aufklärung. Niemand traut sich wirklich offen darüber zu reden. Demnach haben es Opfer von sexueller Gewalt oder Belästigung schwerer sich Menschen anzuvertrauen und über ihre Erfahrungen zu berichten. Oftmals können sie diese dann auch nicht richtig einordnen. Durch einen schambefreiten Umgang mit dem Thema Sex, gibt man so auch gleichzeitig Opfern eine Stimme. 

Auf Social Media erhalten Sie viel positives Feedback, aber auch kritische Kommentare. Wie gehen Sie mit Kritik oder negativen Reaktionen um?

Ich bringe ein Buch mit dem Titel “vaterloses Verhalten für Anfänger” raus ! Die Beleidigung “vaterloses Verhalten” ist nämlich eine der häufigsten, die ich mir - von überwiegend Männern - anhören muss. Als wäre der Wert einer Frau immer noch abhängig von der Präsenz eines Mannes in ihrem Leben. Ich bin gerne vaterlos, wenn ich dabei so vielen Menschen zu mehr Selbstbestimmung verhelfen kann!
Ich würde mir wünschen, dass Menschen schon früh lernen, für Ihre Grenzen und Bedürfnisse einzustehen.

Viele junge Menschen fühlen sich durch Ihre Inhalte bestärkt und inspiriert. Was möchten Sie Ihrer Community mitgeben, wenn es um Selbstbestimmung und sexuelle Aufklärung geht?

Genau das ist mein Ziel! Ich würde mir wünschen, dass Menschen schon früh lernen für ihre Grenzen und Bedürfnisse einzustehen. Dass ein “Nein” ein vollständiger Satz ist und man sein Einverständnis zu Sex jederzeit zurückziehen kann - egal ob vor dem Sex oder währenddessen. Menschen, die klar im Kopf sind, sind auch die ersten, die das sofort respektieren.

Was war die wichtigste Lektion, die Sie selbst in Sachen Liebe, Sex oder Beziehungen gelernt haben?

Die wichtigste Lektion, die ich über Liebe, Sex und Beziehungen gelernt habe, ist, dass ich mich nicht kleiner machen muss, um geliebt zu werden. Lange dachte ich, ich müsse mich anpassen: leiser sein, weniger fordern, verständnisvoller sein, mich verbiegen, damit es passt.

Heute weiß ich: Wenn ich meine Bedürfnisse, Grenzen oder meine Persönlichkeit zurückstelle, verliere ich mich selbst und das hat nichts mit Liebe zu tun. Echte Nähe entsteht nicht dadurch, dass man sich reduziert, sondern dadurch, dass man gesehen wird, wie man wirklich ist.

Ich habe gelernt, dass ich nicht zu viel bin, sondern manchmal einfach bei den falschen Menschen. Und dass eine Verbindung nur dann gesund ist, wenn ich nicht um Zuneigung kämpfen oder mich verändern muss, um sie zu verdienen. Liebe sollte sich nicht wie Anpassung anfühlen, sondern wie Ankommen.
Ich habe gelernt, dass ich nicht zu viel bin, soondern manchmal einfach mit den falschen Menschen...
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