Welche Themen und Motive sind in Kim de l'Horizons literarischem Werk vorherrschend und wie hat er diese Themen und Motive in seinen Büchern behandelt? Kim de l'Horizon sieht sich als non-binäre Person, also weder als Mann noch als Frau. Das Thema ist auch in seinen Werken dominierend. So ist die zentrale Figur im
Roman «Blutbuch» non-binär. Dem Autor zufolge sei diese Person zum Teil
autobiografisch, zum Teil fiktional angelegt. Zu den weiteren zentralen Motiven in Kim de l'Horizons Buch gehört das Thema Empathie – auch gegenüber Tieren und Pflanzen, wie sich am Beispiel der Blutbuche im «Blutbuch» zeigt.
Was ist typisch für Kim de l'Horizons Schreibstil? In Kim de l'Horizons Büchern, vor allem im «Blutbuch», werden viele verschiedenen Stile gemixt, vom Berndeutsch über die wissenschaftliche Sprache bis hin zu einem urbanen, modernen Slang. De l'Horizon selbst beschreibt Sprache als «Hexerei», als ein Spiel mit Worten, das Verbindungen herstellt – auch in der queerfeministischen Szene. Der bunte Stilmix spiegelt nicht zuletzt die Entstehung des Buches wider. Kim de l'Horizon begann das Werk bereits vor rund zehn Jahren und verwebt darin verschiedene Lebenszeiten und Handlungsstränge.
Wie hat das Werk von Kim de l'Horizon auf die Literaturszene und -kritik gewirkt und welche Reaktionen hat es ausgelöst? Auszeichnungen wie der Deutsche sowie der Schweizer Buchpreis zeigen, dass Kim de l'Horizons Bücher in der Literaturwelt für Aufsehen sorgten – und das im überwiegend positiven Sinn. Die deutsche Wochenzeitung «Die Zeit» definiert «Blutbuch» als komplexen, kunstvollen Roman, der gleichwohl seine Schwächen hat, etwa in Form allzu pathetischer Metaphern. Der Berliner «Tagesspiegel» bezeichnet die Beschreibung der Rolle der Hauptfigur Kim als «schmerzhaft intim». Hervorgehoben wird auch, dass sich die Bücher von de l'Horizon nicht allein auf das Gender-Thema reduzieren lassen. So lobt die Kritik unter anderem die
Naturbetrachtungen im «Blutbuch».