

Beschreibung
Helsin ist klein und biegsam wie ein Grashüpfer und immer gut gelaunt. Bisher hatte sie nur ein winziges Problem: Manchmal, wenn ihr etwas nicht passt, bekommt sie einen Wutausbruch wie ein Rumpelstilzchen - einen »Spinner«. Wie an dem Tag, als Louis neu in di...Helsin ist klein und biegsam wie ein Grashüpfer und immer gut gelaunt. Bisher hatte sie nur ein winziges Problem: Manchmal, wenn ihr etwas nicht passt, bekommt sie einen Wutausbruch wie ein Rumpelstilzchen - einen »Spinner«. Wie an dem Tag, als Louis neu in die Zwergen-Klasse kommt und dieses »Helsin, Apelsin, Apfelsine« murmelt. Und dann klaut Helsin einfach seinen Fidschileguan, was für sie zu einem dicken Problem wird. Wie soll sie da nur wieder rauskommen? Dass Louis immer netter wird, ist dabei nicht die letzte Überraschung.
Stefanie Höfler, geboren 1978, studierte Germanistik, Anglistik und Skandinavistik in Freiburg und Dundee/Schottland. Sie ist Lehrerin und Theaterpädagogin und lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Von ihr erschienen bei Beltz & Gelberg die Romane »Mein Sommer mit Mucks«, »Tanz der Tiefseequalle« und zuletzt »Der große schwarze Vogel«, die alle drei für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurden.
Vorwort
Der neue Roman für Kinder von Stefanie Höfler!
Autorentext
Stefanie Höfler, geboren 1978, studierte Germanistik, Anglistik und Skandinavistik in Freiburg und Dundee/Schottland. Sie ist Lehrerin und Theaterpädagogin und lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Bei Beltz & Gelberg erschienen von ihr bisher die Romane »Mein Sommer mit Mucks«, »Tanz der Tiefseequalle« und »Der große schwarze Vogel«, die alle drei für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurden, sowie das Kinderbuch »Helsin Apelsin«(Illustrationen von Anke Kuhl). Zusammen mit der Illustratorin Claudia Weikert entstanden die Bilderbücher »Waldtage« und »Die Eroberung der Villa Herbstgold«.Anke Kuhl, geboren 1970, studierte freie Bildende Kunst in Mainz und Visuelle Kommunikation in Offenbach und lebt mit ihrer Familie als freie Illustratorin in Frankfurt/Main. Sie arbeitet in der Ateliergemeinschaft LABOR, die bei Beltz & Gelberg die Kinder Künstler Bücher veröffentlichen. Anke Kuhl illustrierte schon viele Bilder- und Kinderbücher. Für ihr Bilderbuch (mit Alexandra Maxeiner) Alles Familie erhielt sie den Deutschen Jugendliteraturpreis. Bei Beltz & Gelberg illustrierte sie die Geschichten in der Anthologien (hrsg. von Barbara Gelberg) »Von Kindern, Katzen und Keksen« und (zusammen mit Philip Waechter) »Einmal, als der Bär ans Meer kam« sowie das Kinderbuch »Die leise Luise« von Renus Berbig.
Leseprobe
»Brauchst du vielleicht auch ein Taschentuch?«, flüsterte Tom zu Helsin und schielte zur Blutpfütze auf Helsins Tischseite. Wie immer hatte er alles genau beobachtet.
Helsins Bauch wurde in einer Sekunde so warm, als hätte sie gerade eine große Tasse Kakao getrunken. Tom war der allerbeste beste Freund, den man haben konnte. Für diesen Louis hatte Tom kein Taschentuch gehabt. Aber für sie. Sie wischte das Nasenblut von der Tischplatte, dann trug sie das Taschentuch mit spitzen Fingern zum Papierkorb.
Auf dem Rückweg kam sie an Alper und Louis vorbei. Beide schauten sie an. Alper grinste, Louis nicht. Gewitterwolkendunkelblau waren seine Augen jetzt. Helsin verstand genau, was sie sagten: »Niemals werde ich dir die Hand geben!« Schnell guckte Helsin weg, raus zu den Kirschzweigen.
Und dann war erstmal Ruhe, ziemlich genau zwei Minuten lang. Die Frühlingssonne schien ins Klassenzimmer und brachte die dreizehn Riesen so zum Leuchten, dass sie beinahe lebendig aussahen. Zwölf Zwerge saßen gemütlich an ihren Tischen und ließen die Beine von ihren Stühlen baumeln oder verknoteten sie unterm Tisch, je nach Beinlänge.
Nur zwei Zwerge saßen ungemütlich.
Der Neue saß ungemütlich, weil er immer noch mit dem karierten Lehrerinnentaschentuch an seiner Nase rumfummelte. Wahrscheinlich wollte er unbedingt, dass ihm alle dabei zuschauten, wie er sich seine Nase tupfte wie so ein Prinz auf der Erbse.
Und Helsin, die saß auch ungemütlich. Weil ihre Beine vor Ärger über diesen Erbsenprinzen weiter zuckten. Deshalb rutschte sie mit dem Po jetzt ganz nach vorne auf die Stuhlkante, damit ihre Füße fest auf dem Boden standen, und fing mit der Wochenaufgabe für Mathe an. Krakelig schrieb sie: 3 mal 6 gleich 18. Dabei brach ihr Bleistift ab und die Acht sah aus wie ein betrunkener Hase ohne Ohren.
Die erste Stunde wurde wegen Helsin immer still angefangen. Frau Coroni hatte nämlich rausgefunden, dass Helsin bei diesem »stillen Anfang« am wenigsten Grund für einen Spinner hatte und danach vielleicht auch den Rest des Tages ohne Spinner überstehen würde. Und das war für alle gut. Dann wurde nämlich keinem der Füller vom Tisch gefegt, das Heft zerfetzt oder die Brille aus dem Fenster geworfen.
Der Neue schrieb allerdings nicht, sondern guckte Löcher in die Luft, weil ihm bisher keiner den stillen Anfang erklärt hatte. Als Frau Coroni das endlich bemerkte, holte sie aus ihrer riesigen grünen Tasche ein nagelneues Matheübungsheft heraus. Und während sie sich mit dem Prinzen über das Übungsheft beugte, wurde es drum herum weniger leise. Radiergummis rubbelten über Papier, Stuhlbeine quietschten über den Boden.
Ja, und dann hörte Helsin es. »Apelsin«, hörte sie es nämlich wispern, von hinten und von vorne und von rechts. Immer genau von da, wo sie grade nicht hinguckte. »Helsin, Apelsin, Apfelsine«, hörte sie und dazu leises Kichern.
Helsins Ohren wussten gar nicht, in welche Richtung sie sich spitzen sollten. Und schräg vor ihr glotzte der Neue zu ihr nach hinten und grinste schon wieder sein winziges Grinsen. Ein absolut blödes Erbsenprinz-Grinsen!
Stattdessen hätte er ihr lieber mal die Hand gegeben, damit sie sich vollständig beruhigte. Aber keiner hatte ihm gesagt, dass er das unbedingt musste, kein Einziger! Und jetzt flüsterten sie auch noch alle. Helsin schnaubte, bevor sie schon wieder aufsprang und ihr Stuhl so heftig am hinteren Tisch anstieß, dass Finns komplette Buntstiftsammlung auf den Boden kullerte.
Zehn Mal machte es pling, immer, wenn ein Stift auf dem Boden aufkam, und mittenrein brüllte Helsin mit der Stimme eines ausgewachsenen Löwen, der soeben zum Angriff übergeht: »Ich bin keine Apfelsine!« Ihre Fäuste knallte sie dabei so heftig auf den Tisch, dass die abgebroch
