

Beschreibung
Hanni und Nanni war gestern: Ein Internat für starke Mädchen! Die Schülerinnen des Internat 'Matilda Imperatrix' sind alle sehr besonders: Flo reitet wie der Teufel und ist eine fantastische Schwertkämpferin. Pina hingegen, eher besonnen, kann Tierfä...Hanni und Nanni war gestern: Ein Internat für starke Mädchen! Die Schülerinnen des Internat 'Matilda Imperatrix' sind alle sehr besonders: Flo reitet wie der Teufel und ist eine fantastische Schwertkämpferin. Pina hingegen, eher besonnen, kann Tierfährten lesen und mit dem Bogen schießen. Als die sehr brave Blanca zu ihnen ins Internat kommt, sind die beiden Freundinnen erst einmal skeptisch. Doch dann entpuppt sich Blanca als Piratin, mit deren Hilfe sie Flos kleine Schwester aus den Fängen skrupelloser Entführer befreien können. Beste Unterhaltung: witzig, schnell, spannend!
Nina Weger, 1970 geboren, war nach dem Abitur zunächst eine Saison lang als Seiltänzerin beim Circus Belly beschäftigt, bevor sie eine Journalistenschule besuchte und als Redakteurin und Regieassistentin arbeitete. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern als freie Autorin in Hannover und schreibt unter anderem Drehbücher für bekannte Fernsehserien. Nebenbei leitet sie mit einer Freundin ehrenamtlich den 'Kinderzirkus Giovanni', der mit dem 'Deutschen Kinderpreis' ausgezeichnet wurde.
Nina Dulleck, geboren 1975, zeichnet, seit sie einen Stift halten kann. Sie lebt mit ihrer Familie in Rheinhessen inmitten von Kirschbaumplantagen und Weinbergen.
Autorentext
Nina Weger, 1970 geboren, war nach dem Abitur zunächst eine Saison lang als Seiltänzerin beim Circus Belly beschäftigt, bevor sie eine Journalistenschule besuchte und als Redakteurin und Regieassistentin arbeitete. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern als freie Autorin in Hannover und schreibt unter anderem Drehbücher für bekannte Fernsehserien. Nebenbei leitet sie mit einer Freundin ehrenamtlich den "Kinderzirkus Giovanni", der mit dem "Deutschen Kinderpreis" ausgezeichnet wurde.
Nina Dulleck, geboren 1975, zeichnet, seit sie einen Stift halten kann. Sie lebt mit ihrer Familie in Rheinhessen inmitten von Kirschbaumplantagen und Weinbergen.
Leseprobe
Kapitel Eins
»Wir sind verloren!« Flo tastete verzweifelt die raue Felswand ab. »Die haben uns echt eingesperrt! Diese Schule ist wirklich das alleraller...!«
»Wer den Skorpion reizt, darf über einen Stich nicht klagen«, seufzte Pina und warf ihre langen, schwarzen Zöpfe zurück.
»Verschone mich jetzt bloß mit deinen indianischen Weisheiten«, stöhnte Flo. »Meine Ehre steht auf dem Spiel!«
»Ehre?!« Pina rollte mit den Augen. »Es geht um eine blöde Wette gegen ein paar blöde Jungs.«
»Die ich gewinnen muss! Und darum muss ich hier raus!«
»Du bist schon knallrot im Gesicht.«
»Ich hänge ja auch kopfüber aus einem Fenster«, knurrte Flo. »Schon vergessen?«
»Nein. Denn ich halte dich ja an den Füßen«, Pina beugte sich über den breiten Fenstersims und grinste zu ihrer Freundin hinunter, die mit dem Kopf nach unten hin und her baumelte. »Kann ich dich jetzt wieder hochziehen?«
»Erst wenn ich eine Stelle gefunden habe, wo wir einen Haken einschlagen können, um uns abzuseilen.«
»Okay«, sagte Pina und lehnte sich wieder zurück, als sei es das Normalste der Welt, seine beste Freundin verkehrt herum aus einem Fenster über einem Abgrund hängen zu lassen. Aber Flo und Pina waren nun mal keine normalen Freundinnen. Und sie besuchten auch keine normale Schule. Flo und Pina waren Schülerinnen des Matilda-Imperatrix, dem Internat für besondere Mädchen. Nur wer ein außergewöhnliches Talent besaß, mit dem er eines Tages die Welt verbessern konnte, wurde für diese geheime Schule ausgewählt.
Pina, zu deren Vorfahren der berühmte Indianer Sequoyah vom Stamm der Cherokee zählte, war eine begabte Naturforscherin. Sie erkannte jede Spur und besaß den messerscharfen Blick eines Adlers. Flo, Spross einer alten Ritterfamilie, war eine phantastische Planerin: Ob Verkehrsumleitungen oder Rettungspläne - sie hatte sofort eine Idee, wie man am klügsten vorging. Dank ihres Talents waren nach einem Erdbeben schon zehn verschüttete Kinder geborgen worden.
Doch nicht nur die Schülerinnen, auch die Schule selbst war in jeder Hinsicht besonders. Und darum auch besonders streng: Nur einmal pro Woche durften die Mädchen unter Aufsicht das Gelände verlassen, und näherer Kontakt zur Bevölkerung war absolut untersagt.
»Ich halte mich doch nicht an so blödsinnige Regeln, nur weil die tausend Jahre alt sind!«, fluchte Flo, während sie weiter die alte Mauer aus Felssteinen absuchte. »Wir gehen ja auch nicht mehr auf Plumpsklos! Oder benutzen Schnürsenkel aus Schafsdarm!«
»Würdest du lieber auf eine andere Schule gehen?«, rief Pina nach unten.
»Niemals!«, rief Flo. »Aber nur weil dies hier die beste Schule der Welt ist, muss ich trotzdem nicht alles toll finden!«
Ihre letzten Worte verloren sich in einem tiefen Gongschlag, der aus dem Flur hallte. Es war der Ruf zur großen Begrüßungszeremonie des neuen Schuljahrs.
»Schluss jetzt!« Pina zog ihre Freundin mit einem kräftigen Ruck zurück ins Zimmer. Unsanft landete Flo auf den knatschenden Dielen der alten, holzgetäfelten Kammer.
»Wir hatten uns geschworen, in diesem Jahr ausnahmsweise mal einen guten Eindruck zu machen. Und dazu gehört auch Pünktlichkeit.« Pina sah ihre Freundin streng an, aber dann musste sie losprusten, denn Flos straßenköterblonde Haare standen noch wilder ab als sonst, und ihr Sweatshirt mit der großen Bauchtasche klebte in einem dicken Wulst unterm Kinn. »Du siehst aus wie eine Klobürste mit Halskrause.«
»Hahaha - ich dachte, Indianerherz kennt keinen Scherz!«, entgegnete Flo und zog unwirsch ihren Pulli herunter. Dann schnappte sie ihren Koffer, warf ihn auf das dritte, freie Himmelbett. Sie schob die Vorhänge beiseite, die so dunkelrot wie überreife Kirschen schimmerten, und wühlte unter den Anziehsachen einen Samtumhang in derselben Farbe hervor. »Das ist eine monstergroße Ungerechtigkeit!«, schimpfte si