

Beschreibung
Norwegens Goldvorräte wurden gestohlen! Das Land steht kurz vor einer Massenpanik. Um das zu verhindern, werden Lise, Bulle und Doktor Proktor umgehend von ihrer königlichen Majestät auf eine strenggeheime und überaus wichtige Mission nach London geschickt. Ba...Norwegens Goldvorräte wurden gestohlen! Das Land steht kurz vor einer Massenpanik. Um das zu verhindern, werden Lise, Bulle und Doktor Proktor umgehend von ihrer königlichen Majestät auf eine strenggeheime und überaus wichtige Mission nach London geschickt. Bald stehen sie nicht nur den fiesesten Räubern, sondern auch der sichersten Bank der Welt gegenüber. Gott sei Dank hat Doktor Proktor neben Sprachpillen, Zielhandschuhen und Holzhackerschuhen auch seinen nagelneuen Frostsaft eingepackt: Alles, worauf man pinkelt, gefriert auf der Stelle zu Eis. Aber wie funktioniert das genau und was hat das mit dem englischen Pokalfinale zu tun? Lest selbst und seid gespannt ...
Jo Nesbø, 1960 geboren, arbeitete viele Jahre lang erfolgreich als Broker, aber am bekanntesten ist er als Sänger der damals populärsten norwegischen Band "Di Derre" und als Schriftsteller für Kriminalromane. Bereits sein Debütroman wurde zum "besten skandinavischen Krimi des Jahres" gekürt. Inzwischen ist Jo Nesbø der erfolgreichste Autor Norwegens und in über 20 Ländern mit seinen Büchern vertreten. "Doktor Proktor" ist seine erste Kinderbuchfigur.
Autorentext
Jo Nesbø, 1960 geboren, arbeitete viele Jahre lang erfolgreich als Broker, aber am bekanntesten ist er als Sänger der damals populärsten norwegischen Band «Di Derre» und als Schriftsteller für Kriminalromane. Bereits sein Debütroman wurde zum «besten skandinavischen Krimi des Jahres» gekürt. Inzwischen ist Jo Nesbø der erfolgreichste Autor Norwegens und in über 20 Ländern mit seinen Büchern vertreten. «Doktor Proktor» ist seine erste Kinderbuchfigur.
Leseprobe
Kapitel 2
Der Secret Garden
übernimmt den Fall
Exakt um acht Uhr morgens machte der Chef der Norwegischen Nationalbank das, was er immer tat, wenn er zur Arbeit kam. Er ging in das tiefste Kellergewölbe Norwegens, vorbei an der Münzprägerei, in der die Kronenmünzen mit dem Bild des Königs geprägt wurden, weiter hinunter an der Druckerei vorbei, in der sie die Geldscheine mit den Porträts der längst verstorbenen norwegischen Berühmtheiten druckten - die meisten mit Bart vorbei am Raucherraum, in dem die Rauchkringel gemacht wurden, und noch weiter hinunter bis zu den Gemächern, in denen die Kunden ihre Bankschließfächer hatten. Dort öffneten er und sein Vizebankchef nacheinander alle drei Stahltüren, bis sie endlich vor dem Gewölbe standen, in dem der Goldvorrat des Landes aufbewahrt wurde.
»Aufschließen!«, kommandierte der Bankchef wie üblich.
»Aber du hast doch den Schlüssel, Tor«, sagte der Vizebankchef wie jeden Tag und gähnte.
»Ach ja, stimmt«, antwortete der Bankchef auch wie immer und schloss auf. Dann betraten sie das Gewölbe.
Exakt um vier Minuten und dreizehn Sekunden nach acht ertönte aus Norwegens tiefstem Kellergewölbe ein verzweifelter Schrei. Und exakt zwei Sekunden später flüsterte der Bankchef seinem Vizebankchef zu: »Kein Wort darüber, zu niemandem, verstanden? Wir dürfen jetzt keine Panik auslösen.«
»Aber... aber nächste Woche Montag ist die Inspektion der Goldvorräte!«, entgegnete der Vizebankchef aufgelöst. »Was wird jetzt aus uns? Was wird aus unserem geliebten Norwegen?«
»Überlass das mir«, sagte der Bankchef Tor.
»Und was willst du tun?«
Bankchef Tor dachte eine ganze Weile nach. »Panik kriegen!«, antwortete er.
Dann schrien beide los.
Es war neun Uhr und der König lag wie üblich in seinem Bett und sah sich im Fernsehen die Sportschau an. Der Reporter rückte seine Brille zurecht und sagte, es gäbe Gerüchte, dass der Besitzer von Chelchester City, Maximov Rublov, noch vor dem Cupfinale seine Finger nach Ibranaldovez ausstrecke, dem derzeit teuersten, besten und verwöhntesten aller Fußballspieler. In Wirklichkeit aber konnte sich Rublov das gar nicht leisten. Er war zwar der reichste Mann der Welt - neben Finnland und Neuseeland besaß er achtzehn Fabriken mit dicken Rauchschwaden und dünnen Kinderarbeitern, vierundzwanzig Politiker, das Stadion von Chelchester, vier Sänftenträger und ein gestohlenes Fahrrad mit vierundzwanzig Gängen -, aber all das nützte ihm gar nichts, wussten doch alle, dass niemand so viel Geld besaß, um sich Ibranaldovez leisten zu können. Die Letzten, die das versucht hatten, haben 1900 Millionen Pfund geboten, plus Tadschikistan, drei Flugzeugträger, ein frisch gewaschenes Hochhaus und zwei gebrauchte Propellermaschinen. Als sie eine Absage bekamen, legten sie noch die Dominikanische Republik, die Rathausstraße, drei fette Reiseschecks und die Insel von Königin Maud drauf - ohne Königin Maud überhaupt gefragt zu haben. Die Antwort war trotzdem ein rüdes »Nein!«.
»Eure Hoheit«, sagte der Diener, der in der Türöffnung stand. »Der Chef der Norwegischen Nationalbank ist hier, er bittet um...«
»Schick ihn rein«, sagte der König, ohne den Blick vom Fernseher abzuwenden.
Der Bankchef stürmte herein. »Es ist so schrecklich!«
»Ja«, sagte der König. »Das viele Geld.«
Der Bankchef starrte den König überrascht an. »Dann habt Ihr es schon gehört?«
»Ja, natürlich, es kam gerade im Fernsehen. Dabei braucht Rublov Ibranaldovez doch eigentlich gar nicht zu kaufen, um Rotten Ham zu schlagen, diese bitterarme Mannschaft aus der vierten Division.«
»Ähm, also, ich rede eigentlich von dem Diebstahl.«
»Welchem Diebstahl?«
»Heute Nacht wurden unsere gesamten Goldvorräte gestohlen!«
»Was sagst du da, Tor? Unsere gesamten... Na ja, eigentlich war ja nur noch ein Barren da. Haben wir ei