

Beschreibung
Zwölf Menschen begegnen sich, während ihr Leben in Turbulenzen gerät. Auf dem unruhigen Flug nach Madrid kommt eine Frau, die ihren krebskranken Sohn in London besucht hat, mit ihrem Sitznachbarn ins Gespräch. Der Geschäftsmann aus dem Senegal weiß noch nicht,...Zwölf Menschen begegnen sich, während ihr Leben in Turbulenzen gerät. Auf dem unruhigen Flug nach Madrid kommt eine Frau, die ihren krebskranken Sohn in London besucht hat, mit ihrem Sitznachbarn ins Gespräch. Der Geschäftsmann aus dem Senegal weiß noch nicht, dass ihn in Dakar die Nachricht eines tragischen Unfalls erwartet, bei dem ein Frachtpilot Zeuge wurde. In diesem höchst spannenden Roman berührt jedes Leben das nächste, ob es der indische Golfer ist, der seinen senilen Vater bestiehlt, oder die Tochter einer ausgewanderten Deutschen, die einen syrischen Flüchtling heiraten will. Mit magischer Schwerelosigkeit nimmt uns der international gefeierte Autor David Szalay mit auf eine Reise rund um die Welt.
David Szalay, 1974 in Montreal, Kanada, geboren, wuchs in London auf. Er studierte an der Universität Oxford. Mit Was ein Mann ist, seinem vierten Roman, der 2018 bei Hanser erschienen ist, kam er 2016 auf die Shortlist des Man-Booker-Preises. 2020 erscheint sein neuer Roman Turbulenzen im Hanser Verlag.
Ein Roman wie ein Dominospiel: Jedes Leben berührt ein anderes. Zwölf Menschen begegnen sich, während ihr Leben in Turbulenzen gerät. Auf dem unruhigen Flug nach Madrid kommt eine Frau, die ihren krebskranken Sohn in London besucht hat, mit ihrem Sitznachbarn ins Gespräch. Der Geschäftsmann aus dem Senegal weiß noch nicht, dass ihn in Dakar die Nachricht eines tragischen Unfalls erwartet, bei dem ein Frachtpilot Zeuge wurde. In diesem höchst spannenden Roman berührt jedes Leben das nächste, ob es der indische Golfer ist, der seinen senilen Vater bestiehlt, oder die Tochter einer ausgewanderten Deutschen, die einen syrischen Flüchtling heiraten will. Mit magischer Schwerelosigkeit nimmt uns der international gefeierte Autor David Szalay mit auf eine Reise rund um die Welt.
Autorentext
David Szalay, 1974 in Montreal, Kanada, geboren, wuchs in London auf. Er studierte an der Universität Oxford. Mit Was ein Mann ist, seinem vierten Roman, der 2018 bei Hanser erschienen ist, kam er 2016 auf die Shortlist des Man-Booker-Preises. 2020 erschien bei Hanser sein neuer Roman Turbulenzen.
Klappentext
Ein Roman wie ein Dominospiel: Jedes Leben berührt ein anderes.
Zwölf Menschen begegnen sich, während ihr Leben in Turbulenzen gerät. Auf dem unruhigen Flug nach Madrid kommt eine Frau, die ihren krebskranken Sohn in London besucht hat, mit ihrem Sitznachbarn ins Gespräch. Der Geschäftsmann aus dem Senegal weiß noch nicht, dass ihn in Dakar die Nachricht eines tragischen Unfalls erwartet, bei dem ein Frachtpilot Zeuge wurde. In diesem höchst spannenden Roman berührt jedes Leben das nächste, ob es der indische Golfer ist, der seinen senilen Vater bestiehlt, oder die Tochter einer ausgewanderten Deutschen, die einen syrischen Flüchtling heiraten will. Mit magischer Schwerelosigkeit nimmt uns der international gefeierte Autor David Szalay mit auf eine Reise rund um die Welt.
Leseprobe
Auf der Heimfahrt vom Krankenhaus wollte sie wissen, ob sie noch bleiben solle. "Nein, ich schaffe das", sagte er.
Am späteren Nachmittag fragte sie ein zweites Mal. "Ich schaffe das", sagte er. "Du kehrst besser heim. Ich schaue mal nach Flügen."
"Ganz sicher, Jamie?"
"Ja, ganz sicher. Ich schaue nach Flügen", wiederholte er und hatte den Laptop schon aufgeklappt.
Sie stand am Fenster und sah bedrückt auf die Straße. Der Anblick der villenartigen Doppelhäuser Notting Hills und der geduckten kahlen Bäume war ihr inzwischen vertraut. Sie wohnte seit über einem Monat in der Wohnung ihres Sohnes, der währenddessen im Krankenhaus gelegen hatte. Im Januar war Prostatakrebs bei ihm diagnostiziert worden - deshalb die wochenlange Bestrahlungstherapie im St Mary's. Der Arzt hatte gesagt, man werde nun einen Monat warten und dann CT s machen, um nachzuprüfen, ob die Behandlung erfolgreich gewesen sei.
"Morgen Nachmittag gegen fünf geht einer", sagte er. "Iberia. Von Gatwick nach Barajas. Passt das?"
Insgeheim hatte sie erwogen, mit Zug und Fähre zu reisen. Sie ermahnte sich selbst, nicht albern zu sein. Sie wusste, dass ihre Flugangst albern war. Die Statistiken waren eindeutig. "Ja", sagte sie. "Das passt mir."
Sie drehte sich wieder zum Wohnzimmer um. Jamie saß auf dem Sofa, seitwärts über den Laptop gebeugt, und tippte. Er war mit Anfang zwanzig hier eingezogen, hatte sein ganzes Erwachsenendasein in dieser Wohnung verbracht. Sein Widerwille gegen eine Veränderung kam ihr fast neurotisch vor. Unfassbar, dass er jetzt in seinen Fünfzigern war. Wenn sie an ihn dachte, hatte sie ihn jung vor Augen.
"Okay", sagte er, indem er den Laptop zuklappte, "das ist erledigt", und ihr kam der Gedanke, wie einfach das heutzutage war - ein Flugticket kaufen, reisen.
Er bestand darauf, sie zum Flughafen zu begleiten. Sie nahmen den Gatwick Express, sprachen wenig und trennten sich vor der Sicherheitskontrolle. Ihr war untypischerweise zum Heulen. Kurz darauf, sie stand in der mehrfach gewundenen Schlange, drehte sie sich in der Hoffnung um, er wäre noch da. Er war schon weg, und sie hatte die prophetische Ahnung, dass er an der Krankheit stürbe, innerhalb eines Jahres tot wäre. Als sie mit der Plastikwanne kämpfte und die Schuhe auszog, zitterte sie immer noch.
Nach der Kontrolle steuerte sie in der Departure Lounge sofort ein Pseudo-Pub an, um eine Bloody Mary zu trinken.
Sie trank eine zweite Bloody Mary, und als ihr Flug ausgerufen wurde, ging sie zum Gate, ein weiter Weg, wie sich zeigte. Als sie eintraf, standen dort schon viele Menschen - mehr als in das Flugzeug passten, wie sie dachte. Vielleicht würde man Passagiere suchen, die freiwillig zurückblieben. Aber das geschah nicht. Sie hatte einen Fensterplatz. Sie blickte auf den grauen, im Abendsonnenschein liegenden Asphalt. Das Flugzeug setzte sich in Bewegung.
Dann blieb es stehen.
Es schien in einer Schlange zu stehen - das gedämpfte Dröhnen der Jets ertönte in regelmäßigem Takt an einem Ort, der ihrem Blick entzogen war.
Die Monotonie des Ganzen hatte sie fast betäubt, als der Pilot zu hören war, er murmelte: "Prepare for take-off."
Trotz des Wodkas wurde sie von einer Angst erfasst, die sich, ähnlich wie der Motorenlärm, in mehreren klar voneinander geschiedenen Phasen steigerte - zuerst die eine Art von Lärm und dann, als sie in den Sitz gepresst wurde und die Welt am Fenster vorbeizog, eine andere. An diesem Punkt bezweifelte sie immer, dass das Flugzeug tatsächlich abhöbe. Sie ertappte sich stets bei dem Gedanken: Das müsste doch längst passiert sein; irgendwas ist schiefgelaufen. Sie war also jedes Mal erstaunt, erlebte jedes Mal eine tiefe Überraschung, wenn sich die Nase des Flugzeugs hob, wenn es sich vom Erdboden löste - obwohl sie eher das Gefühl hatte, dass der Erdbode
