

Beschreibung
Innerverbandliche Korruption bei der Vergabe sportlicher Großereignisse ist regelmäßig Gegenstand sportrechtlicher und wirtschaftsstrafrechtlicher Kritik. Internationale Sportverbände als Veranstalter entscheiden bei einer Vergabe nicht allein über den Stando...Innerverbandliche Korruption bei der Vergabe sportlicher Großereignisse ist regelmäßig Gegenstand sportrechtlicher und wirtschaftsstrafrechtlicher Kritik. Internationale Sportverbände als Veranstalter entscheiden bei einer Vergabe nicht allein über den Standort, sondern setzen mittels Austragungsbedingungen gezielt wirtschaftliche Interessen um.
In regelmäßigen Abständen stimmen Delegierte von internationalen Sportverbänden über die Vergabe von sportlichen Großereignissen ab. Mit einer solchen Vergabe treffen Sportverbände keine bloße Standortentscheidung, sondern setzen im Rahmen ihrer Wettkampforganisation mittels Austragungsbedingungen gezielt wirtschaftliche Interessen um. Dank ihrer Veranstalterposition und der daraus resultierenden rechtlichen Gestaltungsmacht können Sportverbände die wirtschaftlichen Bedingungen für eine Vergabe festlegen und sich exklusive Vermarktungsrechte sichern. Die bestmögliche Umsetzung der wirtschaftlichen Ziele ist für den veranstaltenden Sportverband ebenso bedeutsam wie die Qualität der angebotenen Leistungen. Dies macht Vergabeentscheidungen besonders anfällig für Korruption. Die Autorin zeigt in dieser Doktorarbeit auf, dass eine Vergabeentscheidung, die sich nicht allein nach Geeignetheit und Qualität der angebotenen Leistungen richtet, den leistungsbezogenen und lauteren Wettbewerb stört und befasst sich mit der Frage: Ist eine von Korruption beeinflusste Stimmabgabe bei einer Vergabeentscheidung über sportliche Großereignisse nach §299StGB strafbar?
Autorentext
Ricarda Kleine studierte Rechtswissenschaft an der Ludwigs-Maximilians-Universität in München und an der Université de Lausanne. Im Anschluss an die Erste Juristische Staatsprüfung absolvierte sie an der Universität Stellenbosch (Südafrika) ein LL.M.-Studium. Nach Abschluss der Zweiten Juristischen Staatsprüfung begann die Autorin ihre Promotion bei Prof. Dr. Dr. h.c. Kubiciel. Sie arbeitete promotionsbegleitend als Rechtsanwältin in einer Münchner Kanzlei für gewerblichen Rechtsschutz.
Inhalt
nhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
EINLEITUNG
Gegenstand der Untersuchung
Begriffliche Klärungen
I. Sport
II. Spitzensport und Profisport
III. Vereine und Verbände
IV. Sportliche Großveranstaltung
V. Veranstalter und Ausrichter
Korruption
I. Korruption als Missbrauch von Machtbefugnissen
II. Bestechung im privaten Sektor: Entwicklungslinien
III. Gründe für eine Kriminalisierung von Korruption im privaten Sektor
IV. Entwicklung der Korruption im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen
Gang der Untersuchung
Teil I. Vergabe
Organisationsstrukturen - Verbandsorganisation im Profisport
I. Wettbewerbsorganisation im Verband
II. Der Fachverband in der Verbandspyramide
III. "Ein-Platz-Prinzip" und Monopolstellung
Verfahrenssystem "Vergabe"
I. Wahl des Systems
II. Faktisch kartellähnliche Stellung der Verbände
Vermarktung und rechtliche Strukturen
I. Kommerzialisierung des Sports
II. Geschäftsmodell FIFA
Effekte für das Austragungsland - Legacy
Teil III. § 299 StGB und seine Anwendbarkeit auf verbandsinterne Korruption bei einer
Vergabe
Grundlagen
I. Historie des § 299 StGB
II. Dogmatik
III. Anwendbarkeit von § 299 StGB auf internationale Sachverhalte bzw.
Strafanwendungsrecht
Wettbewerbsmodell des § 299 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 Nr. 1 StGB
I. Rechtsgutbegriff