

Beschreibung
Autorentext Prof. Dr. Klaus Wahl ist Sozialwissenschaftler mit interdisziplinärem Interesse an der Integration psychologischer, natur- und sozialwissenschaftlicher Untersuchungsergebnisse. Er forscht und lehrt insbesondere zu Aggression und Gewalt bei Familien...Autorentext
Prof. Dr. Klaus Wahl ist Sozialwissenschaftler mit interdisziplinärem Interesse an der Integration psychologischer, natur- und sozialwissenschaftlicher Untersuchungsergebnisse. Er forscht und lehrt insbesondere zu Aggression und Gewalt bei Familien, Kindern und Jugendlichen am Deutschen Jugendinstitut, an der Universität München, der Venice International University in Venedig sowie am Hanse Wissenschaftskolleg in Delmenhorst. Er hat zahlreiche wissenschaftlich und populärwissenschaftlich gestaltete Buchpublikationen veröffentlicht.
Klappentext
1 Erstens sind die Leser einer Zeitschrift kaum reprasentativ fur eine gesamte Bevolkerungsgruppe (hier: Eltern insgesamt), zweitens schreibt nur eine klei ne Minderheit von Lesern auch Leserbriefe und diese Minderheit hat oft sehr unterschiedliche Motive fur das Schreiben; schlieBlich wird in den Briefen un terschiedlich offen und problemanalysierend berichtet. 2 Dennoch sind Kinderschutzzentren noch zu neu, urn ohne Argwohn von Betroffenen aufgesucht zu werden. Ein auslandischer Beobachter des Miinch ner Zentrums schreibt: "Am Anfang eines Kontaktes sind die meisten Klien ten den Kinderschutzmitarbeitern gegeniiber miBtrauisch. Es ist den Eltern unverstandlich, daB eine Organisation zwar abweichendes Verhalten unter sucht, dies aber nicht im Namen des Staates tut: der Staat wird immer noch weit mehr gefiirchtet als in Amerika" (McGehee 1984, S.190). Das macht empirische Erhebungen in solchen Einrichtungen schwierig. 3 Die EDV-Auswertung erfolgte mit dem Programm SPSS. 4 Die ZufriedenheitsmaBe sollten von den Beratern auf einer fiinfstufigen Skala (+2,+ 1,0,-1,-2) eingetragen werden; das Vorkommen korperlicher Ge walt wurde nach den Stufen "ausdriicklich angegeben", "vermutet", "aus driicklich verneint" codiert. Der Rangkorrelationskoeffizient gamma liegt zwischen + 1 (positiver Zusam menhang) und -1 (negativer Zusammenhang) je nach Obereinstimmung oder Nichtiibereinstimmung der Rangreihen der zugrundegelegten Variablen. Dieser Koeffizient wurde gewahlt, da er im verwendeten SPSS-Programm fur die EDV-Auswertung vorgesehen ist. Er tendiert dazu, bei schwachen Zusam menhangen iiberproportional auszufallen. Alternative Rangkorrelationskoef fizienten (z. B. Kendall's tau) des verfiigbaren SPSS-Programms weisen jedoch ebenfalls Nachteile auf (vgl. Schulze 1978).
Inhalt
Modernisierungsfalle, Selbstbewußtsein und Gewalt: Vier Annäherungsversuche an ein komplexes Phänomen.- 1 Exempel I: Zwischen Emanzipationshoffnung, pädagogischer Ambition und familialer Überforderung: Leserbriefe von Müttern, die ihre Kinder schlugen.- 2 Exempel II: Konturen der Modernisierungsfalle: Ratsuchende eines Kinderschutzzentrums berichten.- 3 Exempel III: Lebenserfahrungen, Selbstbewußtsein, Gewalt: Ein Gruppenvergleich.- 1. Gegenstand und Methoden der Vergleichsstudie.- 1.1 Schnittstelle: Von theoretischen Fragen zu Hypothesen für ein empirisches Projekt.- 1.2 Untersuchungsdesign: Rekonstruierte oder reduzierte Komplexität?.- 1.3 Netze und Sonden: Die Erhebungsinstrumente.- 1.4 Gruppenbild: Die Untersuchungspersonen.- 1.5 Tabu und Vertrautheit: Familienkontakte, Feldphase.- 1.6 Hören, Lesen, Rechnen: Die Auswertung.- 2. Untersuchungsergebnisse.- 2.1 Profile im Vergleich: Klienten des Kinderschutzes versus Kontrollgruppe.- Hoffnungen, Werte und ihre Verwirklichung.- Lebensgeschichte: Ressourcen und gesellschaftliche Erfahrungen.- Selbstbild und Umweltbezug.- Gewalt in der Familie.- 2.2 Fallstudien: Versuche der Lebensbewältigung.- Frau L. oder die gesellschaftliche Verhinderung von Selbstbewußtsein.- Herr J. oder gesellschaftliches Abseits und negierte Menschenwürde.- Frau F. oder der Hypothese anderer Teil: Selbstbehauptung im sozial benachteiligten Milieu.- Frau A. oder die Falsifikation der Hypothese? Provoziertes Selbstbewußtsein und Schläge aus Liebe.- 2.3 Analysen von Zusammenhängen: Erfahrung von Modernisierungskonflikten, Selbstbewußtsein und Gewalt.- Das Modell: Variablen und Korrelationen.- Modernes Leben: Versprechen und Einlösung.- Gesellschaftliche Produktion von Selbstbewußtsein.- Enttäuschte Hoffnung: Das Individuum in der Modernisierungsfalle.- Das Subjekt schlägt zurück: Beschädigtes Selbstbewußtsein und Gewalt.- Erklärungsmuster: Alternative Theorien zu familialer Gewalt.- Gewichtungen: Zur Relevanz der Variablen.- 4 Exempel IV: Lebensqualität, Selbstbild, Gewalt in Familien: Eine Repräsentativerhebung.- 1. Methodisches.- 2. Ergebnisse: Zusammenhänge und Erklärungen.- 5 Die Opfer der Modernisierungsfalle: Gefährdetes Selbstbewußtsein und Gewalt.- Anmerkungen.
