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Fragmentierte Antike

  • Fester Einband
  • 256 Seiten
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Die Antike in dem Text zu suchen, der gemeinhin als das Gründungszeugnis der ästhetischen Moderne gilt, scheint abwegig. Die Bildw... Weiterlesen
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Beschreibung

Die Antike in dem Text zu suchen, der gemeinhin als das Gründungszeugnis der ästhetischen Moderne gilt, scheint abwegig. Die Bildwelt der Fleurs du mal , das sind, so meint man, die Straßenschluchten von Paris und die in ihnen umherirrenden modernen Heroen, die beklemmenden Innenräume des Spleens und die grausame Sinnlichkeit der Schönen. Und doch hat auch die Antike dort ihren Platz. Als kleinste Fragmentsplitter sind Referenzen auf antike Text- und Bildwelten in die einzelnen Gedichte gestreut. Der fragmentarische Charakter dieser Referenzen könnte leicht als modernes Desinteresse an der Antike mißdeutet werden. Die Lektüren ausgewählter Gedichte jedoch zeigen, daß der Fragmentcharakter dem spezifisch Baudelaireschen Modus des Gebrauchs geschuldet ist: Dieser legt in einer absolut modernen Wahrnehmungspraxis jene Elemente der antiken Text- und Bildwelten frei, die nunmehr konstitutiv für die Baudelairesche Moderne werden können. Diese Moderne läßt ihr antikes Geschwister aber nicht in neuem, humanistischem Glanz erstehen, sondern führt es als lebende Tote vor. Auf der Schwelle zur Moderne artikuliert sich noch einmal eine querelle , die weder für die eine noch für die andere Seite die Lanze bricht: Die Baudelairesche Moderne entsteht aus einer als tot-untot gedachten Antike.

Klappentext

Die Antike in ,dem' Text zu suchen, der gemeinhin als das Gründungszeugnis der ästhetischen Moderne gilt, scheint abwegig. Die Bildwelt der ,Fleurs du mal', das sind, so meint man, die Straßenschluchten von Paris und die in ihnen umherirrenden modernen Heroen, die beklemmenden Innenräume des ,Spleens' und die grausame Sinnlichkeit der Schönen. Und doch hat auch die Antike dort ihren Platz. Als kleinste Fragmentsplitter sind Referenzen auf antike Text- und Bildwelten in die einzelnen Gedichte gestreut. Der fragmentarische Charakter dieser Referenzen könnte leicht als modernes Desinteresse an der Antike mißdeutet werden. Die Lektüren ausgewählter Gedichte jedoch zeigen, daß der Fragmentcharakter dem spezifisch Baudelaireschen Modus des "Gebrauchs" geschuldet ist: Dieser legt in einer absolut modernen Wahrnehmungspraxis jene Elemente der antiken Text- und Bildwelten frei, die nunmehr konstitutiv für die Baudelairesche Moderne werden können. Diese Moderne läßt ihr antikes Geschwister aber nicht in neuem, humanistischem Glanz erstehen, sondern führt es als lebende Tote vor. Auf der Schwelle zur Moderne artikuliert sich noch einmal eine ,querelle', die weder für die eine noch für die andere Seite die Lanze bricht: Die Baudelairesche Moderne entsteht aus einer als tot-untot gedachten Antike.

Produktinformationen

Titel: Fragmentierte Antike
Untertitel: Auf den Spuren einer modernen 'chrêsis' in Charles Baudelaires 'Fleurs du mal'
Autor:
EAN: 9783825357603
ISBN: 978-3-8253-5760-3
Format: Fester Einband
Herausgeber: Universitätsvlg. Winter
Genre: Klassische Sprach- und Literaturwissenschaft
Anzahl Seiten: 256
Gewicht: 507g
Größe: H244mm x B164mm x T20mm
Veröffentlichung: 01.08.2010
Jahr: 2010

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