

Beschreibung
Manchmal muss man hinter die Fassade blicken, um den wahren Schatz zu entdecken. Nach Jahren des Suchens hat Bren Ryan in Hope Harbor endlich ein Zuhause gefunden. Als Barista in der »Perfekten Bohne« genießt sie das entspannte Lebensgefühl der idyllischen Küs...Manchmal muss man hinter die Fassade blicken, um den wahren Schatz zu entdecken. Nach Jahren des Suchens hat Bren Ryan in Hope Harbor endlich ein Zuhause gefunden. Als Barista in der »Perfekten Bohne« genießt sie das entspannte Lebensgefühl der idyllischen Küstenstadt. In ihrem Leben fehlt es an nichts außer an Romantik. Doch das ist in Ordnung: Männer sind eine Komplikation, auf die sie gut verzichten kann. Auch der gewissenhafte Steuerberater Noah Ward ist nicht auf der Suche nach Liebe, als er nach Hope Harbor kommt. Sein Ziel ist klar: Er möchte seinen Vater dazu bewegen, in seine Nähe zu ziehen. Ganz sicher hat er nicht vor, sich in die unkonventionelle, freiheitsliebende Frau zu verlieben, die vorübergehend im Wochenendhaus seines Vaters wohnt. Doch als Noah sich von Bren dafür gewinnen lässt, gemeinsam einem Teenager in Not zu helfen, erkennen beide, dass im jeweils anderen weit mehr steckt, als der erste Blick vermuten ließ
Autorentext
Irene Hannon studierte Psychologie und Journalistik. Sie kündigte ihren Job bei einem Weltunternehmen, um sich dem Schreiben zu widmen. In ihrer Freizeit spielt sie in Gemeindemusicals mit und unternimmt Reisen. Die Bestsellerautorin lebt mit ihrem Mann in Missouri. www.irenehannon.com Instagram: irenehannonauthor Facebook: Irene Hannon
Leseprobe
Brannte hier etwas? Bren Ryan blickte von der Gebrauchsanweisung für das Haarfärbemittel auf und schaute stirnrunzelnd in den Badezimmerspiegel. Prüfend sog sie die Luft ein. Ein beißender Geruch stieg ihr in die Nase. Entschlossen stellte sie das Haarfärbemittel aufs Waschbecken und folgte ihrer Nase. Als der Himmel draußen von einem weiteren grellen Blitz erhellt wurde, dem ein ohrenbetäubender Donner folgte, zuckte sie leicht zusammen. Das war definitiv ein dramatischer Auftakt zu ihrem dreißigsten Geburtstag. Je näher sie der Küche kam, umso stärker wurde der beißende Geruch. Sie blieb an der Türschwelle stehen und ließ ihren Blick prüfend durch den Raum wandern. Alles sah ganz normal aus. Moment! Stieg aus der Steckdose an der Arbeitsplatte Rauch auf? Mit rasendem Puls eilte sie zu der Stelle und schaute sich das Ganze aus der Nähe an. Die dünnen spiralförmigen Fäden, die aus der Steckdose kamen, waren tatsächlich Rauch. Das bedeutete, dass in der Wand etwas brannte oder dass die Kabeldrähte oder die Isolierung schwelten und jeden Augenblick richtig zu brennen anfangen könnten, wenn sie nicht schnell reagierte. Eilig griff sie zum Telefon und wählte den Notruf. Nach einer knappen Begrüßung fragte der Mitarbeiter der Leitstelle sie nach allen wichtigen Daten und gab ihr Anweisung, wie sie sich verhalten sollte. »Die Feuerwehr ist verständigt. Verlassen Sie das Haus und warten Sie an einem sicheren Ort, bis sie eintrifft.« Bren warf einen Blick durchs Fenster, wo der Regen auf ihren alten Kia niederprasselte und die Morgendämmerung den neuen Tag ankündigte. »Ich könnte in meinem Auto warten.« »Ich bleibe in der Leitung, bis Sie in Sicherheit sind.« »Danke.« Bren steckte sich das Telefon in die Tasche, entriegelte mit der Fernbedienung ihr Auto, schlüpfte in ihren leuchtend gelben Regenmantel und lief zu ihrem Auto. Als sie sich auf den Fahrersitz geschoben hatte, hielt sie sich das Telefon wieder ans Ohr. »Ich bin im Auto.« »Bleiben Sie dort, bis die Feuerwehr eintrifft.« »Alles klar.« Die Verbindung wurde getrennt und Bren schaute nach, wie spät es war. Sechs Uhr zwölf. Sie würde es unmöglich in achtzehn Minuten zur Arbeit in der Perfekten Bohne schaffen. Seit Zach Garrett sie vor drei Jahren als Barista in seinem neuen Café eingestellt hatte, hatte sie keine einzige Schicht verpasst und war noch nie zu spät zum Dienst erschienen. Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Gründlichkeit waren bei ihrer Arbeit sehr wichtig. Seufzend wählte sie Zachs Nummer und spähte durch die Wasserbäche, die an ihrer Windschutzscheibe hinabliefen, auf das kleine Haus, das sie gemietet hatte. Ihr runder Geburtstag begann nicht gerade vielversprechend. Hoffentlich sagte das nichts über das vor ihr liegende Jahr aus. »Guten Morgen, Bren. Was gibt's?« Bei Zachs fröhlicher Begrüßung massierte sie ihre Schläfe und erklärte ihm die Situation. »Aber ich bin so bald wie möglich im Café.« »Zerbrich dir deshalb nicht den Kopf. Ich komme schon klar.« Sein zuvor fröhlicher Tonfall klang jetzt besorgt. »Kann ich irgendetwas für dich tun?« Seine Hilfsbereitschaft tat gut. Zach war zwar ihr Chef, aber er war auch ein Freund. Wie viele andere in der Stadt. Hier hatte sie ein neues Zuhause gefunden. Die Leute hier waren wie ihre Familie, jedenfalls standen sie ihr näher als ihre Verwandten in Kentucky, denen sie vor langer Zeit den Rücken gekehrt hatte. »Danke für das Angebot, aber im Moment liegt alles in den Händen der Feuerwehr. Ich hoffe, es ist nur ein kleines Problem, das schnell behoben werden kann.« Bren beendete das Gespräch und fünf Minuten später tauchte ein Feuerwehrwagen am Ende der Straße auf. Die Sirene wurde immer lauter, bis der Wagen schließlich vor ihrem Haus stehen blieb. Nicht schlecht für ehrenamtliche Feuerwehrleute! Sie setzte die Kapuze ihres Regenmantels auf und öffnete die Autotür, um dem Verantwortlichen die Situation zu schildern. Der Mann, der auf sie zutrat, kam sofort zur Sache. Er stellte ihr gezielt ein paar Fragen, dann ließ er sie stehen und besprach sich mit seinen Männern, die daraufhin mit verschiedenen Werkzeugen ins Haus stürmten. Auch eine Axt hatten sie dabei. Als der Feuerwehrkommandant wieder auftauchte, kündigte seine ernste Miene an, dass er keine guten Nachrichten hatte. Bren stellte sich auf das Schlimmste ein und stieg wieder aus, ohne dieses Mal ihre Kapuze aufzusetzen. Wenigstens hatte der wolkenbruchartige Regen aufgehört und der Sturm schien sich zu legen. »Wie sieht es aus?« »Sie haben einen Kabelbrand in der Wand. Gut, dass Sie so eine empfindliche Nase haben. Die meisten merken einen Kabelbrand erst, wenn schon ein erheblicher Schaden angerichtet wurde.« »Heißt das, dass es nur ein kleineres Problem ist?« Bitte lass es so sein! »Es gibt keinen sichtbaren Schaden, aber wie es hinter den Rigipswänden aussieht, lässt sich schwer sagen. Wenn Sie mir die Kontaktdaten des Eigentümers geben, informiere ich ihn. Die Elektroinstallation und die Rigipsplatten müssen auf jeden Fall erneuert werden.« Mit anderen Worten: Sie würde in den nächsten Wochen auf einer Baustelle wohnen. Da kam Freude auf! Sie gab ihm die Telefonnummer ihres Vermieters und warf einen Blick zum Haus. »Brauchen Sie mich noch? Ich komme ohnehin schon zu spät zur Arbeit.« »Nein. Wir sind hier noch eine ganze Weile beschäftigt.« »Dann fahre ich. Ziehen Sie die Tür einfach zu, wenn Sie hier fertig sind.« »Kein Problem.« Während er wieder an die Arbeit ging, ließ Bren den Motor an, lenkte ihr Auto in Richtung Perfekte Bohne und versuchte, sich auf das Positive zu konzentrieren: Das Haus hatte immerhin nicht wirklich gebrannt. Ihre persönlichen Sachen waren unversehrt geblieben. Sie würde es aushalten, eine Weile mit Staub und Lärm zu leben. Selbst als Baustelle war das Haus wesentlich besser als die meisten Wohnungen, in denen sie in den letzten zwölf Jahren gewohnt hatte. Wenige Minuten später schob sie die Tür zur Perfekten Bohne auf und stellte fest, dass sich vor der Theke eine lange Schlange gebildet hatte. Als Zach sie entdeckte, war seine Miene zuerst überrascht und dann sichtlich erleichtert. »Ich habe nicht damit gerechnet, dich schon so bald zu sehen.« »Ich konnte im Haus nichts mehr machen.« Während sie ihre Schultertasche unter den Tresen schob und sich die Schürze umband, brachte sie ihn kurz auf den neuesten Stand. »Das klingt nicht gut. Und das ausgerechnet an deinem Geburtstag.« Er verzog mitfühlend das Gesicht, während er die Düse der Espressomaschine sauber wischte. »Ich hatte schon schlimmere Geburtstage.« »Im Ernst?« Er warf ihr einen fragenden Blick zu, bevor er dem nächsten Kunden zu dem Espresso ein Stück Cranberry-Nusskuchen auf einen Teller sch…
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