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Frauen in der DDR-Opposition

  • Kartonierter Einband
  • 299 Seiten
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Das Buch untersucht anhand von Interviews und Gruppendiskussionen Beginn, Verlauf und Ende einer sozialen Bewegung. Am Beispiel ei... Weiterlesen
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Beschreibung

Das Buch untersucht anhand von Interviews und Gruppendiskussionen Beginn, Verlauf und Ende einer sozialen Bewegung. Am Beispiel einer Frauenfriedensgruppe der DDR geht das Buch der Frage nach, wie es überhaupt dazu kommt, dass Frauen sich in einer Gruppe zusammenschließen, gemeinsam politisch handeln und sogenannte soziale Bewegungen konstituieren und in anderen Situationen wieder individuelle Wege einschlagen, sich politisch zurückziehen oder nur noch punktuell zusammenfinden. Empirische Basis sind eine Gruppendiskussion sowie lebens-und familiengeschichtliche Interviews, die als hermeneutische Fallrekonstruktionen ausgewertet wurden. Bei der Untersuchung werden Parallelen zur westdeutschen 68er Generation deutlich: Es handelt sich um dieselbe Geburtskohorte, und die politische Aktivität stellt die Bearbeitung eines Generationenkonfliktes zwischen den Frauen und der in den Nationalsozialismus involvierten Elterngeneration dar. Deutlich wird auch die große Bedeutung familialer Gewalt für den Zusammenschluss in einer Frauenfriedensgruppe.

Autorentext
Dr. phil. Ingrid Miethe, ist Professorin für Allgemeine Pädagogik an der Evangelischen Fachhochschule in Darmstadt. Derzeit tätigt sie ein Habilprojekt zu biografischen Verläufen von AbsolventInnen der Arbeiter- und Bauernfakultät Greifswald (1946-61).

Zusammenfassung
Opposition und Widerstand in der DDR sind Themen, die bis heute nicht nur im wissenschaftlichen, sondern auch im politischen Diskurs heftig umstritten sind. Da dieser Themenbereich wie kaum ein anderer politisch hoch sensibel und leicht instrumentalisierbar ist, ist es mir wichtig, in der Einleitung ein paar Worte mehr als sonst in wissenschaftlichen Untersuchungen üblich dar­ über zu verlieren. Als ich mit dieser Untersuchung begann, haben mich die Frauen interes­ siert, die in der DDR-Opposition politisch aktiv waren und den Herbst '89 wesentlich mit initiiert haben. Die Frage, die mich beschäftigte, war die da­ nach, was Frauen dazu bringt, ihre Stimme im Gegensatz zu einer schweigen­ den Bevölkerungsmehrheit zu erheben und Protest und Widerspruch zu arti­ kulieren. Ich war zunächst auf der Suche nach meinen "Heldinnen", nach Frauen, die ich selbst bewunderte und verehrte. Während der Studie wurde mir von den Frauen sehr viel an Unterstützung und Offenheit entgegenge­ bracht. Gleichzeitig wurden meine "Heldinnen" dabei zu konkreten Men­ schen, mit ihren Stärken und Begrenzungen. Hatte ich anfangs nur ihren Mut bewundert, wurde mir während der Untersuchung auch deutlich, wie verzwei­ felt die Frauen manchmal waren und welch hohen persönlichen Preis sie für ihre Überzeugungen gezahlt haben. In dieser Arbeit wird von Mut und Wi­ derstand, von Angst und Verzweiflung, von Möglichkeiten und Grenzen die Rede sein. Indem meine "Heldinnen" zu Menschen wurden, wurde widerstän­ diges Verhalten gleichzeitig menschlicher, alltäglicher und die Frage, warum nicht mehr Menschen den Mut zum Widerspruch gefunden haben, stand mehr als zuvor im Raum.

Inhalt
1. Bisherige Forschungsperspektiven.- 1.1 Forschung über Opposition und Bürgerbewegungen der DDR.- 1.1.1 DDR-Opposition im Kontext Ostmitteleuropas.- 1.1.2 DDR-Opposition im Kontext der vergleichenden Diktaturforschung.- 1.1.3 DDR-Opposition im Kontext (Neuer) Sozialer Bewegungen.- 1.2 DDR-Opposition in geschlechtsspezifischer Perspektive.- 1.3 Bewegungsforschung und politischer Akteur.- 1.3.1 Framingkonzepte.- 1.3.2 Modulationsvorgänge.- 1.3.3 Methodologische Konsequenzen.- 2. Das Forschungsdesign.- 2.1 Methodologische Anlage der Untersuchung.- 2.2 Die Etappen des Forschungsprozesses.- 2.2.1 Die erste Erhebungs- und Auswertungsphase.- 2.2.2 Die Bildung eines theoretischen Samples.- 2.2.3 Die zweite Erhebungs- und Auswertungsphase.- 2.2.4 Generalisierung und Typenbildung.- 3. Kontextbeschreibung und kollektive Handlungsrahmen.- 3.1 Die unabhängige Friedensbewegung der DDR.- 3.1.1 Die Frauenfriedensbewegung der DDR.- 3.1.2 Versuch einer Szenebeschreibung.- 3.2 Kollektive Handlungsrahmen: Auswertung der Gruppendiskussion.- 3.2.1 Der fiktive Generationendialog.- 3.2.2 Das Verständnis der DDR als Diktatur.- 3.2.3 Interaktive Aushandelungsprozesse.- 3.3 Der Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in der DDR.- 3.3.1 Das Faschismusverständnis der DDR-Ideologie.- 3.3.2 Der Nationalsozialismus und die christlichen Kirchen.- 3.4 Fazit: In Frage stellen, um zu reproduzieren.- 4. Die Rekonstruktion von Lebensgeschichten in Einzelfallanalysen.- 4.1 Elke Buchenwald.- Ich hatte immer Lust auf Macht, aber die Liebe hat mich immer verändert..- 4.1.1 Die Datengrundlage.- 4.1.2 Die politische Aktivität im Kontext der Familiengeschichte.- 4.1.3 Die Genese der biographischen Grundstruktur.- 4.1.4 Der Beginn der politischen Aktivität.- 4.1.5 Die Frauengruppe.- 4.1.6 Das Ende der politischen Aktivität.- 4.1.7 Zusammenfassung.- 4.2 Helga Schlesinger.- Für mich ist es mehr eine Geschichte, wie ich so ganz individuell gegen meine Angst angekämpft habe..- 4.2.1 Die Datengrundlage.- 4.2.2 Die Verbindung von politischer Biographie und Familiengeschichte.- 4.2.3 Die Genese der biographischen Grundstruktur.- 4.2.4 Die lange Latenzphase des Beginns der politischen Aktivität.- 4.2.5 Die Frauengruppe.- 4.2.6 Der Herbst '89 und Politik heute.- 4.2.7 Zusammenfassung.- 4.3 Sophie Leon.- Mein Leben ist bestimmt nicht so gewöhnlich verlaufen, wie manche andere Familiengeschichten so laufen..- 4.3.1 Die Datengrundlage.- 4.3.2 Die Verbindung von politischer Biographie und Familiengeschichte.- 4.3.3 Die Genese der biographischen Grundstruktur.- 4.3.4 Der Beginn der politischen Aktivität.- 4.3.5 Die Frauengruppe.- 4.3.6 Die Gegenwartsperspektive und Politik heute.- 4.3.7 Zusammenfassung.- 5. Kontrastiver Vergleich und theoretische Verallgemeinerungen.- 5.1 Typologie.- 5.1.1 Der erste Typus: Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte im NS.- 5.1.2 Der zweite Typus: Politik als Auseinandersetzung mit dem Erleben von Repressionen in der SBZ/DDR.- 5.1.3 Der dritte Typus: Auseinandersetzung mit familialer Gewalt.- 5.1.4 Bedeutung der Typen für die kollektive politische Aktivität.- 5.2 Grenzen und Spielräume des kollektiven Handlungsrahmens.- 5.2.1 Gruppenprozesse vor 1989.- 5.2.2 Der Herbst 89 als kollektiver nichtintendierter Rahmenbruch.- 5.2.3 Politische Aktivität im vereinigten Deutschland als Grenze der Rahmentransformation.- 5.3 Veränderung typologischer Unterschiede.- 5.3.1 Der erste Typus: Wende als Bruch.- 5.3.2 Der zweite Typus: Wende als Transformation.- 5.3.3 Der dritte Typus: Wende als Kontinuität.- 5.3.4 Die Auflösung des Handlungsrahmens.- 5.4 Zusammenfassung.- 5.4.1 Der Gruppentypus: Die 89er als 68er des Ostens.- 5.4.2 Fazit.- 5.4.3 Geltungsbereich und weiterführende Fragestellungen.- Abkürzungen.- Transkriptionszeichen.- Übersichtstabellen.- Bibliographie.

Produktinformationen

Titel: Frauen in der DDR-Opposition
Untertitel: Lebens- und kollektivgeschichtliche Verläufe in einer Frauenfriedensgruppe
Autor:
EAN: 9783810024954
ISBN: 978-3-8100-2495-4
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: VS Verlag für Sozialwissenschaft
Genre: Sozialwissenschaften allgemein
Anzahl Seiten: 299
Gewicht: 434g
Größe: H15mm x B210mm x T150mm
Jahr: 1999
Auflage: 1999

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