Willkommen, schön sind Sie da!
Logo Ex Libris

Konstruktionen von Identität. Identitätsarbeit bei chinesischen Austauschstudentinnen in Deutschland

  • Kartonierter Einband
  • 72 Seiten
(0) Erste Bewertung abgeben
Bewertungen
(0)
(0)
(0)
(0)
(0)
Alle Bewertungen ansehen
Die alles umschreibende Frage "Wer bin ich?" findet in den meisten Hauptwerken zur Identitätsarbeit eine einleitende Pos... Weiterlesen
20%
54.90 CHF 43.90
Print on demand - Exemplar wird für Sie besorgt.

Beschreibung

Die alles umschreibende Frage "Wer bin ich?" findet in den meisten Hauptwerken zur Identitätsarbeit eine einleitende Position, anhand derer aufgezeigt werden soll, dass sich die Identität eines Menschen nicht mit der einfachen Beantwortung dieser Frage definieren lässt. Dies wird deutlich, wenn man überlegt, dass diese Frage wohl die meisten mit der Nennung des eigenen Namens, gefolgt vom Beruf und einer Auflistung von Interessen, sowie vielleicht des sozialen oder familiären Status beantworten würden. Auch die Nationalität trägt zur Beantwortung der Frage bei, wer man ist. Aber genügen diese äußeren Merkmale als Antwort, um die eigene Identität zu beschreiben? Sollte nicht auch beachtet werden, wie eine Person ist und wie sie so geworden ist? Und sollte nicht auch die Frage nach den persönlichen Zielen, also wer man sein möchte, eine Rolle spielen? Es ist anzunehmen, dass die Identitätsarbeit eines Subjektes eher darin besteht, sich selbst zu konstruieren und seine inneren Gefühle, Werte und Einstellungen durch andere zu reflektieren und ständig zu überarbeiten. In dem vorliegenden Buch wird diese These untersucht und anhand von konkreten Alltagsbeispielen veranschaulicht. Dazu wird am Beispiel der Universität Hildesheim untersucht, wie Austauschstudentinnen aus China den deutschen Universitätsalltag erleben, wie sie sich an das Leben in Deutschland anpassen und welche Strategien sie anwenden, um ihre Identitätskonformität aufrecht zu halten und ihre Identitätsziele zu erreichen. Die Forschungsfrage lautet dabei: Wie konstruieren chinesische Austauschstudentinnen in Deutschland ihre Identität?

Klappentext

Die alles umschreibende Frage "Wer bin ich?" findet in den meisten Hauptwerken zur Identitätsarbeit eine einleitende Position, anhand derer aufgezeigt werden soll, dass sich die Identität eines Menschen nicht mit der einfachen Beantwortung dieser Frage definieren lässt. Dies wird deutlich, wenn man überlegt, dass diese Frage wohl die meisten mit der Nennung des eigenen Namens, gefolgt vom Beruf und einer Auflistung von Interessen, sowie vielleicht des sozialen oder familiären Status beantworten würden. Auch die Nationalität trägt zur Beantwortung der Frage bei, wer man ist. Aber genügen diese äußeren Merkmale als Antwort, um die eigene Identität zu beschreiben? Sollte nicht auch beachtet werden, wie eine Person ist und wie sie so geworden ist? Und sollte nicht auch die Frage nach den persönlichen Zielen, also wer man sein möchte, eine Rolle spielen? Es ist anzunehmen, dass die Identitätsarbeit eines Subjektes eher darin besteht, sich selbst zu konstruieren und seine inneren Gefühle, Werte und Einstellungen durch andere zu reflektieren und ständig zu überarbeiten. In dem vorliegenden Buch wird diese These untersucht und anhand von konkreten Alltagsbeispielen veranschaulicht. Dazu wird am Beispiel der Universität Hildesheim untersucht, wie Austauschstudentinnen aus China den deutschen Universitätsalltag erleben, wie sie sich an das Leben in Deutschland anpassen und welche Strategien sie anwenden, um ihre Identitätskonformität aufrecht zu halten und ihre Identitätsziele zu erreichen. Die Forschungsfrage lautet dabei: Wie konstruieren chinesische Austauschstudentinnen in Deutschland ihre Identität?



Leseprobe
Textprobe: Kapitel 2.4 Der Herstellungsprozess von Identität: In den folgenden Kapiteln wird der Herstellungs- und Konstruktionsprozess von Identität vorgestellt und auf der Grundlage, der von Keupp et al. entworfenen Interpretation von Identitätsarbeit erarbeitet. Die Gleichsetzung des Terms Konstruktion als sinnverwandtes Wort für das bewusste und geforderte Zusammensetzten von Dingen (im Sinne von "ein Haus konstruieren"), darf hier nicht als solches erfasst werden. Konstruktion versteht in der Identitätsarbeit den "[...] mentale[n] Akt der Zusammensetzung von Vorstellungen, Kategorien, Konzepten oder ganzen Wirklichkeitsmodellen durch das wahrnehmende Individuum" (Kresic 2006, 27). Es geht also um die Konstruktion eines mentalen Modells, das die Wirklichkeit des Subjekts repräsentiert. Um den Kern des Herstellungsprozesses von Identität zu erfassen, wird zunächst die Identitätsarbeit an sich vorgestellt, da diese auf eine Identitätskonstruktion hinarbeitet. Wesentlicher Bestandteil der Identitätsarbeit sind die Teilidentitäten als "das Ergebnis der Integration selbstbezogener situationeller Erfahrungen [...], in dem die vielen Facetten seines Tuns übersituative Konturen erhalten" (Keupp et al. 2008, 218). Die Identitätskonstruktion stellt sich auf verschiedenen Ebenen dar: die zeitliche Verknüpfung fragt nach der Verbindung von dem, in der Vergangenheit liegenden Erfahrungsschatz mit jenem der Gegenwart. Die zweite Ebene verbindet die verschiedenen lebensweltlichen Verknüpfungen, sprich die der einzelnen Teilidentitäten als Berufstätiger, Student/innen, Musiker, etc. Auf der dritten Ebene steht die inhaltliche Verknüpfung, die Gleichartigkeiten oder Unterschiede von Ereignissen abgleicht und auf zeitlicher Achse miteinander verknüpft (vgl. ebd., 190 f). 2.4.1 Identitätsarbeit: Die Identitätsarbeit ist ein Prozess, der alle Erfahrungen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft unter verschiedenen Identitätsperspektiven reflektiert und zu verschiedenen Teilidentitäten zusammenfasst. Keupp et al. skizzieren drei weitere Merkmale des Reflektionsprozesses, die zu weiteren Konstruktionen der Identitätsarbeit führen (2008, 217). So bildet das Identitätsgefühl einen Aspekt der Identitätskonstruktion, welches durch Erfahrungen und Bewertungen der eigenen Selbstthematisierung geprägt wird. Verfestigen sich diese Erfahrungen in einer konstanten Darstellung, so handelt es sich um die Kernnarration des Subjekts, die den biografischen Schwerpunkt repräsentiert. Diese Konstruktionen ergeben zusammengefasst die individuelle Handlungsfähigkeit, die in explizierten Handlungsaufgaben eine Verbindung zwischen aktuellem Lebensraum und biographischer Narration darstellen (ebd. 217 ff). Weiterhin ist die Identitätsarbeit ein Prozess, der von Spannungen, Widersprüchen und Ambivalenzen geprägt ist und der dazu dient, diese Spannungen in ein für das Individuum erträgliches und lebbares Verhältnis zu bringen. Keupp et al. bezeichnen diesen Verlauf metaphorisch als den "Motor lebenslanger Entwicklung" (2008, 190). Die Autoren beschreiben die Identitätsarbeit als einen Verknüpfungsprozess den eine Person dazu nutzt, die eigenen Erfahrungen zu begreifen. Die in Kapitel 2.3.1 beschriebenen Prozesse unterstützen das Subjekt dabei, sich in seiner Welt zurecht zu finden und die Erfahrungen und Ereignisse auf verschiedenen Ebenen einzuordnen. Der von Erik H. Erikson dargelegte Identitätsbegriff ist zwischen dem Innen und dem Außen, also zwischen dem Subjekt und der Gesellschaft in der es sich befindet, zu verorten (vgl. Kraus 2006, 147). Diese Prämisse findet sich auch bei anderen wieder. Müller (2011) spricht in dem Zusammenhang von einer personalen und einer sozialen Identität und postuliert das Zusammenspiel und das Streben nach Konformität der beiden Identitäten. Diese Komponenten der Identität und ihrer Beziehung zueinander gelten als ein zentrales Merkmal der Identitätsarbeit.

Produktinformationen

Titel: Konstruktionen von Identität. Identitätsarbeit bei chinesischen Austauschstudentinnen in Deutschland
Autor:
EAN: 9783959349451
ISBN: 978-3-95934-945-1
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Diplomica Verlag GmbH
Genre: Politikwissenschaft
Anzahl Seiten: 72
Gewicht: 128g
Größe: H220mm x B155mm x T4mm
Jahr: 2016
Zuletzt angesehen
Verlauf löschen