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ErkenntnisSozialstrukturen der Moderne

  • Kartonierter Einband
  • 264 Seiten
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"Proletarische Theorie" entsteht, anders als sogenannte "objektive Erkenntnis", als subjektiver Vorgang, in de... Weiterlesen
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Beschreibung

"Proletarische Theorie" entsteht, anders als sogenannte "objektive Erkenntnis", als subjektiver Vorgang, in dem der Körper zentrales Erkenntnismedium und die Verbindung von - gemeinsam - gemachten Erfahrungen wesentliches Merkmal von Begriffs- und Theoriebildung ist. Diese lebenspraktische Rationalität ist aber immer auch Ausdruck gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsstrukturen. Die Autorin geht der Frage nach, ob und inwieweit Sozialstrukturen sich in Erkenntnis-Sozialstrukturen niederschlagen. In Frage gestellt wird der universalistische Anspruch "objektiver", wissenschaftlicher Erkenntnis.

Autorentext
Prof. Dr. Hannelore Bublitz, geb. 1947, seit 1995 Professorin für Allgemeine Soziologie, Sozialwissenschaften und Sozialphilosophie an der Universität Paderborn. Arbeitsschwerpunkte: Geschlechtertheorie (insbesondere dekonstruktivistische Theorieansätze und sozialwissenschaftliche Diskursanalyse), Geschlechterforschung, Gesellschaftstheorie.

Klappentext

"Proletarische Theorie" entsteht, anders als sogenannte "objektive Erkenntnis", als subjektiver Vorgang, in dem der Körper zentrales Erkenntnismedium und die Verbindung von - gemeinsam - gemachten Erfahrungen wesentliches Merkmal von Begriffs- und Theoriebildung ist. Diese lebenspraktische Rationalität ist aber immer auch Ausdruck gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsstrukturen. Die Autorin geht der Frage nach, ob und inwieweit Sozialstrukturen sich in Erkenntnis-Sozialstrukturen niederschlagen. In Frage gestellt wird der universalistische Anspruch "objektiver", wissenschaftlicher Erkenntnis.



Inhalt

I Produktions- und Machtstrukturen von Wissen und Erkenntnis.- (1) Gesellschaftliche Erkenntnisstrukturen.- (2) Erkenntnis-Produktionsweisen.- II Vermachtung des Leibes und der gesellschaftlichen Arbeitskräfte. Macht und Disziplinarordnung des Wissens.- (1) Disziplinarordnung der Macht: Synthetische Mikroorganisation von Arbeit, Raum und Zeit.- (a) Praktiken und Diskurse.- (b) Mikroorganisation von Raum und Zeit, von Körperbewegung und Arbeit.- (c) "Rationalisierung, Vernunft und der irrationale Rest".- (2) Arbeit(s)-Zeit-Räume und Denkformen.- (a) Praktische Logik und abstraktes Denken.- (b) Erstarrte Zeit-Räume - Zeit-Räume notwendiger Erfahrungen.- III Soziologische Kritik der "reinen" Erkenntnis und der Zergliederung des Erkenntnisvermögens oder Erkentnis-Sozialstrukturen (I. Kant).- (1) Die "reine" Erkenntnis als Ausdruck gesellschaftlicher Entzweiungen.- (a) Anatomie der autonomen Vernunft.- (b) Vereinzelte Erfahrung und begriffliche Abstraktion: Die Ur-Teilskraft der Individualität und die kollektive "Unfähigkeit zur Abstraktion".- (2) Zergliederung und Hierarchisierung der Erkenntnisvermögen.- (a) Sinnlichkeit und Verstand oder die sittlich-moralische Hebung des "Pöbels" durch das "kommandierende Selbst" der Oberen.- (b) Gegenstand und Erfahrung. Ausgrenzung des empirischen Gegenstands der Wahrnehmung, Erfahrung und Empfindung aus den intellektuellen Grundbestimmungen objektiver Wahrheit (oder I. Kant).- (3) (Klassen-)Sozial-Strukturen der Erkenntnis.- IV Wissenschaftliche Rationalität und lebenspraktische Logik der Arbeiter.- (1) Wie wissenschaftliche Rationalität mit lebendiger Erfahrung und komplexem (Erfahrungs-)Wissen umgeht.- (a) Reduktion der Erfahrung durch den "Methodenzwang" wissenschaftlicher "Gesetzes- und Ordnungskonzepte".- (b) Die Regelmäßigkeiten abstrakter Denkverbindungen sind andere als die von komplexen Erfahrungsprozessen.- (2) Abstraktion der wissenschaftlichen Kategorien von der "inneren Beziehung" zur Klassenlage und der komplexen Struktur des Alltagswissens.- (3) Die Arbeiter kommen nicht umhin: sie werden der wissenschaftlichen Abstraktion unterstellt.- (4) Die "Öffnung" der Theorie "nach unten".- (a) Das Konkret-Allgemeine als begrifflicher Ausgangspunkt.- (b) Alltagstheoretische Eruierung des Alltagslebens von Arbeitern: Fehlen einer traditionsvermittelten Gemeinsamkeit.- V Rationalitätsstrukturen von Arbeitertheorie.- (1) Erkenntnistheoretische Vor-Aus-Setzungen.- (a) Kognition und Erkenntnis.- (b) Sinnlicher Begriff - Sinnliche Abstraktion oder: "Nicht nur der Kopf, sondern der ganze leiblich-seelische Organismus denkt".- (c) Intuitiver Begriff.- (2) Erkenntnisformen der Arbeiter in ihrer Praxis.- (a) Fragmentarische Durchdringung des Formalen.- (b) Klassenbewußtsein: Sinn für den Körper, für Arbeitskraft, für Metaphorik.- (3) Arbeiter als "theoretisierende Subjekte".- (a) Mehrdimensionalität und Verdichtung proletarischer Wirklichkeit - Einheit von Erfahrung und Begriff.- (b) Verdichtung von Erfahrungen - unmittelbare Kommunikation des Wesentlichen.- (c) Symbolische Ordnung - Verdichtung, Abkürzung, Assoziation.- (4) Zusammenfassende Betrachtung: Rationalitätsstrukturen der praktischen Logik der Arbeiter.- Nachwort.- Anmerkungen.- Anmerkungen zur Einleitung.- Anmerkungen zu Teil I.- Anmerkungen zu Teil II.- Anmerkungen zu Teil Ill.- Anmerkungen zu Teil IV.- Anmerkungen zu Teil V.

Produktinformationen

Titel: ErkenntnisSozialstrukturen der Moderne
Untertitel: Theoriebildung als Lernprozeß kollektiver Erfahrungen
Schöpfer:
EAN: 9783531123073
ISBN: 978-3-531-12307-3
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Genre: Sozialwissenschaften allgemein
Anzahl Seiten: 264
Gewicht: 388g
Größe: H229mm x B152mm x T14mm
Jahr: 1992
Auflage: 1992

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