

Beschreibung
Das Buch stellt einen Einblick in die dramatischen Wirkungskontexte der Tätigkeit des Improvisierens und ihrer Verbindung zu Mustern der Lebensgestaltung dar. Wer sich auf eine Improvisation einlässt, begibt sich auf schwankenden Boden, auf eine spielerische G...Das Buch stellt einen Einblick in die dramatischen Wirkungskontexte der Tätigkeit des Improvisierens und ihrer Verbindung zu Mustern der Lebensgestaltung dar.
Wer sich auf eine Improvisation einlässt, begibt sich auf schwankenden Boden, auf eine spielerische Gratwanderung zwischen bekannten Wendungen und neuen Möglichkeiten. Die alte Kunst der musikalischen Improvisation hat in den letzten dreißig Jahren im Spannungsfeld von Jazz und Avantgarde neue Vitalität entwickelt und ist in der Pädagogik und nicht zuletzt in der Musiktherapie zur Wirkung gekommen. Selten wurde bisher untersucht, was Menschen beim Improvisieren erleben, was sie daran reizt, was sie davon haben. Die Psychologie des Improvisierens ist ein Neuland, das mit der vorliegenden Arbeit betreten wird. In eingehenden Gesprächen wurden improvisierende Musiker und Musiktherapeuten nach ihren Erfahrungen befragt. Die entstandenen »Ansichten vom Improvisieren« lassen neben den Besonderheiten der psychischen Improvisations-Verfassung auch Verbindungen zur individuellen Lebensgestaltung der Musiker erkennen. Künstlerisches Handeln wird zu einem besonderen Beispiel für den Alltag. Der Wirkungsraum der Improvisation erweist sich als ein Spielraum zwischen Identität und Verwandlung.
Autorentext
Eckhard Weymann, Prof. Dr. sc. mus., ist Professor für Musiktherapie und Leiter des Instituts für Musiktherapie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Diplom-Musiktherapeut, Diplom-Musiklehrer und Supervisor. Stand: November 2018
Inhalt
Inhalt I Annäherungen an einen flüchtigen Gegenstand: die musikalische Improvisation I.1 Metaphorische Annäherung Sensible Schwebe, Zwischenwelt Lebendiger Zusammenhang, Organismus Allmähliche Verfertigung: Emergenz, Aktualgenese, Geschichten I.2 Begrifflich-historische Annäherungen Improvisation und Musikwissenschaft Musikbegriff Befreiung der Musik(er) oder Rettung des Werks? Vinko Globokar und New Phonic Art Karlheinz Stockhausen: Intuitive Musik Definitionsversuche I.3 Improvisieren und Musiktherapie Einige historische Bezugspunkte Begründungen Einstellungen Im Behandlungszusammenhang II Fragestellung, Theorie und Methode einer Untersuchung zur musikalischen Improvisation II.1 Zur Fragestellung der Untersuchung: Improvisieren als Selbstbehandlung eines Lebenswerks II.2 Qualitative Forschung: das Subjekt im Alltag II.2.1 Grundzüge qualitativen Vorgehens in den Sozialwissenschaften II.2.2 Gütekriterien psychologisch-qualitativer Forschung II.2.3 Das qualitative Interview als methodischer Zugang II.2.4 Das morphologische Tiefeninterview II.3 Darstellung des methodischen Vorgehens: Variationen über ein Thema II.3.1 Datenerhebung Interview-Leitfaden Die GesprächspartnerInnen Die Gesprächssituation II.3.2 Datenaufbereitung: Vom Gespräch zum Text Transkription als Bearbeitungsform II.3.3 Auswertungsgestaltung: Transformationen Von der Transkription zur psycho-literarischen Verdichtung Vereinheitlichende Beschreibung Von der psycho-literarischen Verdichtung zur kommentierenden Analyse - Haupt- und Nebenfiguration Psychologische Rekonstruktion und Ausformungen der Wirkungseinheit Überprüfungen III Zwölf Ansichten vom Improvisieren - eine Interviewstudie III.1 Vereinheitlichende Beschreibung des Improvisierens Suchen, In-Fluss-Kommen Der zugespitzte Moment Sich finden - sich zeigen Wendung zum Ganzen III.2 Methodologisches Beispiel: Marga - Unfertige Geschlossenheit Begegnung Interview Transformation Von der Transkription zur psycho-literarischen Verdichtung Psycho-literarische Verdichtung Von der Verdichtung zur kommentierenden Analyse Kommentierende Analyse III.3 Psycho-literarische Verdichtungen und kommentierende Analysen III.3.1 Lene - Werkstattwelt III.3.2 Stefan - Filigranes Netzwerk III.3.3 Anna - Splitter in der Schachtel III.3.4 Peter - Der Pionier III.3.5 Hilke - In Fluss kommen III.3.6 Elisabeth - Übergänge III.3.7 Lars - Zur Welt kommen III.3.8 Christian - Im Einklang III.3.9 Almut - Aufgeben III.3.10 Sonja - Das Bett auf der Straße III.3.11 Tom - Blinder Passagier III.4 Spielarten der Verwandlung - Wege zur Identität: Der Wirkungsraum der musikalischen Improvisation und seine Ausformungen Identität und Verwandlung Ausformungen im Wirkungsraum Gegenwelten aufbauen Übergänge gestalten Riskantes Balancieren Überschreiten des Gegebenen Ein Maß finden für Offenheit und Abgrenzung Das private Selbst ausgestalten Mitteilungen machen Unfertige Geschlossenheit: Widersprüche integrieren Ausblick: Improvisieren als Behandlung und Selbstbehandlung in der Musiktherapie Verwandlungsprobleme Praxisbezüge Schluss
