











Beschreibung
Bestiarium Groenlandicum. Die mythischen Wesen Grönlands ein Kompendium von Kreaturen, Geistern und fremdartigen Erscheinungen Inhaltswarnung: Das Buch enthält mythologische Darstellungen von Nacktheit und Gewalt entsprechend der ursprünglichen grönländischen ...Bestiarium Groenlandicum. Die mythischen Wesen Grönlands ein Kompendium von Kreaturen, Geistern und fremdartigen Erscheinungen
**Inhaltswarnung:**
Das Buch enthält mythologische Darstellungen von Nacktheit und Gewalt entsprechend der ursprünglichen grönländischen Erzähltraditionen.
Die grönländische Mythenwelt ist bevölkert von Wesen, die seit Jahrtausenden in den Geschichten der Inuit lebendig sind. Maria Bach Kreutzmann liebte diese Mythen schon immer, stellte aber eines Tages fest, dass ihr nur eine Handvoll der bekanntesten Gestalten im Gedächtnis geblieben waren. Auch andere Grönländer kannten meist nur wenige dieser Wesen und waren überrascht zu erfahren, dass es weitaus mehr gibt. So entstand die Idee, das Wissen über alle Mythenwesen, Geister und Tiere zu sammeln ein Projekt, das zehn Jahre akribischer Forschung erforderte und auf über 15.000 Seiten Quellenmaterial basiert.
Über 60 Kreaturen werden in diesem reich illustrierten Kompendium beschrieben: von AAJUMAAQ , dem furchterregenden Hilfsgeist mit Hundeschädel, dessen lange schwarze Finger alles verwesen lassen, was sie berühren, bis UMIARISSAT , den gefährlichen Bootsleuten, die sich in Robben verwandeln. Die Geschichten von ANGAKKUT , den Schamanen, die in Trance zwischen den Welten reisen, enthüllen eine komplexe spirituelle Dimension. SASSUMA ARNAA wacht über die Meerestiere, ANINGAAQ lenkt vom Mond aus die Geschicke der Menschen, und der AMAROQ , ein Riesenwolf, durchstreift die Wollgrasebenen am Eisschild.
Diese Wesen spiegeln die tiefe Verbindung zwischen Mensch und arktischer Natur wider. Ihre Geschichten sind rau und grausam und erzählen von der harten Landschaft und Lebensweise des alten Grönlands, wo bereits kleinste Veränderungen über Leben und Tod entscheiden konnten. Die Mythen dienten nicht nur der Unterhaltung während der langen, dunklen Winterabende, sondern wurden als Wahrheit erlebt, die es zu befolgen galt sie halfen beim Verständnis der Taburegeln und warnten vor gefährlichen Verhaltensweisen.
Zeitgenössische grönländische, isländische und dänische Künstlerinnen und Künstler haben die mythologischen Figuren neu interpretiert und ins 21. Jahrhundert transportiert so haben wir sie noch nie gesehen. Die künstlerischen Darstellungen fordern traditionelle Interpretationen heraus und laden zu einer Entdeckungsreise ein, die neue sinnliche Erfahrungen ermöglicht.
Eine kurze Geschichte Grönlands und der Schamanentradition führt in die alte Welt ein und zeigt, wie Mythen und Legenden, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden, einen Ort formen können, der dunkel und düster war, aber auch schelmisch und lebendig und voller Naturwunder. Das Bestiarium sammelt und bewahrt traditionelles Wissen einer mündlichen Erzähltradition und sorgt zugleich für Impulse zu seiner Neuinterpretation.
Mit dieser deutschen Erstausgabe wird ein außergewöhnliches Werk der grönländischen Kulturgeschichte nun auch deutschsprachigen Leserinnen und Lesern zugänglich. Ein faszinierendes Nachschlagewerk für alle, die in die magische Welt unter dem Nordlicht eintauchen möchten, dorthin, wo die Mythenwelt bis heute lebendig ist.
Aus dem Buch:
Ein KILIFFAK ist ein großes Wesen mit langem Fell und sechs manchmal sogar zehn Beinen. Sein länglicher Körper ist den vielen Beinen geschuldet, an Größe überragt es einen Eisbären. Sein Fell weist am Hinterteil einen weißen Fleck auf, gelegentlich ist es ganz weiß, was ihm ausgesprochen gut steht und begehrt macht. Mit dem abgezogenen Fell eines KILIFFAK lässt sich ein komplettes Haus auskleiden.
Der KILIFFAK lebt in der Nähe des Inlandeises, wo er bei der Nahrungssuche die Erde aufwühlt. Wird er erlegt, ernährt er eine ganze Siedlung, und das Fleisch wächst zweimal an den Knochen nach. Stellt man ihm nach, sollte man sich nicht von ihm einholen lassen, denn er bewegt sich schnell vorwärts und beißt äußerst kräftig zu.
Nachdem ein Mann sich in einen QIVITTOQ* verwandelt hatte, brach er zum Eisschild auf, um Nahrung zu finden. Dort angekommen, zog er seine kamik (grönländische Schuhe) aus, entdeckte aber in der Ferne plötzlich einen riesigen KILIFFAK, der in der Erde herumwühlte. Zunächst betrachtete er ihn, während seine kamik trockneten, doch schon bald musste er vor dem KILIFFAK fliehen, da dieser ihn erspäht hatte. Weil er ein QIVITTOQ war, rannte er schneller als ein Mensch, aber der KILIFFAK drohte ihn dennoch einzuholen. Die Kreatur auf den Fersen, sprang der Mann über eine große Spalte, aber als er die nächste überwand, hatte der KILIFFAK bereits so viel Fahrt aufgenommen, dass er die Spalte nicht rechtzeitig sah, in sie hineinfiel und starb.
Ein QIVITTOQ ist ein Mensch, der sich von der Gemeinschaft abgewandt hat und in die Wildnis geflohen ist. Durch das Leben in der Einsamkeit verwandelt er sich in ein übermenschliches Wesen mit außergewöhnlichen Kräften.
Das Team hinter dem Buch:
*Recherche:*
Maria Bach Kreutzmann, Ujammiugaq Engell, Robin Fenrir Mansa Hillestrøm und Qivioq Nivi Løvstrøm
*Illustration:*
Agust Kristinsson, Carina Lillegaard Løvgreen, Christian Fleischer Rex, Coco Apunnguaq Lynge, Jonatan Brüsch, Maja-Lisa Kehlet, Maria Bach Kreutzmann und Martin Brandt Hansen
*Übersetzung ins Deutsche:*
Miranda M. Nicholas-Zaar und André Wilkening
Die deutsche Ausgabe erscheint unter dem Titel Bestiarium Groenlandicum, einer latinisierten Variante des Originaltitels Bestiarium Groenlandica. Das Original ist auf Grönländisch bei milk publishing erschienen. Auf Englisch ist das Buch unter dem Titel Bestiarium Greenlandica erhältlich.
Autorentext
Maria ist in Nuuk geboren und aufgewachsen und schon seit ihrer Kindheit von Monstern fasziniert. Sie hat sich der grönländischen Mythologie und ihrer mannigfaltigen Wesen in vielen ihrer Arbeiten bedient und träumte schon lange davon, die grönländischen Erzählungen auf eine neue und einzigartige Weise zu vermitteln.2012 schloss sie ihr Studium bei The Animation Workshop in Viborg mit einem Bachelor in Computer Graphic Arts ab. Seitdem arbeitet sie in der Videospiele- und Werbebranche in Dänemark und England.Im Januar 2017 zog sie nach Nuuk zurück und arbeitet seither mit ihrem Illustrations- und Projektleitungsunternehmen Glaciem House in der grönländischen Film-, Kultur- und Literaturszene. Ujammiugaq ist in Nuuk geboren und aufgewachsen und lebt dort mit ihrer Familie.Sie hat einige Jahre in Dänemark gelebt, wo sie Geschichte und Museumskunde an der Universität Kopenhagen studiert hat. Heute arbeitet sie als Kuratorin am Grönländischen Nationalmuseum und -archiv.Aufgrund ihres grönländisch-dänischen Hintergrunds hat Ujammiugaq schon immer ein besonderes Interesse an Sagen und Mythen sowie der Geschichte des Königreichs Dänemark gehabt. Robin ist in Nordseeland, Dänemark, geboren und aufgewachsen, doch eine Reihe unvorhergesehener Ereignisse brachte ihn immer näher an Grönland heran.Er studierte Kultur- und Sozialgeschichte an der Universität Grönland, Ilisimatusarfik, und hat zuvor Geschichte an der Universität Kopenhagen studiert.Robin lebt in Nuuk, wo er das Wetter und die schöne Aussicht genießt und darüber nachdenkt, wie man die Vergangenheit mit Einfühlungsvermögen und modernen Methoden vermitteln kann, damit wir einander und die Welt um uns herum besser verstehen. Qivioq ist in Nuuk und Ilulissat mit Geschichte über Sassuma Arnaa und Geistergeschichten über Ikusik, Nordlichter und Qivittut aufgewachsen.Qivioq hat zunächst Inuit Kulturwissenschaften, Arktische Archäologie sowie Grönländische Geschichte und Fachdidaktik studiert. Inzwischen studiert sie Kultur- und Sozialgeschichte an der Universität Grönland, Ilisimatusarfik.Sie weigert sich immer noch, dem Nordlicht hinterher zu pfeifen. Agust ist ein isländischer Künstler, der 2012 seinen Bachelor in Computer Graphic Arts bei The Animation Work…
