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Urbild, Abbild und die Wesen im Garten

  • Kartonierter Einband
  • 86 Seiten
Gedichte der Liebe, des Verlangens stehen in ihrer Zusammenstellung aus den letzten Jahren ebenfalls an zentraler Stelle, zum Beis... Weiterlesen
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Beschreibung

Gedichte der Liebe, des Verlangens stehen in ihrer Zusammenstellung aus den letzten Jahren ebenfalls an zentraler Stelle, zum Beispiel: "über die Liebe", "eine kleine Liebesgeschichte", "Geh - nicht!", "für dich und die Liebe". Meist benutzt Arzu Demir dabei das türkische Wort "a k", das die Bedeutung von tiefer, inniger Liebe und Verliebtheit hat. Auch hier dürfen Lesende einen weiten Bogen mitempfinden, also zugleich jede Art von Liebe und Verlangen. Wenn das Gedicht von einer Frau in Asien (Türkei) und einem Mann aus Europa erzählt, so schwingt dabei, wie in vielen Gedichten, eine Sehnsucht nach Verbundenheit, nach neuen kulturellen und seelischen Brücken zwischen Orient und Okzident mit. Ihr "ich" ist in den Gedichten sehr oft ein "wir", eine tiefe Verbundenheit mit Verlangen und Verzweiflung Unzähliger. Eine Suche, eine Sehnsucht, nach Licht - mein Licht (isigim), in dem Gedicht "für dich und die Liebe -, die nach unserem Ausweg aus der Leere unserer Zeit verlangt. Mit einer spielerischen Naivität - im ursprünglichen, positiven Sinne etwa des Malers Paul Klee - suchen die Gedichte nach Liebe und Licht, nach dem Urbild inmitten der Abbilder, suchen nach der Urform oder gar nach einer Urformel der Liebe im Nichts.

Autorentext
Monika Carbe, geboren 1945 in der Theaterstadt Meiningen in Thüringen, wuchs ab 1952 in Herford in Westfalen und Umgebung, zeitweise auch in Kopenhagen auf. Sie studierte Germanistik, Indologie und Philosophie in Marburg an der Lahn und schloss ihr Studium 1971 mit einer Promotion über Thomas Mann ab. Nach zwei Jahrzehnten hauptberuflicher pädagogischer Tätigkeit in der Erwachsenbildung entschloss sie sich ab den 1990er Jahren, freiberuflich als Autorin und literarische Übersetzerin zu arbeiten. Sie schreibt Lyrik, Prosa und Essays, Rezensionen und Kunstkritiken für Zeitungen und Zeitschriften und hat viele Werke aus dem Türkischen und Englischen übersetzt. Monika Carbe lebt heute in Frankfurt am Main.

Leseprobe
Sehnsucht nach Licht Nachwort von Imre Török Auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung waren Arzu Demir aus der Türkei und ich 2013 auf einer Lesereise in Deutschland, unsere gemeinsame Veranstaltung hieß "Die Schönheit des Gewissens - Worte gegen Rechts". Sie las damals Gedichte aus ihrem ersten Gedichtband in deutscher Sprache, "Wenn Satan sich zum Rosenzweig beugt". Nun sind ihre neuen Gedichte, wieder im Pop Verlag, der deutschsprachigen Leserschaft zugänglich. Viele der in diesem Buch vorliegenden Gedichte kenne ich bereits länger. Die Lyrikerin hat mir über die Jahre oft über ihre Dichtung erzählt, gelegentlich sogar mitten im Entstehungsprozess eines Gedichts, wenn wir zusammen saßen, dort und hier, deutsche Gedichte einander vorlesend, ich im Original, sie auf Türkisch. Oder wir lasen Thomas Mann, Hermann Hesse, Franz Kafka, auch Gérard de Nerval, Jean Paul Sartre, und so viele andere Wortkünstler gemeinsam. Immer wieder kamen wir auf ihre eigene Dichtung zu sprechen. Doch vollends sprachlich genießen kann auch ich die Gedichte erst anhand der gelungenen Übersetzung von Monika Carbe und Wolfgang Riemann, die nicht nur mit dieser Arbeit uns Lesern Herausragendes aus der türkischsprachigen Literatur nahe bringen. Auf eingängige Interpretation einzelner Gedichte will und kann ich mich hier nicht einlassen, sondern will vielmehr über "Dichtkunst und Leben" einige Zusammenhänge aufzeigen. Die Vielfalt der Interpretationsmöglichkeit, die Abbilder des Urbilds, überlässt schließlich auch die Lyrikerin ihren Lesern. Damit die etwas verinnerlichen mögen "in des Schicksals Quell des Unzulänglichen", oder für sich weiter träumen, "die Wahrheit der Träume", und zusammen mit der Verfasserin realisieren, "ein Fluss bin ich", auch wenn "das Wort / ach, das Wort / tausendfach gebrochen". Vor über zehn Jahren hat Arzu Demir begonnen Bücher zu publizieren. Ihre früheren Aufzeichnungen sind jenen traurigen und schrecklichen Ereignissen in ihrer Jugend zum Opfer gefallen, welche die Geschichte der östlichen Türkei bis in die späten 1980er Jahre geprägt haben. ich muss mich davon lösen Hefte zu füllen und sie später zu verbrennen Zustände, die in der heutigen Zeit wieder vorherrschend sind. Arzu Demir ist in Agri am Fuße des Ararat aufgewachsen, ein weitestgehend von Kurden bewohnte Region. Dort studierte sie und zog später in die Hauptstadt Ankara um. Sie schreibt und veröffentlicht als Kurdin in türkischer Sprache, einen Nationalismus ihrer Herkunft pflegt sie bewusst nicht, Verbindendes sollen ihre Gedichte in erster Linie zur Sprache bringen. Klammert sie demnach Politisches in ihrer Poesie aus? Keineswegs. Doch grundsätzlich mag sie die Sprache der Politik nicht. Zu großartig und vielfältig ist ihre innere Welt, ihre Weltanschauung lässt sich nicht auf eine Nation, auf einseitig Nationalistisches oder gar auf engstirnig Religiöses reduzieren. Sie kennt die Weltreligionen, zitiert sie, ohne eine zu bevorzugen. Oft hat sie mich zum Staunen gebracht mit ihrer Kenntnis von Details aus verschiedenen Religionen. Das Politische in ihren Gedichten und in ihrem literarischen Schreiben (sie ist auch Verfasserin von Romanen) kommt in den Höhen der Poesie zum Tragen. Manchmal nur ein Wort in einem bestimmten Kontext. Dafür gibt es nachvollziehbare Gründe, wenn jemand das Leben und Dichten in der Heimat dem Exil vorzieht. Das Gedicht "Seufzer" zum Beispiel weist mit nur einem Wort (Zilan) auf grauenhafte historische Ereignisse hin. Vermutlich wissen die wenigsten Leser - auch in der heutigen Türkei - welches furchtbare Leid hier angesprochen wird. In der Schlucht des Zilan-Flusses im Osten der Türkei sind 1930 Abertausende Kurden massakriert worden. Die Angaben schwanken zwischen 15 000 und 47 000 ermordeten Zivilisten. Fast die gesamte Familie von Arzu Demir ist bei dem Massaker ausgelöscht worden. Sie ist Nachfahrin zufällig Überlebender. ich bin schon so

Produktinformationen

Titel: Urbild, Abbild und die Wesen im Garten
Untertitel: Gedichte. Mit einem Nachwort von Imre Török.
Übersetzer:
Autor:
Illustrator:
EAN: 9783863561574
Format: Kartonierter Einband
Genre: Lyrik & Dramatik
Anzahl Seiten: 86
Gewicht: 186g
Größe: H10mm x B200mm x T141mm
Veröffentlichung: 28.09.2017
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