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Geschichte, Politik und das Volk im Drama des 16. bis 18. Jahrhunderts
Arnd Beise

Prädestiniert durch ihre Geschichte - als Zentrum der deutschen Frühaufklärung mit europäischer Wirkung und als einer der Impulsge... Weiterlesen
Fester Einband, 446 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Prädestiniert durch ihre Geschichte - als Zentrum der deutschen Frühaufklärung mit europäischer Wirkung und als einer der Impulsgeber der anthropologischen Wende - gründete die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1993 das Interdisziplinäre Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA). Bisherige und gegenwärtige Forschungsschwerpunkte des IZEA umfassen die aufklärerische Anthropologie, die Aufklärung im Bezugsfeld frühneuzeitlicher Esoterik, Universitätsgeschichte, den Philanthropismus und das Gartenreich Dessau-Wörlitz, neuere Akzente liegen auf der Frühaufklärung als Experimentierfeld und der Begründung von Kulturmustern für die Moderne. Die Ergebnisse dieser Forschungen erscheinen seit Herbst 1995 in der wissenschaftlichen Reihe des IZEA unter dem Titel "Hallesche Beiträgezur Europäischen Aufklärung". Hinzu kommen qualifizierte Arbeiten, dieextern entstanden sind. Pro Jahr erscheinen zwei bis vier Bände (Monographien, Sammelbände, Quellenkommentare).

Einem verbreiteten Vorurteil gemäß ist das Volk mit dem Sturm auf die Bastille 1789 als politisches Subjekt in die Geschichte eingetreten. Seither ist in der Tat die politisierte Volksmasse aus der soziologischen Theorie nicht mehr wegzudenken. Die Geschichte und die Literatur jedoch kannten das Phänomen schon länger. Als politisches Subjekt konstituierte sich das Volk der Frühen Neuzeit vor allem in der Revolte. Der Aufstand war eine gewöhnliche soziale Form im Leben der Unterschichten. Der philosophischen Theorie nach war von dem "tollen", "unverständigen", "unverschämten, verstockten Pöbel" kein eigenständiges Handeln zu erwarten, obwohl man die gesamte "westeuropäische Kultur" mit Sigmund Freud als Produkt der "Angst vor dem Aufstand der Unterdrückten" bezeichnen könnte. Die Dramatiker der Zeit hatten allerdings auf die 'Gesten des Volksaufstands' zu reagieren, besonders die Trauerspiel-Dichter. Das Trauerspiel galt als "Schul der Könige" und ihrer Vollzugsorgane, der 'Politici'. Als Staatsdiener wurden sie mit der täglichen Revolte der Unterschichten konfrontiert. Zu lehren war daher unter anderm, "wie dergleichen Auffrühre zu verhüten: oder wenn sie einmahl entstanden, zeitig zu stillen seyn möchten", wie es Hiob Ludolph 1701 formulierte. Das ging aber nur, wenn man die Gesten des Volkssaufstands nicht nur wahrnahm, sondern auch dramatisch analysierte. Diese Herausforderung nahmen die Dramatiker an und produzierten Tragödien, die an der politischen wie poetischen Theorie ihrer Zeit vorbei das 'Volk in der Revolte' ernst nahmen und in actu präsentierten. Wie dies geschah, führt die vorliegende Untersuchung an herausragenden Beispielen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert vor.

Autorentext

Arnd Beise,Universität Marburg.



Zusammenfassung
"[...] dem Verf. [gelingt] eine breit angelegte Zusammenschau des durch die Titelbegriffe ''Geschichte, Politik und das Volk'' markierten Problemzusammenhanges in Texten der europäischen Dramengeschichte vom 16. Jh. bis zu Goethes und Schillers frühen, vor der Französischen Revolution entstandenen Dramen."Franz-Josef Deiters in: Germanistik Redaktion 2011, Band 52, Heft 1-2

Produktinformationen

Titel: Geschichte, Politik und das Volk im Drama des 16. bis 18. Jahrhunderts
Untertitel: Habilitationsschrift
Autor: Arnd Beise
EAN: 9783110234121
ISBN: 978-3-11-023412-1
Format: Fester Einband
Herausgeber: Gruyter, Walter de GmbH
Genre: Allgemeine und vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft
Anzahl Seiten: 446
Gewicht: 780g
Größe: H240mm x B164mm x T30mm
Jahr: 2010

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