











Beschreibung
Wandern am Grünen Band ist ein Erlebnis ohnegleichen. Vier Jahrzehnte teilte der Eiserne Vorhang Deutschland unüberwindbar in Ost und West. Heute führt der Fernwanderweg Grünes Band durch nahezu unberührte Natur am einstigen Todesstreifen entlang. Der Tresche...Wandern am Grünen Band ist ein Erlebnis ohnegleichen. Vier Jahrzehnte teilte der Eiserne Vorhang Deutschland unüberwindbar in Ost und West. Heute führt der Fernwanderweg Grünes Band durch nahezu unberührte Natur am einstigen Todesstreifen entlang. Der Trescher-Reiseführer GRÜNES BAND DER NORDEN begleitet kenntnisreich auf diesem außergewöhnlichen Weg.
Ein grünes Band ist das Erkennungszeichen, das man sich unterwegs an den Rucksack heftet. Denn das Grüne Band ist mehr als nur ein Fernwanderweg. Er verläuft entlang der ehemals deutsch-deutschen Grenze, wo lange Zeit Stacheldraht, Minenfelder und Selbstschussanlagen verhinderten, dass jemand unbefugt von hüben nach drüben gelangte.
Im Schatten des Todesstreifens entfaltete sich die Natur, neue Lebensräume für gefährdete Pflanzen und Tiere entstanden. Sie bilden heute zusammen mit Resten der alten Grenzanlagen, Gedenkstätten und gestalteten Erinnerungsorten das Herzstück des Grünen Bands. Wandern am Grünen Band ist deshalb ein Natur- wie Geschichtserlebnis. Kein anderer Wanderweg in Deutschland verbindet Naturschutz und Zeitgeschichte so unmittelbar.
Im Trescher-Reiseführer GRÜNES BAND DER NORDEN führt die Wanderbuchautorin Anne Haertel in 33 Tagesetappen über den nördlichen Teil des Fernwanderwegs. Auf insgesamt 650 Kilometern geht es vom Harz über die Altmark und das Wendland bis zur Elbe, von dort durch das Biosphärenreservat Schaalsee und am Ratzeburger See entlang über Binnendünen nach Lübeck, und von der backsteingotischen Hansestadt an die Küste zum Ostseebad Boltenhagen.
Zu allen Etappen gibt es detaillierte Beschreibungen mit Kilometerangaben, topografischen Karten sowie allen Sehenswürdigkeiten. Hintergrundinformationen und Erzählungen zur deutsch-deutschen Geschichte, zu Schicksalen und Begebenheiten am Wegesrand, zu verschwundenen Orten und auch kuriosen Ereignissen zeichnen ein lebendiges Bild der jüngeren deutschen Vergangenheit.
Praktische Hinweise zur Vorbereitung machen die Planung leicht. Mit Empfehlungen zu Unterkunft und Gastronomie sowie vielen reisepraktischen Tipps ist der Trescher-Reiseführer GRÜNES BAND DER NORDEN der ideale Begleiter für alle Wanderfreunde ob für einzelne Etappen oder das große Abenteuer entlang des gesamten Grünen Bands.
Zum südlichen Abschnitt des Fernwanderwegs finden Sie den Reiseführer GRÜNES BAND DER SÜDEN auf der Website des Trescher Verlags.
Vorwort
MEHR WISSEN. BESSER REISEN. Reiseführer aus dem Trescher Verlag.
Autorentext
Anne Haertel, Jahrgang 1972, aufgewachsen in Blankenburg/Harz, hat die offenen Grenzen nach dem Mauerfall 1989 ausgiebig genutzt, um die unermesslich weite Welt zu erkunden und die Sehnsucht der Ferne zu schnuppern. Sie verbrachte längere Auslandsaufenthalte in Israel/Palästina und in Russland, arbeitete zeitweise in Ländern Osteuropas und Zentralasiens und verschrieb sich der vielfältigen Sozial- und Bildungsarbeit. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin in leitender Stellung und schreibt in ihrer Freizeit Wanderbücher und Reiseführer oder sie ist unterwegs. "Bewegung, Natur, Geschichte und Kultur, gutes Essen und Geselligkeit sind meine Grundbedürfnisse und wohl auch die von anderen Menschen." All das findet sich auf dem langen Weg an der deutsch-deutschen Grenze. Die Grenze mit ihren Geschichten mahnt uns, sich für Frieden und Freiheit, für Gerechtigkeit und Demokratie einzusetzen. Jeder Schritt erinnert daran, dass die Achtung der Menschenwürde und die Überzeugung, mit anderen Menschen zu fühlen und sie im Guten zu unterstützen, das Wichtigste ist, was uns zum Menschen macht. Jeder Mensch ist gleich viel wert. Diktaturen manipulieren Menschen und ihre Gedanken und sie verdrehen menschliche Tugenden. "Ich bin fest davon überzeugt, dass Grenzen und Mauern zwischen Menschen, Gruppen und Staaten fallen werden und jegliche Wahrheit wann auch immer ihren Weg zum Licht findet."
Leseprobe
Vom Harz bis ans Meer - wir machen uns auf den Weg und träumen unterwegs von Meeresrauschen, blauem Himmel, Sandstrand und Füßen im Wasser. Alles das wird uns bei der Ankunft erwarten. Bis dahin werden jedoch noch einige Tage vergehen und wir werden so viel reicher an Wissen, Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen sein. Das Grüne Band zu erwandern, ist Bewegung in traumhafter Natur und vor allem eine Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, mit der ehemaligen Grenze (1945-1989), mit Minen, Toten, Zwangsaussiedlungen, Sperrzonen und persönlichen Schicksalen. Die Zeit mit der Grenze ist schon fast in Vergessenheit geraten und ist jüngeren Menschen kaum mehr vorstellbar, aber für die direkten Anwohner ist sie noch immer gegenwärtig. Auf dem langen Weg nach Norden kommen wir an übrig gebliebenen Zeugnissen der Grenzbefestigung vorbei. In der etwa vier Jahrzehnte unberührt gebliebenen und heute geschützten Natur erfahren wir von Schicksalen der Menschen in Ost und West an diesem Todesstreifen. So furchtbar die Zeit der deutschen Teilung zwischen 1945 und 1989 trotz Gewöhnungseffekt für Viele und Vieles an der Grenze gewesen ist, so mahnt doch die Erhaltung des Grenzstreifens und der Grenzanlagen auch die kommenden Generationen. Das Wandern am Grünen Band ist eine sportliche Herausforderung angesichts der manchmal langen Strecken und der geringen Infrastruktur an Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten. Während das südliche Grüne Band von Bad Elster nach Walkenried zahlreiche Gebirge durchquert, führt uns der nördliche Teil erst über den Harz, dann durchs Harzvorland, durch die fruchtbare Altmark über den Arendsee bis zur Elbe und von dort weiter durch die seenreiche Landschaft nach Lübeck und weiter zum Ostseebad Boltenhagen. Wir streifen dabei Thüringen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Direkt am Grünen Band oder nicht weit entfernt lohnt sich auch ein Besuch der Städte Ilsenburg, Hornburg, Helmstedt, Wittingen, Salzwedel, Boizenburg, Lauenburg, Ratzeburg, Lübeck und das Ostseebad Boltenhagen. Die 33 Tagesetappen des Fernwanderweges können Sie am Stück, in mehreren Abschnitten oder einzeln erwandern. Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie in diesem Buch. Wenn Sie viel unterwegs sind, empfehlen wir, es vorsorglich in der Tasche oder im Auto zu haben. Sollten Sie in der Gegend sein, laufen Sie einfach mal wieder eine Tour. Ich lade Sie dazu ein, ein grünes Band als Erkennungszeichen der Grüne-Band-Wanderer an Ihren Rucksack zu knüpfen. Es soll - im Sinne der Grenzerfahrung - für Frieden, Gerechtigkeit, Menschenwürde und Bewahrung der Natur flattern und täglich Mut verleihen, Schritte in diese Richtung zu gehen. Eine Wanderung am Grünen Band ist eines der Dinge, von denen man am Ende seines Lebens sagen möchte: »Das habe ich gemacht. Das habe ich geschafft!« Ich wünsche Ihnen eine erlebnisreiche Zeit und einen »Guten Weg«! Vielen Dank für Ihre Hinweise und Anregungen zum Buch, die der Verlag gern entgegennimmt. Vielen Dank auch für die zahlreichen Hinweise aus den vergangenen Jahren, die dabei helfen, das Buch aktuell zu halten.
Inhalt
INHALTSVERZEICHNIS Vorwort 9 Herausragende Sehenswürdigkeiten am Wegesrand 10 Hinweise zur Benutzung 12 VON LAND UND LEUTEN 14 Der Weg und seine Geschichte 16 Kleine Geschichte der Zonengrenze 17 Zahlen zur Grenze 22 Die Jahre 194552 an der Grenze 24 Walkenried/Bad Sachsa (West) Ellrich (Ost) 24 Völker und Regionen 29 Völker und Herrschaften rund ums Grüne Band 29 Kultur und Handwerk 32 Wirtschaft und Tourismus 34 Natur am laufenden Band 37 INFORMATIONEN ZUM WANDERN AM GRÜNEN BAND 39 Anforderungen und Vorbereitungen 40 Packliste 49 WANDERBESCHREIBUNGEN 51 Tour 1: Rund um Walkenried 52 Tour 2: WalkenriedSorge 57 Tour 3: SorgeBrocken 66 Tour 4: BrockenEckertal 75 Tour 5: EckertalVienenburg 85 Tour 6: VienenburgHornburg 91 Tour 7: HornburgHeeseberg 98 Tour 8: HeesebergHötensleben 105 Tour 9: Höte…
