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Frauenbefreiung und Rassenideologie

  • Kartonierter Einband
  • 374 Seiten
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Mit Beginn der neunziger Jahre lassen sich auch in Deutschland verstärkt bedenkliche Auswirkungen des Bemühens um "politische Korr... Weiterlesen
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Beschreibung

Mit Beginn der neunziger Jahre lassen sich auch in Deutschland verstärkt bedenkliche Auswirkungen des Bemühens um "politische Korrektheit" registrieren. Was als Antidiskriminierungsstrategie gedacht war und gesell schaftliche Minderheiten schützen wie auch sozial Benachteiligten helfen sollte, entpuppt sich unversehens als Sprachregelungsanspruch, wenn nicht gar als Denkverbot und führt häufig zu vorauseilender Selbstzensur. Die Gefahr besteht insbesondere dann, wenn historische Analysen der Entstehung und Entwicklung sozialer und politischer Bewegungen zu Zwecken der Traditionsstiftung mißbraucht werden. Mit (un)schöner Regelmäßigkeit werden die dunklen Kapitel verdrängt, es wird geklittert und abgeleugnet. Eine Legende entsteht. Dieses Buch leistet einer Legendenbildung um Ursachenzusammenhänge der Frauenbewegung nicht nur keinen Vorschub, es thematisiert ausdrücklich jene Diskrepanzen, Ambivalenzen und Widersprüche der scheinbar unverträglichen Kombination rassenhygienisch-eugenischen und frauenemanzipatorischen Denkens der als "Radikale" bezeichneten 'linken' Gruppierung der Ersten deutschen Frauenbewegung. Um die Amalgamierung fortschrittlicher frauenpolitischer und konserva tiv-rassistischer Elemente in der Position der "Radikalen" schwerpunktmä- Vorwort 10 ßig am Beispiel Helene Stöckers analysieren zu können, werden vorab auch heute heftig umstrittene Themen des rassenhygienisch-eugenischen Diskurses erörtert. Nach der Darstellung der historischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Grundlagen von Rassenhygiene und Eugenik und ihrer Entwicklung in Wilheminischer Zeit und in der Weimarer Republik wird im Gegensatz zur weit verbreiteten Sichtweise der soziologische Hintergrund des üblicherweise einseitig als biologistisches Legitimationsmuster etikettierten Sozialdarwinismus betont und der Nachweis des Wissenschaftschaftscharakters von Rassenhygiene und Eugenik geführt. Nach der Rekonstruktion des Zusammenwirkens dieser Wissenschaften mit Sozialpolitik, Sozialkontrollinstanzen und Gesellschaftspolitik als moderner Form von Herrschaftsausübung erfolgt eine Darlegung der gesellschaftssanitär-"ausmerzenden" Zielsetzungen im Rahmen der politisch fortschrittlichen Gesundheitspolitik.

Inhalt

A.- 1. Historische und gesellschaftliche Entstehungsbedingungen der Rassenhygiene und Eugenik.- 2. Wissenschaftliche Grundlagen der Rassenhygiene und Eugenik.- 2.1. Rassenanthropologie und Rassentheorien.- 2.2. Bevölkerungsökonomie.- 2.3. Darwin und Sozialdarwinismus.- 2.4. Vererbungsforschung.- 3. Rassenhygiene und Eugenik in Wilhelminischer Zeit und Weimarer Republik.- 3.1. Entstehung und Verwissenschaftlichung der Degenerationsthese.- 3.2. Geburtenrückgang und differentielle Geburtenrate.- 3.3. Bestimmung der Erbqualität und Etablierung der rassenhygienischen/eugenischen Wissenschaft.- 3.4. Das rassenhygienische/eugenische Programm.- 3.4.1. Rassenhygienische Gesundheitspolitik.- a) Das Ehetauglichkeitszeugnis.- b) Sterilisation und Abtreibung.- 3.4.2. Umverteilung von Einkommen und Vermögen.- 3.4.3. Siedlungs- und Migrationspolitik.- 3.4.4. Frauenpolitik.- Exkurs: Die bürgerliche Frauenbewegung - Ein Überblick.- B.- 1. Helene Stöcker und die "Neue Ethik".- 2. Gründung und Programm des Bundes für Mutterschutz.- 3. Rassenhygienische und eugenische Elemente im tagespolitischen Diskurs der "Radikalen".- 3.1. Die Mutterschaftsversicherung.- 3.1.1. Weibliche Autonomie.- 3.1.2. Rassenhygienische Umdeutung und Instrumentalisierung.- 3.2. Individuelle Geburtenkontrolle und staatliche Bevölkerungspolitik.- 3.2.1. Neomalthusianische Bewegung und Empfängnisverhütung.- 3.2.2. Abtreibung.- 3.2.3. Staatliche Bevölkerungspolitik und bevölkerungspolitischer Diskurs der Radikalen".- 4. Rassenhygienische und eugenische Elemente in der praktischen Sozialarbeit der "Radikalen".- 5. Sozialtechnologie - Sozialtechnokratie? Rassenhygiene und Eugenik im Denken der "Radikalen Frauenbewegung".- 5.1. Präzisierung der Fragestellung.- 5.2. Rezeption eugenischer Denksysteme.- 5.3. Rassenhygienische/eugenische Elemente und politische Deutungsmuster.- 5.4. "Feministisches" Rassenhygiene- und Eugenik-Verständnis.- 5.5. Implikationen für die aktuelle Frauenforschung.- Bibliographie.

Produktinformationen

Titel: Frauenbefreiung und Rassenideologie
Untertitel: Rassenhygiene und Eugenik im politischen Programm der "Radikalen Frauenbewegung" (1900 -1933)
Autor:
EAN: 9783824441723
ISBN: 978-3-8244-4172-3
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Deutscher Universitätsvlg
Genre: Sozialwissenschaften allgemein
Anzahl Seiten: 374
Gewicht: 484g
Größe: H211mm x B149mm x T25mm
Jahr: 1995
Auflage: 1995. 1995

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