











Beschreibung
Intimität und Sexualität: Zwei Räume, ein Herz. Marie und Jonas empfinden sexuelles Ungleichgewicht: Er klammert an Sexualität als Beweis der Liebe, sie sehnt sich nach intimer Zärtlichkeit ohne Erwartungsdruck. Wie können beide ihre Bedürfnisse befriedigen un...**Intimität und Sexualität: Zwei Räume, ein Herz.**
Marie und Jonas empfinden sexuelles Ungleichgewicht: Er klammert an Sexualität als Beweis der Liebe, sie sehnt sich nach intimer Zärtlichkeit ohne Erwartungsdruck. Wie können beide ihre Bedürfnisse befriedigen und dabei in Liebe wachsen?
Paarberater Andreas Zerweck ist Architekt der Emotionen. Er hilft Paaren, geeignete Räume für geistige, emotionale und körperliche Intimität zu errichten. Denn Intimität ist kein Zufallsprodukt. Sie ist das Ergebnis von Entscheidungen, Achtsamkeit und gegenseitigem Mut.
Anhand konkreter Beispiele aus seiner langjährigen Beratungstätigkeit zeigt Andreas häufige Ursachen von Beziehungsproblemen auf: Unterschiedliche Erwartungshaltungen, totgelaufene Routinen, fehlende Geborgenheit oder permanente emotionale Verletzungen all diese Faktoren sind nur ein Teil der alltäglichen Herausforderungen fester Beziehungen.
Andreas' Übungen und Reflexionsfragen sind sowohl für klassische als auch für polyamore und offene Paarbeziehungen von unschätzbarem Wert. Sie helfen herauszufinden, was möglich ist, und stärken das Fundament einer tiefen, innigen Liebesbeziehung.
Manchmal zeigt sich Liebe nicht im Feuer, sondern in der leisen Bereitschaft, sich wieder füreinander zu öffnen.
Ein Buch vom Verlag edition riedenburg, Salzburg.
Aus dem Inhalt
Paare und ihre Geschichten: Beispiele aus dem Leben
Lisa und Martin
Nach außen stabil, aber innerlich entfremdet: Sie funktionieren im Alltag, doch Intimität und Leidenschaft sind verschwunden. (Seite 17)
Klara und Michael
Sprachlosigkeit und Vorwürfe: Sie haben den Glauben an Intimität verloren und verharren in Kritik und Rückzug. (Seite 29)
Ingrid und Wolfram
Dauer-Alarmzustand: Viele kleine Verletzungen haben Nähe unmöglich gemacht, es bleiben nur Streit und Schweigen. (Seite 49)
Marlen und Klaus
Überfordert vom Elternsein: Sie lieben sich, finden aber ohne Ritual keinen Raum mehr für Zweisamkeit. (Seite 59)
Marie und Jonas
Sexuelles Ungleichgewicht: Er klammert an Sexualität als Beweis der Liebe, sie sehnt sich nach Zärtlichkeit ohne Erwartungsdruck. (Seite 71)
Petra und Markus
Nach 25 Jahren routiniert, aber leer: Verlässlichkeit ist da, doch echte Nähe und emotionale Tiefe fehlen. (Seite 85)
Miriam und Philipp
Er redet und kritisiert unaufhörlich, während er in Wahrheit nach Geborgenheit sucht und sich verloren fühlt. (Seite 99)
Anne-Kathrin
Als Single erkennt sie in der Selbstreflexion, dass Intimität nicht erst im Außen entsteht, sondern in der lebendigen Verbindung zu sich selbst. (Seite 105)
Ella und Tom
Offenheit in der Krise: Sie lebt eine zweite Beziehung, beide suchen nach Wegen, Intimität in einem offenen System bewusst zu gestalten. (Seite 109)
Autorentext
Andreas Zerweck, geboren 1968 in Heilbronn, lebt in Stuttgart und arbeitet als Paarberater. Nach vielen Jahren in leitender Wirtschaftstätigkeit widmet er sich heute der Erforschung dessen, was Menschen in Beziehung bewegt besonders dort, wo Konflikte und Sehnsucht aufeinandertreffen. Er begleitet Paare und Einzelne darin, Spannungen zu verstehen, Kommunikation zu vertiefen und neue Formen von Nähe, Intimität und Freiheit zu gestalten auch jenseits klassischer Beziehungsmuster. Seine Arbeit ist geprägt von der Ausbildung in Konfliktmoderation und Reiki sowie von Erfahrungen in Tanz, Contact Improvisation, Tantra und Meditation. Andreas nutzt Werkzeuge der Gewaltfreien Kommunikation und des Possibility Managements, um Räume zu öffnen, in denen Begegnung, Berührung und Bewusstheit miteinander in Einklang kommen. In seinen Texten und Vorträgen verbindet er analytische Klarheit mit verkörperter Präsenz und einer tiefen Achtung vor der Vielfalt menschlicher Liebe. "Intimität - Einander wirklich begegnen" ist sein erstes Buch.
Leseprobe
Kapitel 1: Wenn sich Beziehung nicht mehr nach Beziehung anfühlt
Und manchmal beginnt Nähe dort, wo wir den Mut finden, unsere Leere nicht länger zu verstecken.
Lisa und Martin waren ein Paar, das über eine Empfehlung zu mir kam. Beide gut ausgebildet, beide attraktiv, zwei heranwachsende Kinder und ein Haus, das sie von ihren Eltern geerbt hatten. Lisa arbeitete in Teilzeit als Lehrerin, Martin war Ingenieur in der Automobilbranche. Sie hatten sich nach dem Studium zufällig in einem Fitnessstudio kennengelernt, beide waren damals gerade aus anderen Städten zurückgekehrt und begannen, sich ein neues Leben aufzubauen.
Heute, viele Jahre später, sind die Kinder acht und zehn, der Alltag läuft rund. Natürlich gibt es mal Reibung, ein Konflikt hier und da, aber im Großen und Ganzen führen sie ein zufriedenes Leben. Keine finanziellen oder gesundheitlichen Sorgen, klare Rollenverteilung. Martin ist ein präsenter Vater, Lisa pflegt neben der Familie aktiv ihre sozialen Kontakte.
Ich war neugierig, was sie in die Paarberatung brachte, denn auf den ersten Blick wirkten sie gelassen, zugewandt und auf Augenhöhe. Sie sahen einander an, unterbrachen sich nicht, hörten zu, selbst bei schwierigen Themen. Ihre Kommunikation war ruhig und respektvoll. Erst nach einer Weile, als Vertrauen im Raum gewachsen war, sagte Lisa schließlich: Wir leben wie Geschwister. Es läuft alles gut. Der Alltag funktioniert, die Kinder sind zufrieden, unser Zuhause ist schön. Aber ich spüre unsere Beziehung nicht mehr. Wir könnten genauso gut eine Wohngemeinschaft sein.
Lisa sagte das ruhig. Ohne Vorwurf sah sie Martin an, wohl in der Hoffnung auf eine Reaktion. Martin schüttelte den Kopf und antwortete leise: Ich weiß gar nicht, was wir falsch machen. Unsere Beziehung sieht von außen so gut aus und fühlt sich innen doch so leer an. Dann fiel Lisa ihm ins Wort: Die Leidenschaft ist weg.
Lisa sah mich mit großen Augen an, als wollte sie sagen: Die Sexualität ist weg. Aber das war gar nicht der Punkt. Lisa und Martin konnten einfach ihre Beziehung nicht mehr spüren.
Die beiden sind kein Einzelfall. Viele Paare, die zu mir in die Beratung kommen, beschreiben ähnliche Entwicklungen. Was passiert in diesen Beziehungen? Was unterscheidet eine nach außen hin stabile, gut funktionierende Partnerschaft von einer lebendigen, intimen Beziehung?
Wir wissen heute, dass Paare zu Beginn ihrer Beziehung meist unbewusst einen inneren Beziehungsvertrag schließen: Durch ihr Verhalten, ihre Worte, ihr Schweigen und das, was sie tun und lassen, stimmen sie einer Form des Miteinanders zu. Sie entwickeln außerdem gewisse Regeln: Wer zahlt im Restaurant? Wie wird gestritten? Wie steht man zur Herkunftsfamilie, zu Kindern, zu Freundschaften, zur Arbeitsteilung?
Manche dieser Regeln sind beiderseits willkommen, andere werden stillschweigend hingenommen und zwar in der leisen Hoffnung, sie würden sich irgendwann verändern. Alles, worauf sich beide einlassen, wird letztlich Teil dieses stillen Vertrags, der besagt: In dieser Beziehung machen wir das so.
Lisa und Martin haben diesen Beziehungsvertrag unbewusst in der Kennenlernphase ihrer frühen Dreißiger geschlossen. Beruhend auf ihren Werten, Lebensumständen und Prägungen. Diese wiederum sind aus ihrem Wesen, ihrer Art, ihrem Charakter wie auch aus ihrem sozialen Umfeld entstanden. Sogar aus der Beziehungserfahrung ihrer Eltern. Und aus der Art, wie Lisa und Martin als Kinder ihre Eltern wahrgenommen haben.
Die erste Beziehung, die wir erleben, ist meist die zwischen Mutter und Vater. Sie speichert sich tief in unserem System ab: durch feine Signale, Rollenvorbilder, emotionale Verfügbarkeit oder Abwesenheit. Das Basismuster So geht Beziehung lernen wir also durch unsere Eltern. Und so tragen auch Lisa und Martin je ein eigenes Beziehungsmuster mit in die Ehe.
Kurz nach der Hochzeit wird Lisa schwanger. Martin beginnt einen neuen Job. Sie renovieren das Haus und richten z…
