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Das dritte Auge

  • Fester Einband
  • 99 Seiten
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Ales Rasanau gehört zur stillen Sorte von Dichtern. Er macht kein Aufhebens um seine Person, lehnt "Ichhaftigkeit" und O... Weiterlesen
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Beschreibung

Ales Rasanau gehört zur stillen Sorte von Dichtern. Er macht kein Aufhebens um seine Person, lehnt "Ichhaftigkeit" und Originalitätssucht im Schreiben ab und kümmert sich weder um Zeitgeist-Themen noch um literarische Trends. Poetische Arbeit bedeutet für ihn das Angerührtwerden von einem Stoff, einem Ding und das Echo darauf. Seine "Punktierungen" sind haikuhafte Gebilde von großer Lakonie und lapidarer Schönheit, die sowohl auf Pointen wie auf Metaphern verzichten. Scheinbar unprätentiös realisieren sie am vollkommensten, was Rasanau als poetische Arbeit bezeichnet: von einem Stoff, einem Ding angerührt werden und darauf antworten. Wobei eines mitspielen sollte: die paradoxe Verbindung von "außerordentlichem Zufall und außerordentlicher Gesetzmäßigkeit". Die Abwesenheit des "Ich", des "Begehrens", der Zielstrebigkeit ermöglicht eine anmutige Anwesenheit der Dinge, die ein Eigen-Gewicht und eine Eigen-Sprache erlangen. Reduktion, nicht Opulenz ist Rasanaus Motto, wobei der Schreibprozess einem geduldigen Geschehenlassen gleicht ("der Funke springt von alleine"), das sich nicht viel aus sogenannter handwerklicher Professionalität macht. Die in diesem Band versammelten "Punktierungen" nehmen kleine Alltagsbegebenheiten oder Naturszenen zum Anlass für ein poetisches Echo. Das Entsorgen von Flaschen, die Begegnung mit einem Mönch, der Anblick eines rauchenden Mädchens oder der eigenen abgetragenen Schuhe werden ebenso zu "Epiphanien" wie der Wind in den Halmen, ein Rabe im Geäst oder der sich ständig wandelnde See. Ja, es ist nicht falsch, ganz unemphatisch von Offenbarungen zu sprechen, da das in der verdichteten Form Dargebotene die "Essenz" zur Evidenz bringt.

Autorentext
Elke Erb, geboren 1938 in Scherbach in der Eifel, und siedelte 1949 nach Halle in die DDR um. 1958-59 arbeitete sie als Landarbeiterin, legte 1963 ihr Lehrerexamen ab und wurde zunächst in einem Verlag tätig. Seit 1966 schreibt sie freiberuflich Kurzprosa, Lyrik und prozessuale Texte. Außerdem macht sie Übersetzungen, Nachdichtungen, Herausgaben. Sie lebt in Berlin. 1990 Heinrich-Mann-Preis (zusammen mit Adolf Endler), 1993 Ehrengabe der Schillerstiftung, 1994 Rahel-Varnhagen-von-Ense-Medaille, 1995 Erich-Fried-Preis, 1995 Ida-Dehmel-Preis, 1999 Norbert-C.-Kaser-Preis, 1999 F.-C.-Weiskopf-Preis der Akademie der Künste Berlin, 2011 Preis der Literaturhäuser, Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung, 2012 Roswitha-Literaturpreis der Stadt Bad Gandersheim und 2013 Ernst-Jandl-Preis für Lyrik. Ales Rasanau, geboren 1947 in Sjalez/Brest, Studium der Philologie in Minsk und Brest. Als er als Redakteur einer Literaturzeitschrift kritische Artikel über die politischen Verhältnisse seines Landes veröffentlichte, wurde er entlassen. Dadurch Existenzbedrohter und Wirtschaftsflüchtling - erst Hannover, dann Aufnahme in Graz. 2003 Auszeichnung mit dem Herder-Preis.

Klappentext

Während zweier Jahre hat Elke Erb sich einer täglichen Übung hingegeben: Innerhalb von fünf Minuten aufzuschreiben, was ihr in den Kopf und unter die Feder kommt, absichtslos und so eigenwillig, wie ihr Publikum es an ihr liebt. «Unter den sich wiederholenden Motiven», schreibt Elke Erb zu ihrem Selbstversuch, «zeigten sich schon bei der Niederschrift irritierende Obsessionen. Im Moment ihres Eintritts in das Notat agierten sie autonom. Erst während der Bearbeitung erkannte ich nach und nach, daß diese halbautomatischen Wortfolgen sogar aktuelle, schlechthin existentielle und theoretische Themen und Aufgaben behandelten, hell und schnell, im Vergleich etwa zur Traumarbeit, geführt von Reiz wie Lust. Mit den ersten Lauten hatte sich, wie man bei einem Instrument vor dem Spiel prüfend einige Tasten anschlägt, mein subkutanes Lebewesen hervorlocken lassen und sich selbst angestimmt, sodaß es als leibliches Instrument fortan anwesend blieb! Gleich darauf begriff ich, woher eine Reihe jener obsessiven Leitmotive kamen, die mich verwundert hatten: die Ecke, die Kante, der Rand, die Vertikalen, Waagerechten, die Flächen ? Ein Lebewesen stimmt sich an und orientiert sich ?Es orientiert sich elementar und rundum, nicht nur räumlich, auch an seinen allgemeinen Bedingungen ? bis ins Vormenschliche, Tierliche, Pflanzliche, Erdzeitliche, und es blickt, wie es der Moment der Niederschrift wollte, in die Geschicke der Geschichte, in den sozialen Horizont der ländlichen Arbeit und Existenz, in die Belange der Zivilisation und des Verstands. Die Inschriften unter der Haut waren hervorgerufen worden und übernahmen das Spiel ? Ich sah den Poesien zu, die sie hervorbrachten, und dachte, ich hätte das schwerlich zuwege gebracht.»

Produktinformationen

Titel: Das dritte Auge
Untertitel: Punktierungen
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EAN: 9783938767412
ISBN: 978-3-938767-41-2
Format: Fester Einband
Herausgeber: Engeler
Genre: Lyrik & Dramatik
Anzahl Seiten: 99
Gewicht: 225g
Größe: H187mm x B124mm x T18mm
Jahr: 2007

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