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Geh über Wörter wie über ein Minenfeld
Abraham Sutzkever

Abraham Sutzkever zählt zu den bedeutendsten Dichtern der jiddischen Literatur. Die Shoa, der er selbst nur knapp entkam, ist der ... Weiterlesen
Fester Einband, 389 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Abraham Sutzkever zählt zu den bedeutendsten Dichtern der jiddischen Literatur. Die Shoa, der er selbst nur knapp entkam, ist der zentrale Bezugspunkt seines Werkes, das zugleich große literarische Eigenständigkeit besitzt. Es wurde in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt, in Deutschland ist es bislang jedoch nahezu unbekannt. Dieses außergewöhnliche Buch führt in Leben und Werk Sutzkevers ein und stellt eine große Auswahl seiner Gedichte und Prosastücke in deutscher Übersetzung vor.

Autorentext
Abraham Sutzkever wurde 1913 in Smorgon bei Wilna geboren. Beim Einmarsch der Deutschen 1941 war Sutzkever in den Kreisen der Avantgarde. Im Wilner Getto war er Teil des kulturellen Widerstands. 1943 schloß er sich den Partisanen an. Seine Erinnerungen und Gedichte wurden in über 30 Sprachen übersetzt - in Deutschland sind sie nahezu unbekannt. Abraham Sutzkever lebt heute in Tel Aviv.

Klappentext

Mit einer Einleitung von Heather Valencia Abraham Sutzkever zählt zu den bedeutendsten Dichtern der jiddischen Literatur. Die Shoa, der er selbst nur knapp entkam, ist der zentrale Bezugspunkt seines Werkes, das zugleich große literarische Eigenständigkeit besitzt. Es wurde in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt, in Deutschland ist es bislang jedoch nahezu unbekannt. Dieses außergewöhnliche Buch führt in Leben und Werk Sutzkevers ein und stellt eine große Auswahl seiner Gedichte und Prosastücke in deutscher Übersetzung vor.



Zusammenfassung
Poesie aus der Hölle "Das Buch präsentiert den "jiddischen Dante", der virtuos mit den verschiedensten Versformen, Reimen und Rhythmen spielt, umfassend: von der frühen Lyrik der dreissiger Jahre, die von den Kinderjahren in Sibirien geprägt ist, bis zu den späten, poetisch verdichteten Prosatexten." (WOZ - Die Wochenzeitung, 16.07.2009) "Das Buch ist allen an der modernen jiddischen Kultur Interessierten unbedingt zu empfehlen." (Chalufim, 15.08.2009) Zeuge des jüdischen Leidens, Hüter des jiddischen Wortes "Sutzkever gilt als einer der wichtigsten Poeten jiddischer Zunge und als Bewahrer der im Holocaust fast ausgelöschten Sprache ... Schreiben ist für ihn vor allem Erinnerung an die Toten, denen der überlebende Dichter seine Stimme leihen muss." (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2010)

Leseprobe
Sutzkevers Leben und Lyrik Heather Valencia "Geh über Wörter wie über ein Minenfeld: Ein falscher Tritt, eine falsche Bewegung, und alle Wörter, die du ein ganzes Leben lang auf deine Adern aufgezogen hast, werden zerfetzt, und du mit ihnen ..." Das flüsterte mir mein leiblicher Schatten zu, als wir beide, geblendet von Scheinwerfer-Windmühlen, bei Nacht ein blutiges Minenfeld überquerten und jeder meiner Schritte, gesetzt auf Tod oder Leben, auf meinem Herzen kratzte wie ein Nagel auf einer Geige. Diese Worte beziehen sich auf ein Erlebnis Abraham Sutzkevers, als er und seine Frau im März 1944 bei Nacht ein vermintes Gelände überqueren mussten, um ein kleines Flugzeug zu erreichen, das sie in Sicherheit bringen sollte. Gleichzeitig könnten sie als Motto über seinem ganzen Leben und Schaffen stehen. Wörter sind Sutzkevers Existenz; sie leben in ihm, und er ist von ihnen abhängig. Wörter sind aber genauso zerbrechlich und explosiv wie Minen; würde er sie falsch behandeln oder zerstören, wäre auch sein eigenes Leben zu Ende. Abraham Sutzkever (jiddisch Awrom Sutskewer) gilt als der bedeutendste lebende Schriftsteller jiddischer Sprache und einer der größten Dichter des 20. Jahrhunderts überhaupt. Sein Werk umfasst Lyrik, epische Gedichte, kurze Prosa, autobiographische Schriften und Literaturkritik. Er hat die jiddische Literatursprache auf eine vorher unerreichte Höhe gebracht und sie durch vielfältige Neuschöpfungen bereichert. Seine Lyrik vereinigt eine klassische Strenge in Metrum, Reim und regelmäßiger strophischer Form mit einer großen sprachschöpferischen Ausdruckskraft. Sutzkevers Leben umspannt das ganze 20. Jahrhundert, und sein Werk spiegelt das Schicksal der Juden Osteuropas während jener verhängnisvollen Epoche. Er selbst entkam nur mit knapper Not der Katastrophe seines Volkes, und sein erneutes Leben und Schaffen nach dem Kriege rechtfertigt, dass er sich in einem späteren Gedicht mit einer Mischung aus Selbstironie und Stolz als "Phönix-Mensch" bezeichnet (S. 226). Seine Biographie ist äußerst aufschlussreich, ihre Kenntnis sogar unentbehrlich für das Verständnis seiner Dichtung und Prosa, wie Jost Blum geschrieben hat: "Sutzkevers Werk folgt eng den Linien seines eigenen äußeren und inneren Erlebens; es ist in hohem Maße autobiographisch, ohne sich je im Autobiographischen zu erschöpfen oder zu verlieren: Vielleicht wurden gerade deshalb große Teile seines Werkes zu einer unvergleichlichen dichterischen Chronik dieser grausam verfolgten Generation." Der literarische Hintergrund Die literarische Tradition, der Sutzkever entstammte, ist zugleich eine sehr alte und eine ziemlich junge. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts kann man überhaupt von einer modernen Literatur auf Jiddisch sprechen. Sie gründete jedoch auf einer viel älteren Tradition. Das zweitausend Jahre alte hebräische Schrifttum - hauptsächlich religiös, aber immer auch mit einer säkularen Komponente - übte einen wesentlichen Einfluss auf alle jüdischen Literaturen aus, somit auch auf die moderne jiddische Prosa und Lyrik. Die meisten modernen jiddischen Schriftsteller stammten aus traditionell-religiösen Familien, erhielten eine jüdische Erziehung und waren mit der hebräischen und biblischen Literatur vertraut. Deshalb kann man von einem unmittelbaren und tiefen Einfluss dieser Tradition auf ihr Werk sprechen; das trifft auch auf Sutzkever zu. Die jiddische Literatur der Moderne entstammte einer älteren Literatur auf Jiddisch, die verschiedene Genres umfasste: Gebete, ethische, religiöse und philosophische Abhandlungen, Bibelparaphrasen, Helden-Epen, Fabeln, Volksmärchen und Lyrik. Sie blühte vom frühen Mittelalter bis zur Mitte des achtzehnten Jahrhunderts, schwand dann allmählich dahin. Sutzkever hatte gute Kenntnisse dieser älteren Tradition: Im Jahre 1938 hat er altjiddische Philologie und Literatur bei Max Weinreich in Wilna studiert. Sutzkever selbst hat auch mit Gedi

Inhalt

Inhalt Erinnerungen an den Verleger Frank Schwoerer Renate Heuer Sutzkevers Leben und Lyrik Heather Valencia Lyrik Sibir / Sibirien (1936/1953) Gedichte (1937) Nocturne Hier bin ich In des Windes Rucksack Tanzlied Die Ghetto-Tore Waldiges (1940) Alles lohnt mir, dass mein Auge wandert, ... Die Flussufer Verlorenes Nest Landschaft Bis hinter die Sonne Ich hatte mit geschlossnen Augen ... aus: Die Festung (1945) / Gedichte aus dem Ghetto (1946) / Jüdische Gasse (1948) u.a. Krieg Ameisennest aus: Gesichter im Morast (Manuskript 1941) Ich liege in einem Sarg Ein Wagen Schuhe Zum Kind Wie nur? Unter deinen weißen Sternen Ein Augenblick Die Lehrerin Mira Verbrannte Perlen Mit dreißig Jahren Die bleiernen Platten aus Romms Druckerei Ähren Erfrorene Juden Man sucht uns. Ein achtloses Wort ist ein Messer ... aus: Epitaphe Auferstehung der Toten Schwarze Dornen aus: Im Feuerwagen (1952) Hätt ich mich dir nicht zugewandt ... Shabazi Auf Kains Grab Ma'ale 'Aqrabbim Rothaarige Städte Hirsche am Roten Meer Die letzte Linie aus: Kommentare zu einem Gesicht im Spiegel Begegnung aus: Ode an die Taube (1955) Ode an die Taube aus: Elefanten in der Nacht - Reise durch Afrika 1950 aus: In der Wüste Sinai (1957) Else Lasker-Schüler Mein Vater Spielzeuge aus: Rauch von jüdischen Kindern Perets Markish Poesie aus: Oase (1960) Der Weg zum Paradiesgarten Der blinde Milton Eine Winternacht aus: Vierkantige Lettern und Wunder (1968) An Rochl Korn Beim ersten Regen Das Lächeln von Maidanek Ein Zeuge Morgens nach einer Nacht in Jaffa Wüstensonne Die dritte Stille aus: Reife Gesichter (1970) Das Seelenauge weint in Bildern ... Zweig mit letzten Kirschen Barfuß Feuerwehrmänner Die Opferung des Isaak aus: Die Fiedelrose (1974) Die Fiedelrose Jugendfreund Fingerspitzen Meilenweit von mir entfernt Verwandlung Gedicht über Tee Dem Ungesehenen entgegen Garten-Eden-Gedicht Klänge von Violoncellos Dornensträucher aus: Aus alten und jungen Manuskripten / 1935-1981 (1982) Erste Liebe (1936) Fragment (1950) Das blaue Pferdchen (1954) Meeresluft (1972) Gelächter unterm Wald (1978) Tropfen Wein (1978) Elegisch (1978) Nadellicht (1978) aus: Zwillingsbruder (1986) Die roten Ziegel deines Leibs - du hast vergessen ihren Bau ... Wer wird bleiben, was wird bleiben? Bleiben wird ein Wind ... Bei Tag ein Begräbnis, bei Nacht ein Konzert ... Erklären? Wie denn bloß erklären? ... Der Lehm der Zeit ist weich geworden. Schon geht auf der Teig ... Es ist nicht mehr, das grüne Augenpaar, lang lang lang her. So grün ... Du Augenblick, kaum abgeschieden, bist du wie ein Bruder ... Aus Bäumen macht man wundervoll Papier. Und ich: das Gegenteil ... Erinnerung an Pasternak: Die Erde seines Haarschopfs ... Und wenn ich pilgere zu meiner Heimatstadt im Winter ... Im Lachen seiner Einsamkeit hat mal auf einem Flohmarkt in Paris ... Ein Brief kam bei mir an aus meiner litauischen Heimatstadt ... Aus zornerfülltem Salz der Horizont. Und Karawanen ... Die beißend-saure Bitterkeit der letzten Preiselbeere ... Ich habe heute Michoëls gesehn, ein Loch im Kopf - ein Orden ... Zu mir gehört die abgehackte Hand, die ich vor Jahr und Tag ... Erinnerungen: ein Spaziergang einst mit Marc Chagall. Ein bunter ... Die Frau zeigt ihrem kleinen Sohn: Der da am Tisch ... Erinnerung an drei Flamingos am Victoria-See ... Von all den Wörtern bin ich neidisch auf nur dieses eine Wort ... Ich sag zu meinen Füßen: Habt ihr etwa Angst vorm Regen ... Eine linde, gebogene Luft, und ein Regen aus Reis ... Seit meine fromme Mame Erde aß am Jom Kippur ... Erzähl, was dachtest du zu sehen bei der Schädelöffnung ... Zwillingsbruder aus: Der Erbe des Regens (1992) Wildgänse aus: Paris 1988 Zu des Vaters Jahrzeit aus: Erschütterte Wände (1996) aus: Ein Federchen läutet im Abgrund Brot und Salz Prosa Sutzkevers Prosa Peter Comans Grünes Aquarium (1955) Die Frau mit dem Strohhut (1953) Kinderhände (1953) Die letz

Produktinformationen

Titel: Geh über Wörter wie über ein Minenfeld
Untertitel: Lyrik und Prosa
Autor: Abraham Sutzkever
Illustrator: Marc Chagall
Editor: Renate Heuer
Übersetzer: Peter Comans
EAN: 9783593389066
ISBN: 978-3-593-38906-6
Format: Fester Einband
Herausgeber: Campus Verlag GmbH
Genre: Deutschsprachige Sprach- und Literaturwissenschaft
Anzahl Seiten: 389
Gewicht: 619g
Größe: H220mm x B152mm x T28mm
Jahr: 2009
Auflage: 1. Aufl. 05.2009

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