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Zwei Jahrzehnte fesselnde Geschichten und meisterhafte Spannung

Seit 20 Jahren schreibt Sebastian Fitzek Erfolgsgeschichte: Vom Überraschungserfolg seines Debüts „Die Therapie“ bis hin zu Millionen verkaufter Bücher und internationalen Arena-Touren. Im Gespräch verrät er, was ihn inspiriert, wie er sich immer wieder neu erfindet und warum der direkte Kontakt zu seinen Leserinnen und Lesern für ihn unverzichtbar ist.

20 Jahre Sebastian Fitzek

Porträt Sebastian Fitzek
Bild: © Gene Glover

Jubiläums-Interview


Januar 2026

20 Jahre Sebastian Fitzek ist nicht nur ein Jubiläum für den Autor Sebastian Fitzek, sondern auch eine Erfolgsgeschichte in der deutschen Unterhaltungsbranche. Wenn Sie zurückblicken, was kommt Ihnen als erstes in den Sinn?

Das Gespräch mit meiner besten Freundin und heutigen Managerin, der ich sagte: „Manu, ich hab einen Buchvertrag. Die wollen nur ganz wenige Exemplare drucken. Die Chance, dass das ein Bestseller wird, sind in etwa so hoch wie ein 6er im Lotto. Magst du deinen Job kündigen und dich um mein Management kümmern.“ Und sie so: „Klar!“
Man braucht im Leben immer ein Team von Leuten um sich herum, die genau so naiv sind, wie man selbst und den gleichen Traum leben. Meine PR-Agentin Sabrina Rabow war auch von Anfang an mit dabei.

2006 erschien „Die Therapie“. Wenn Sie heute die limitierte Sonderausgabe Ihres Debüts in den Händen halten: Würden Sie es heute noch so schreiben?

Ich wäre ja blöd, wenn ich nur einen einzigen Satz ändern würde.
Jede Recherche lehrt mich: das Gute überwiegt.

Können Sie sich an den Moment erinnern, als Sie zum ersten Mal Ihren Namen auf der Spiegel-Bestsellerliste sahen? Hätten Sie je gedacht, dass Sie innerhalb von 20 Jahren 22 Nummer-1-Hits landen würden?

Auf gar keinen Fall. Wie gesagt, ich ging ja noch nicht einmal davon aus, überhaupt ein zweites Buch schreiben zu dürfen. Nur deshalb hab ich es gewagt, meine E-Mail Adresse im Buch anzugeben. Ich wollte wissen, wer von den wenigen, die per Zufall die Kleinstauflage von „Die Therapie“ gekauft haben, haben es denn bis zur Danksagung geschafft? Ich rechnete mit 10 Mails. Jetzt sind es über 100.000 geworden und ich freue mich über jede einzelne.

Wie hat sich Ihr Blick auf das Böse und die menschliche Psyche in diesen zwei Jahrzehnten verändert? Sind Sie über die Jahre „gnädiger“ oder „unbarmherziger“ mit Ihren Protagonisten geworden?

Jede Recherche lehrt mich: das Gute überwiegt. Es obsiegt vielleicht nicht immer, aber doch meistens. Ich schreibe über die Ausnahme. Serienkiller, Entführer, Mörder – all das ist zum Glück nicht die Regel im Alltag. Es genügen (leider) eine Handvoll Verbrecher, die die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzen. Aber meine Mutter lehrte mich schon: Achte auf die Helfer. Menschen, die beruflich bei der Polizei oder Feuerwehr und in Krankenhäusern arbeiten, aber auch Privatpersonen, die aktiv unterstützen, Geld spenden, Hilfe anbieten – die sind immer in der Überzahl.
Gleichwohl gehe ich mit meinen Opfern, die bei mir immer die Helden der Geschichte sind, nicht sehr zimperlich um.
Mensch Fitzek. Du wolltest doch einfach nur Bücher schreiben. Wo hast du dich denn da hier wieder reingeritten?

Zum „Kalendermädchen“ haben Sie die größte Thriller-Arena-Tour der Welt absolviert, mit 160.000 Zuschauern/Gästen. Schüchtert Sie das nicht ein, hatten Sie jemals Lampenfieber?

Oft und grosses. Vor allen Dingen vor dem ersten Auftritt. Da habe ich mich hinter der Bühne kurz vor dem Auftritt schon gefragt: Mensch, Fitzek. Du wolltest doch einfach nur Bücher schreiben. Wo hast du dich denn da hier wieder reingeritten?

Neuland: Mit „REM“ wagen Sie sich gemeinsam mit Annika Strauss erstmals ins Horror-Genre. Wo liegt für Sie die Grenze zwischen einem Psychothriller und echtem Horror?

Gemeinsam haben die beiden Genres den Aspekt das Gefühl der Angst, nicht zwischen Wirklichkeit und Irrealität unterscheiden zu können. Im Horror kommt das übersinnliche Element hinzu. Also der Umstand, dass der Wahnsinn real sein kann.
Jede Geschichte ist eine neue Reise. Und auf der tritt nie Routine ein.

Über 21 Millionen verkaufte Bücher und seit 11 Jahren meistverkaufter Autor des Jahres. Wird das Schreiben mit der Zeit leichter oder härter?

Es bleibt anstrengend schön. Bei jedem Buch. Auch das ist das Schöne: Jede Geschichte ist eine neue Reise. Und auf der tritt nie Routine ein.

Von Beginn an war Ihnen der direkte Kontakt zu den Leserinnen und Lesern wichtig. Ist das heute mit einem dichten Terminplan noch möglich?

Ich bin ja noch immer auf jeder Buchmesse und hab das grosse Glück, stundenlange Signierstunden geben zu dürfen. Dieser Kontakt, auch auf meinen Lesungen, ist mir weiterhin sehr wichtig.
Wenn ich nicht täglich schreiben würde, würde ich den Flow verlieren und damit meine Ideen.

Im Oktober 2026 wird es einen neuen Psychothriller geben. Wie schaffen Sie es, auch heute noch, nach 20 Jahren, immer wieder mit neuen Plots, Drehs und Wendung zu überraschen?

Ich kann nur kreativ sein, wenn ich schreibe. Die Vorstellung, ein Autor müsse nur jahrelang nachdenken und sich viel, viel Zeit lassen, um ein „Meisterwerk“ zu schreiben, trifft auf mich nicht zu. Wenn ich nicht täglich schreiben würde, würde ich den Flow verlieren und damit meine Ideen.

Sie schreiben auch höchst erfolgreich sogenannte „Kein-Thriller“-Romane. Ist das für Sie eine Art therapeutischer Ausgleich zur Düsternis Ihrer Psychothriller?

Das könnte man denken, aber so gehe ich nicht an meine Ideen ran. Ich frage mich vor jedem neuen Buch: Wenn ich im Leben nur noch ein einziges Buch schreiben dürfte, welches wäre es. Das ist dann eine Bauchentscheidung. Und bei der ist es mir egal, ob die Idee, die mir dann unter den Nägeln brennt, ein Thriller, eine Komödie oder ein Gedichtband mit eigenen Zeichnungen ist. (Letzteres war noch nie der Fall, keine Sorge!)
Ich frage mich vor jedem neuen Buch: Wen ich im Leben nur noch ein einziges Buch schreiben dürfte, welches wäre es.

Vom Brettspiel über Graphic Novels bis hin zu großen Streaming-Produktionen (wie „Der Heimweg“ auf Prime). Gibt es ein Medium oder ein Projekt, das Sie in den nächsten 20 Jahren unbedingt noch erobern wollen?

Nein. Ich bin nicht grössenwahnsinnig, im Gegenteil. Ich weiss, ich hatte schon unglaubliches Glück, mich in so vielen Bereichen ausprobieren zu dürfen. Mein grösster Wunsch wäre es, auch noch in 20 Jahren verlegt zu werden, denn das Buch ist und bleibt mein Lieblingsmedium.

Wenn Sie Ihr Leben der letzten 20 Jahre als einen Ihrer Thriller plotten müssten: Was wäre der perfekte Cliffhanger?

Während ich an diesem Interview sitze, geht die Tür zu meinem Arbeitszimmer auf. Eine Ärztin und zwei Pfleger kommen herein. Die Ärztin hat eine Spritze in der Hand und sagt: „Vorsicht. Er ist wieder in seiner Autorenphase ...!“
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Sebastian Fitzeks Bestseller

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