

Beschreibung
Die Integrierte Versorgung eröffnet völlig neue Chancen und erfüllt zugleich uralte sozialpsychiatrische Forderungen, wenn sie von gemeindepsychiatrischen Trägern realisiert wird. Die gesetzlichen und organisatorischen Grundlagen der Integrierten Versorgung bi...Die Integrierte Versorgung eröffnet völlig neue Chancen und erfüllt zugleich uralte sozialpsychiatrische Forderungen, wenn sie von gemeindepsychiatrischen Trägern realisiert wird. Die gesetzlichen und organisatorischen Grundlagen der Integrierten Versorgung bieten ideale Voraussetzungen für innovative ambulante Angebote: - die Behandlung im Zuhause des Patienten, - die Schaffung von Krisenpensionen und Rückzugsräumen, - ein verpflichtendes Fallmanagement, - trialogische Kooperation bei ambulanter Behandlung, - bezahlte Mitarbeit von Psychiatrie-Erfahrenen und Angehörigen, - Vernetzungen mit anderen Versorgungsbereichen wie Arbeit, Rehabilitation und Therapie Offen und kritisch werden in diesem Buch die Chancen und Perspektiven diskutiert, ebenso wie die Hürden, die es zu bewältigen gilt. Für Praktiker der Gemeindeund Sozialpsychiatrie sowie Entscheidungsträger ist es das Fachbuch für die Zukunft einer neuen Versorgungspraxis. »Integriert (endlich) die Integrierte Versorgung!« Thomas Bock
Autorentext
Wolfgang Faulbaum-Decke war nach der Ausbildung zum Krankenpfleger, dem Studium der Sozialarbeit und Weiterbildungen unter anderem zum Betriebswirt für die Sozialwirtschaft von 2001 bis 2008 Geschäftsführer der Gesellschaft für ambulante psychiatrische Dienste GmbH (Gapsy) in Bremen. Hier brachte er das bundesweit erste Rückzugshaus im Rahmen eines Integrierten Versorgungsvertrags auf den Weg. Diese Form der ambulanten Versorgung für Menschen mit psychischen Erkrankungen wurde im März 2007 als eins von zehn wegweisenden Projekten im Gesundheitssystem von der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND (FTD) in ihrem Wettbewerb »Ideenpark Gesundheitswirtschaft« geehrt. Im Sommer 2008 wechselte Wolfgang Faulbaum-Decke als Geschäftsführer zur Brücke Schleswig-Holstein gGmbH, wo er deren Begründer Günter Ernst-Basten ablöste, der als hauptamtlicher Vorstand zum Paritätischen Landeverband Schleswig-Holstein wechselte. Wolfgang Faulbaum-Decke ist Vorsitzender des Dachverbands Gemeindepsychiatrie. Christian Zechert ist Dipl. Soziologe und Sozialarbeiter. Er war lange wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ev. Krankenhaus in Bielefeld-Bethel und von 2006 bis 2008 Geschäftsführer des Dachverbands Gemeindepsychiatrie. Seit vielen Jahren ist er Redakteuer der »Sozialen Psychiatrie« und der »Psychosozialen Umschau«.
Klappentext
Alle reden zurzeit von "Integrierter Versorgung". Die mehrheitlich aus der ambulanten gemeindepsychiatrischen Praxis stammenden Autorinnen und Autoren zeigen in diesem Buch auf, dass die gesetzlichen und organisatorischen Grundlagen der Integrierten Versorgung ideale Voraussetzungen fr die neuen Konzepte der Sozialpsychiatrie bieten. Dazu gibt es viele gute Ideen einer innovativen Gemeindepsychiatrie: Seien es die Behandlung des Patienten zu Hause, Krisenpension und Rckzugsrume, ein verpflichtendes und bezahltes Fallmanagement, trialogische Kooperationen bei ambulanter Behandlung bis hin zur bezahlten Mitarbeit von Psychiatrie-Erfahrenen und Angehrigen. Mglich wird dies durch Integrierte Versorgung, wenn man dabei den skandinavischen Ansatz der bedrfnisangepassten Behandlung ernst nimmt. Den Rcken dafr strkt das Gesundheitsreformgesetz, mit dem die gesetzliche Krankenversicherung Gestaltungskraft fr die Versorgungslandschaft erhielt. In der Tat auch gemeint ist damit ambulante statt stationre Versorgung.
Inhalt
Es geht um den Menschen Vorbemerkung 7 Hans-Otto Böckheler Warum Integrierte Versorgung in der Gemeindepsychiatrie? 10 Wolfgang Faulbaum-Decke und Christian Zechert Was Integrierte Versorgung kann Bedürfnis, Vorsorge und Lebenswelt: Das NetzWerk psychische Gesundheit in Berlin 20 Martin Kleinschmidt Angehörige und Nutzer als bezahlte Kotherapeuten Erste Erfahrungen 29 Anne Hoffmann Stand der Vernetzung im Rheinland zwischen Kliniken, niedergelassenen Ärzten und Gemeindepsychiatrie 38 Michael van Brederode Ein Krankenhaus macht mobil 50 Matthias Heißler im Gespräch mit Ulrich Krüger Integrierte Versorgung ist mehr: neues Handeln anderes Bewusstsein 58 Thomas Bock Wie Integrierte Versorgung organisiert wird Das Medizinische Versorgungszentrum als Nukleus sektorenübergreifender Verträge mit Krankenkassen 72 Marius Greuèl »Patient-Centered Medical Home« und »Managed Care« in der Psychiatrie? 84 Die Integrierte Versorgung psychisch Kranker im TK-NetzWerk psychische Gesundheit Thomas M. Ruprecht Von der Krisenpension zum Home Treatment und zurück 96 Thomas Vogelsang Wie in der Integrierten Versorgung Qualität gesichert werden kann Qualität sichern 108 Neue Organisationen erfordern neues Teamwork Volkmar Aderhold Integration von Hilfen Alltag der Gemeindepsychiatrie Das Beispiel der Sozialpsychiatrischen Zentren im Rheinland 117 Nils Greve Vernetzung, Verantwortung, Verbindlichkeit Integrierte Versorgung als wirksames Instrument zur Umsetzung von Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen 127 Helmut Thiede Der Trialog als Mittel der Qualitätssicherung 134 Thomas Floeth und Uta Majewsky Integrierte Versorgung nach den §§ 140 ff. SGB V Chancen und Risiken neuer Versorgungskonzepte im Gesundheitswesen aus Sicht der Diakonie 144 Jürgen Armbruster und Katharina Ratzke Inklusion ist die Theorie Integrierte Versorgung die Praxis 157 Birgit Görres und Thomas Pirsig Integrierte Versorgung in der Psychiatrie die Perspektive der Patienten und ihrer Familien 167 Stellungnahme Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e. V. Autorinnen und Autoren 172