

Beschreibung
Keinen Satz hört Sven Michaelsen öfter als: 'Das drucken Sie aber nicht!' Doch jedes Mal siegt die Sehnsucht der Interviewten, vor den Spiegel zu treten und sich darüber klar zu werden, wie sie wurden, wer sie sind. Und so erzählt der Schauspieler Ru...Keinen Satz hört Sven Michaelsen öfter als: 'Das drucken Sie aber nicht!' Doch jedes Mal siegt die Sehnsucht der Interviewten, vor den Spiegel zu treten und sich darüber klar zu werden, wie sie wurden, wer sie sind. Und so erzählt der Schauspieler Rupert Everett von seiner Vergangenheit als Callboy. Der Publizist Fritz J. Raddatz erinnert, wie ihn mit elf Jahren die eigene Stiefmutter vergewaltigt. Der Kunst-Tycoon Simon de Pury fragt sich, ob man ein Bild lieben kann, dessen Schöpfer ein Scheusal ist. Jeff Koons durchlebt noch einmal seine Schlammschlachten mit der Pornofilmerin Cicciolina. Peter Handke begründet, warum er Journalisten ohrfeigt. Und sein Lektor offenbart, wieso er Schriftsteller für Kotzbrocken hält. Der Leser erlebt eine ebenso lehrreiche wie hoch amüsante Bildungsreise zu Hirn, Herz und Unterleib der prägenden Figuren unserer Gegenwart.
Sven Michaelsen studierte Literatur und Geschichte, war zwanzig Jahre lang Reporter und Autor beim 'Stern' und schreibt heute meist für das 'SZ-Magazin'. Sein Markenzeichen sind porträtierende Gespräche mit den Leitfiguren und Idolen unserer Zeit. Mit seinem Buch 'Starschnitte' begeisterte Michaelsen Leser wie Kritiker. Der Schriftsteller Rainald Goetz schrieb: 'Ein unglaublich gutes Buch mit furiosem Tempo. Jeder Satz ein Treffer.' Peter Lückemeier von der 'FAZ' urteilte: 'Ein wunderbares Buch, das ich nachdrücklich zur Lektüre empfehle.' Über Michaelsens 2012 erschienenes Buch 'Ist Glück Glückssache?' meinte der Bestsellerautor Florian Langenscheidt: 'Deutschlands bester Interviewer hat ein ebenso inspirierendes wie spannendes Buch geschrieben - einfach sensationell!' Ebenfalls 2012 erschien 'Wendepunkte' von Michaelsen. Der Schriftsteller Paul Nizon schrieb: 'Eine immens faszinierende Skalp-Sammlung der spannendsten Figuren unserer Zeit. Mehr muss man über die Hirne von unsereins nicht wissen.' Über Michaelsens jüngstes Buch 'Das drucken Sie aber nicht!' urteilte der Philosoph Peter Sloterdijk: 'Mit seinen Interviews schadet Michaelsen der Dummheit.'
Keinen Satz hört Sven Michaelsen öfter als: »Das drucken Sie aber nicht!« Doch jedes Mal siegt die Sehnsucht der Interviewten, vor den Spiegel zu treten und sich darüber klar zu werden, wie sie wurden, wer sie sind. Und so erzählt der Schauspieler Rupert Everett von seiner Vergangenheit als Callboy. Der Publizist Fritz J. Raddatz erinnert, wie ihn mit elf Jahren die eigene Stiefmutter vergewaltigt. Der Kunst-Tycoon Simon de Pury fragt sich, ob man ein Bild lieben kann, dessen Schöpfer ein Scheusal ist. Jeff Koons durchlebt noch einmal seine Schlammschlachten mit der Pornofilmerin Cicciolina. Peter Handke begründet, warum er Journalisten ohrfeigt. Und sein Lektor offenbart, wieso er Schriftsteller für Kotzbrocken hält. Der Leser erlebt eine ebenso lehrreiche wie hoch amüsante Bildungsreise zu Hirn, Herz und Unterleib der prägenden Figuren unserer Gegenwart.
Autorentext
Sven Michaelsen studierte Literatur und Geschichte, war zwanzig Jahre lang Reporter und Autor beim "Stern" und schreibt heute meist für das "SZ-Magazin". Sein Markenzeichen sind porträtierende Gespräche mit den Leitfiguren und Idolen unserer Zeit.Mit seinem Buch "Starschnitte" begeisterte Michaelsen Leser wie Kritiker. Der Schriftsteller Rainald Goetz schrieb: "Ein unglaublich gutes Buch mit furiosem Tempo. Jeder Satz ein Treffer." Peter Lückemeier von der "FAZ" urteilte: "Ein wunderbares Buch, das ich nachdrücklich zur Lektüre empfehle." Über Michaelsens 2012 erschienenes Buch "Ist Glück Glückssache?" meinte der Bestsellerautor Florian Langenscheidt: "Deutschlands bester Interviewer hat ein ebenso inspirierendes wie spannendes Buch geschrieben - einfach sensationell!" Ebenfalls 2012 erschien "Wendepunkte" von Michaelsen. Der Schriftsteller Paul Nizon schrieb: "Eine immens faszinierende Skalp-Sammlung der spannendsten Figuren unserer Zeit. Mehr muss man über die Hirne von unsereins nicht wissen." Über Michaelsens jüngstes Buch "Das drucken Sie aber nicht!" urteilte der Philosoph Peter Sloterdijk: "Mit seinen Interviews schadet Michaelsen der Dummheit."
Leseprobe
»Kunst zu sammeln ist eine unheilbare Suchtkrankheit, aber es ist die schönste Krankheit, die es gibt«
Simon de Pury
Ein junger Mann mit lädiertem Selbstbewusstsein will unbedingt Maler werden, doch als seine Bilder bei den Galeristen durchfallen, wird er stattdessen weltweiter Chefauktionator von Sotheby's und Kunstberater von Milliardären und arabischen Potentaten: Simon de Pury über die Keramikvase am Totenbett von Jackie Onassis und seine Jahre als Trüffelhund von Baron Thyssen-Bornemisza, über die Rezepte von Jeff Koons zur Steigerung der Potenz und den schwarzen Tag, als er ein Bild von Max Ernst aus Versehen in vier Teile zerschneidet
Der Bildhauer Alberto Giacometti wurde einmal gefragt, was er aus einem brennenden Haus retten würde: eine Katze oder einen Rembrandt. Er entschied sich ohne zu zögern für die Katze.
Ich würde bedenkenlos den Rembrandt retten und die Katze ihrem beklagenswerten Schicksal überlassen. Kunstwerke sind für mich lebende Objekte, die den Tod ihres Schöpfers überdauern, manchmal für Jahrtausende. Weil große Kunst das Beste in uns Menschen verstärkt, ist ihr Überleben wichtiger als das eines Tieres.
Seit wann können Sie einen Monet von einem Manet unterscheiden?
Seit meinem 13. Lebensjahr. Meine Mutter fuhr mit mir nach Florenz und Paris und führte mich durch Museen und Galerien. Ich schämte mich immer ein wenig, wenn wir vor einem Gemälde standen und sie mir Erläuterungen aus dem Kunstführer vorlas, aber mit meinen Kindern habe ich später das Gleiche gemacht.
Mit welchem Ergebnis?
Als meine Kinder Teenager waren, fuhr ich mit ihnen für eine Woche nach New York. Sechs Tage lang absolvierten wir ein Programm für Halbwüchsige. Am siebten Tag, einem Mittwoch, wollte ich ihnen unbedingt das Museum of Modern Art zeigen. Als wir vor dem Eingang standen, bekamen meine Kinder Smiley-Gesichter. Als ich fragte, warum sie so beglückt gucken würden, deuteten sie auf ein Schild: »Mittwochs geschlossen«.
Sie wollten seit früher Jugend Maler werden. Nachdem Ihre abstrakten Tuschbilder bei drei Galerien durchgefallen waren, gingen Sie für 18 Monate beim Schweizer Kunsthändler Eberhard Kornfeld in die Lehre. Eine gute Zeit?
Der Höhepunkt war, dem berühmten Sammler Heinz Berggruen für ein paar Tage als Chauffeur zugeteilt zu werden. Der Tiefpunkt war, für eine wertvolle Zeichnung von Max Ernst ein Passepartout zuschneiden zu sollen. Ich übersah, dass die Zeichnung unter der Pappe lag, und zerschnitt sie in vier Teile. Ich hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen und war mir sicher, rausgeworfen zu werden, aber Kornfeld reagierte höchst gelassen: »Kein Problem, junger Mann, für mich arbeitet der weltbeste Restaurator. Wenn er mit seiner Arbeit fertig ist, wird niemand darauf kommen, was passiert ist.« Bei der Versteigerung der Zeichnung wurde der Schaden mit keinem Wort im Katalog erwähnt. Ich zitterte, dass alles herauskommen würde, aber vom Käufer kam nie eine Beschwerde. Ich hatte das perfekte Verbrechen begangen.
Haben Sie noch andere Kunstwerke auf dem Gewissen?
Nein, aber es ist erschreckend, wie oft Objekte hinter den Kulissen zerstört werden. Als junger Mann habe ich Kunsttransporte begleitet. Wenn ich in feuchtheißen Städten wie Bombay oder Bangkok das Flugzeug wechseln musste, standen die Kisten mit wertvollen Gemälden manchmal stundenlang in der prallen Sonne. Beim Auktionshaus Christie's rutschte einmal ein Klavier vom Podium und machte aus einer mehrere Millionen Dollar teuren Stradivari Kleinholz. Bezeichnend ist auch, was mit einem Objekt von Christo passiert ist, als es bei einem Auktionshaus eingeliefert wurde. Man hatte vergessen, den Mitarbeitern der Frachtabteilung zu sagen, dass Christo ein Verpac…