

Beschreibung
In seinen einschlägigen Vorträgen im Rahmen der ökumenischen Bewegung in den frühen 1930er Jahren entfaltet Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) angesichts der brennenden Frage nach Wesen und Auftrag internationaler ökumenischer Gemeinschaft Ansätze einer ökumenisc...In seinen einschlägigen Vorträgen im Rahmen der ökumenischen Bewegung in den frühen 1930er Jahren entfaltet Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) angesichts der brennenden Frage nach Wesen und Auftrag internationaler ökumenischer Gemeinschaft Ansätze einer ökumenischen Theologie, die als Fundament, Ausgangspunkt und Orientierung kirchlichen Handelns dienen soll. In der theologisch begründeten Verknüpfung von Wahrheitssuche und empirischer »Existenzform« der Kirche werden in den Überlegungen Bonhoeffers Grundaspekte einer theologisch kohärenten ökumenischen (Friedens-)Ethik erkennbar. Ausgehend von dessen Erstlingswerk »Sanctorum Communio« (1930) untersucht Stephan von Twardowski die ekklesiologische, christologische und anthropologische Grundlegung und die Tragweite der frühen ökumenischen Theologie und Ethik Dietrich Bonhoeffers. [The Peace of Christ and the One Church. The Ecclesiological Foundation of Dietrich Bonhoeffer´s Ecumenical Ethics] In his early speeches within the ecumenical movement between 1932 and 1935 facing the burning issue of the nature and the mission of the international ecumenical community Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) develops aspects of an ecumenical theology, which claims to serve as fundament, origin and orientation for the Church's action and commitment. In the theologically based connection between seeking the truth on the one hand and the empiric existence of the Church on the other hand Bonhoeffers deploys central aspects for a theologically coherent ecumenical (peace) ethics. Beginning with Bonhoeffer´s first work »Sanctorum Communio« (1930) Stephan von Twardowski analyses the ecclesiological, christological and anthropological foundation and relevance of Dietrich Bonhoeffer´s early ecumenical theology and ethics.
Autorentext
Stephan von Twardowski, Jahrgang 1977, studierte Evangelische Theologie und Erziehungswissenschaft in Hamburg, Heidelberg, São Paulo und Reutlingen. Er ist ordinierter Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche. Seit 2018 vertritt er das Fach Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Reutlingen. Im gleichen Jahr wurde er mit dem vorliegenden Buch von der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg promoviert.
Inhalt
Inhalt Vorwort 7 1 Einleitung: Die eine Kirche Jesu Christi als Bewährungsfeld ökumenischer Theologie und Ethik 19 1.1 Der Zusammenhang von Ekklesiologie und Ethik als Bewährungsfeld der Ökumene 19 1.2 Ekklesiologie und Ethik: Der Beitrag Dietrich Bonhoeffers 32 1.3 Bonhoeffers ekklesiologische Grundlegung ökumenischer Ethik: Vorgehen und Ziel der Untersuchung 35 1.4 Zum Verhältnis von Ekklesiologie und Ethik in der Theologie Dietrich Bonhoeffers: Einblicke in den Stand der Forschung 40 2 Person, Geist, soziale Beziehungen und Gemeinschaft: Die vielschichtigen Grundanlagen der Ekklesiologie Dietrich Bonhoeffers 49 2.1 Sozialität als Wesensmerkmal sämtlicher theologischer Grundinhalte: Zur Programmatik von Bonhoeffers »Sanctorum Communio« 49 2.2 Die Sozialgestalt der Kirche als Grundproblem reformatorischer Ekklesiologie 54 2.3 Sozialphilosophische und soziologische Erkenntnisse im Dienst theologischer Dogmatik: Bonhoeffers methodischer Zugang zur Ekklesiologie 59 2.4 Person und soziale Grundbeziehungen: Die Komplexität menschlicher Grundrelationen 65 2.4.1 Der wesentliche Zusammenhang von Person-,Gemeinschafts- und Gottesbegriff 65 2.4.2 Die wesentliche Sozialität des christlichen Personbegriffs 71 2.4.3 Die Relationalität der Person und die Struktur interpersonaler Grundbeziehungen 77 2.4.4 Das Ich-Du-Verhältnis und der Gottesbegriff 81 2.5 Die wesentliche Sozialität der Schöpfung, des menschlichen Geistes und die Grundstruktur von Gemeinschaft 86 2.5.1 Die Schöpfung und ihre wesentliche Sozialität 86 2.5.2 Die wesentliche Sozialität des menschlichen Geistes 89 2.5.3 Die strukturelle Individualität des menschlichen Geistes 95 2.5.4 Soziale Geistigkeit als Person: Gemeinschaft als Kollektivperson 96 2.5.5 Die wesentliche Struktur empirischer Gemeinschaft 100 2.5.6 Die Grundtypen menschlicher Gemeinschaft 103 2.5.7 Das Wesen menschlicher Sozialgebilde und die konkrete Gestalt des objektiven Geistes 111 2.6 Die Wirklichkeit der Sünde und die Zerrissenheit aller Sozialbeziehungen 126 2.6.1 Die individuelle und überindividuelle Dimension und Wirklichkeit der Sünde 126 2.6.2 Der einzelne Mensch und die Adamsmenschheit: Die Totalität der Schuld 132 2.6.3 Die ethische Struktur der Adamsmenschheit und die Wirklichkeit der Gesamtschuld 137 3 Die Wirklichkeit der Kirche Jesu Christi und ihre Sozialgestalt: »Christus als Gemeinde existierend« 143 3.1 Die Offenbarungsrealität der Kirche Jesu Christi und ihre geschichtliche Wirklichkeit 143 3.2 Die neue Wirklichkeit der Kirche Jesu Christi und die bleibende Wirklichkeit der Sünde 148 3.3 Das Sein in Christus und das Sein in der Gemeinde: Die Verknüpfung von Christologie und Ekklesiologie 149 3.4 Jesus Christus und die Realisierung der Kirche: Stellvertretung 157 3.4.1 Die in Adam gefallene Menschheit und Christus, der Stellvertreter 158 3.4.2 Stellvertretung als Schuld- und Strafvertretung in Christus 161 3.4.3 Die wesentliche Sozialität des Gesetzes und das neue »Lebensprinzip der Stellvertretung« 164 3.5 Der Heilige Geist und die Aktualisierung der Kirche Jesu Christi: Vielheit, Gemeinschaft und Einheit des Leibes Christi 169 3.5.1 Das Wort des gekreuzigten und auferstandenen Herrn der Gemeinde und die Vergegenwärtigung im Wirken des Heiligen Geistes 169 3.5.2 »Geistvielheit« und die ethische und strukturelle Einsamkeit der Einzelperson 173 3.5.3 Die Selbstoffenbarung Gottes in seiner Liebe und die Aktualisierung der Gemeinde als »Geistgemeinschaft«: Sanctorum Communio 177 3.5.4 Die Dynamik der »Geisteinheit«: Gemeinde als Gesamtperson 188 3.6 Die geglaubte Wirklichkeit der Kirche und ihre empirische Sozialgestalt 191 3.6.1 Das Verh!ltnis von Heiligem Geist und objektivem Geist 191 3.6.2 Geglaubte Wahrheit und Existenzform der Kirche ..... 194 3.7 Zusammenschau und Ertrag: »Christus als Gemeinde existierend«. Zur Orientierungskraft der frühen Ekklesiologie Bonhoeffers und ihren Grenzen 199 3.7.1 Bonhoeffers Denkfiguren zur sozialphilosophischen und soziologischen Entfaltung der Einheit von Sozialgebilden 200 3.7.2 Gestalt und Wirken des Heiligen Geistes: Bonhoeffers Geistbegriff 204 4 Der Mensch, die Sünde und die Zerrissenheit menschlicher Gemeinschaft: Bonhoeffers theologische Anthropologie 211 4.1 Die Zerrissenheit menschlicher Existenz und das Wissen um Gut und Böse 211 4.2 Die biblischen Schöpfungserzählungen (Gen 13) und das Wissen um Gut und Böse 213 4.3 Das Schriftverständnis Bonhoeffers 215 4.3.1 Die christologischen Grundvoraussetzungen der Hermeneutik Bonhoeffers 216 4.3.2 Die grundlegenden ekklesiologischen Prämissen der Hermeneutik Bonhoeffers 220 4.4 Der Schöpfer und der Mensch im Lichte des ersten Schöpfungsberichts 222 4.4.1 Der unwissende Mensch zwischen Anfang und Ende der Schöpfung Gottes 223 4.4.2 Das Verhältnis von Schöpfer und Geschöpf 231 4.4.3 Die Erhaltung der Welt durch den Schöpfer 234 4.4.4 Der Mensch als Ebenbild Gottes und der sogenannte Herrschaftsauftrag 236 4.4.4.1 Die Ebenbildlichkeit Gottes im Menschen 238 4.4.4.2 Der Herrschaftsauftrag als existenzielle Bindung an die Schöpfung 243 4.5 Der Mensch und der Sündenfall im zweiten Schöpfungsbericht 244 4.5.1 Die Mitte und die Grenze des Lebens 245 4.5.2 Das Paradies und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse 247 4.5.3 Der unlösliche Zusammenhang von Gut und Böse 251 4.5.4 Das tote Leben des »sicut-deus-Menschen« 258 4.5.5 Der Fall des Menschen als »verzweifelter Zugriff auf das Leben« 262 4.5.6 Die menschliche Frage nach dem Ursprung des Bösen 265 4.5.7 Die Erhaltung der Welt und die Überwindung der Zerrissenheit 268 4.6 Zusammenschau und Ertrag: Der Mensch und die grundlegende Zerrissenheit in Gut und Böse 271 5 Die Gegenwart Christi und die Wirklichkeit der einen Kirche: Ekklesiologie und Ethik in Bonhoeffers ökumenisc…