

Beschreibung
Eine kleine Baguetterie, ein altes Familiengeheimnis und große Gefühle vor der traumhaften Kulisse Südfrankreichs Nach einem schweren Schicksalschlag reist Amélie nach Collioure in die Heimat ihrer Großmutter, um Abstand zu gewinnen und in der südfranzösischen...Eine kleine Baguetterie, ein altes Familiengeheimnis und große Gefühle vor der traumhaften Kulisse Südfrankreichs
Nach einem schweren Schicksalschlag reist Amélie nach Collioure in die Heimat ihrer Großmutter, um Abstand zu gewinnen und in der südfranzösischen Provinz wieder zu sich zu finden. Als sie in das alte Haus ihrer Oma kommt, muss sie jedoch feststellen, dass die obere Etage an einen Journalisten vermietet ist. Wenig erfreut über ihren Mitbewohner Benjamin beschließt Amélie ihre Zeit in der alten Baguetterie im Erdgeschoss zu verbringen und hier wieder zu backen, so wie in glücklichen Kindertagen.
Als sie ihre Großmutter Isabelle im Seniorenheim besucht, überreicht diese ihr ein altes Tagebuch, in dem sie ihre eigene tragische Geschichte über die Beziehung zu einem deutschen Wehrmachtsoldaten festgehalten hat. Amélie versucht, gemeinsam mit Benjamin das Geheimnis aus Isabelles Vergangenheit zu lüften und genießt dabei seine Nähe mehr, als sie sich zunächst eingestehen will ... Wird sie sich trauen, wieder nach den Sternen zu greifen?
Silke Ziegler lebt mit ihrer Familie in Weinheim an der Bergstraße. Zum Schreiben kam sie 2013 durch Zufall, als sie während eines Familienurlaubs im Süden Frankreichs auf ihre erste Romanidee stieß. Wenn sie nicht gerade in ihre französische Herzensheimat reist, liest und schreibt sie sich die traumhafte Kulisse einfach herbei.
Vorwort
Wo der Himmel heller leuchtet und die Sterne greifbar scheinen, suchen drei Frauen nach ihrem Glück
Autorentext
Silke Ziegler lebt mit ihrer Familie in Weinheim an der Bergstraße. Zum Schreiben kam sie 2013 durch Zufall, als sie während eines Familienurlaubs im Süden Frankreichs auf ihre erste Romanidee stieß. Wenn sie nicht gerade in ihre französische Herzensheimat reist, liest und schreibt sie sich die traumhafte Kulisse einfach herbei. Die Autorin steht für Veranstaltungen zur Verfügung. Anfagen bitte an: autorin-silke-ziegler.de
Leseprobe
3
Ungeduldig bewegte Amélie ihre Finger in der Luft, als wollte sie Klavier spielen. Es ging nicht. Es hatte überhaupt keinen Sinn. Ihre Tastatur schien sie vorwurfsvoll anzublicken. Das Schreiben würde nicht wiederkommen. Wo die Worte früher flossen und übergebrodelt waren, herrschte jetzt beängstigende Leere. Ihr Kopfkino, das Amélie immer die lebendigsten Szenen, die interessantesten Figuren und detailliertesten Beschreibungen geliefert hatte, sprang nicht mehr an.
Frustriert starrte sie auf ihren Notizblock, auf dem sie den kompletten Plot skizziert hatte - vor Ewigkeiten. In einem anderen Leben. Je länger sie auf die Wörter blickte, desto verschwommener nahm sie ihre eigene Handschrift wahr. Ja, die Handlung stand. Die Hauptarbeit war lange erledigt. Die Geschichte musste nur noch ausformuliert werden. Handwerkszeug, dachte Amélie bitter. Sie wusste, dass sie formulieren und ihr Schreibstil die Leser mitreißen und fesseln konnte. Oft genug war sie selbst durch das Schreiben in einen regelrechten Sog geraten, der sie so tief in die Geschichte hineingezogen hatte, dass sie nachts nicht mehr hatte schlafen können. Der das reale Leben oft genug nur noch wie eine Nebensächlichkeit hatte erscheinen lassen. Ja, es gab Zeiten, da hatte sie in ihren Geschichten gelebt. Amélie hatte mit den Protagonisten gelitten, sie hatte mit ihnen gekämpft und geweint, geliebt und gefühlt. Ihre Leser und auch die Presse hoben immer wieder die Emotionen hervor, die Amélie mit wenigen Worten entfachen konnte.
Wie jedoch sollte sie schreiben und sich in andere Personen mit all ihren Enttäuschungen hineinversetzen, wenn sie selbst nichts mehr fühlte? Ihr Körper funktionierte. Er verließ das Bett, wenn er der Meinung war, der Tag könne beginnen. Er aß, wenn er Hunger verspürte. Er ruhte, wenn das Gefühl zu übermächtig wurde, mit dem Leben überfordert zu sein. Alles, was Amélie tat, lief mechanisch ab. Das Feingefühl, die Empathie, die sie immer ausgezeichnet hatte, ihre ausgeprägte Vorstellungskraft, all die Zutaten, die es für einen guten Roman brauchte, schienen in den letzten Jahren verloren gegangen zu sein. Wo Amélie früher mit den Tränen zu kämpfen hatte, wenn sie von einem berührenden Schicksal, Missbrauchsopfern, gequälten Tieren, von Eltern, die ihr Kind verloren hatten, erfuhr, herrschte nun gähnende Leere. Dadurch konnte sie auch den Hauptfiguren ihres neuen Buches kein Leben einhauchen. Keine Emotionen, keine Konflikte, nichts.
Wie sollte es jetzt mit ihr weitergehen? Amélie konnte nichts anderes. Sie schrieb, seit sie denken konnte. Ihr Literaturstudium hatte sie vor zehn Jahren eher halbherzig beendet, um nicht komplett ohne Abschluss dazustehen. Schon als kleines Mädchen hatte sie davon geträumt, eigene Geschichten zu spinnen. Seit sie schreiben konnte, hatte sie ihre Eltern mit Aufsätzen, Gedichten und selbst ausgedachten Märchen erfreut. Nachdem Amélie von einem ihrer Deutschlehrer ein überdurchschnittliches Talent zum Entwickeln eigener Geschichten attestiert bekommen hatte, stand ihr Entschluss endgültig fest. Sie wollte eine berühmte Schriftstellerin werden. Obwohl der Aspekt mit dem Berühmtsein sich als schwieriger erwiesen hatte als anfangs gedacht, hatte sie sich keine Sekunde lang auf ihrem Weg beirren lassen. Unzählige Verlagsabsagen, wiederholte bissige Kommentare aus ihrem Freundeskreis sowie die unsichere Verdienstsituation hatten sie nicht abhalten können. Schreiben war schon immer ihr Traum gewesen. Ein Traum, für den es sich zu kämpfen gelohnt hatte und der kein Traum geblieben war. Sie hatte mehr erreicht als die meisten anderen Autoren. Ihre Bücher sicherten ihr mittlerweile einen komfortablen Lebensstandard.
Allerdings war seit drei Jahren alles anders. Amélie kam in ihrem eigenen Leben nicht mehr zurecht. Wie sollte sie sich in dieser Situation um andere Schicksale kümmern? Frustriert schlug sie mit beiden Händen auf die Tastatur. Sofort erschien eine Reihe Hier