

Beschreibung
Shakespeare forever In ihrer berühmten und erfolgreichen Sammlung erzählen die Geschwister Lamb die zwanzig bekanntesten Shakespeare-Stücke in Form einfühlsamer Geschichten nach. Unter Weglassung verzweigter Nebenhandlungen konzentrieren sie sich auf das wesen...Shakespeare forever In ihrer berühmten und erfolgreichen Sammlung erzählen die Geschwister Lamb die zwanzig bekanntesten Shakespeare-Stücke in Form einfühlsamer Geschichten nach. Unter Weglassung verzweigter Nebenhandlungen konzentrieren sie sich auf das wesentliche Geschehen um die Hauptgestalten, die sie durch ihr Handeln, ihre Beweggründe und Empfindungen charakterisieren. Das komplexe Geschehen wird verständlich umrissen und die jeweils besondere Atmosphäre vermittelt. In der deutschen Version folgen die Dialoge weitgehend der Schlegel-Tieck'schen Übersetzung. Weit mehr als einfache Inhaltsangaben sind diese Nacherzählungen eigenständige Geschichten, die einerseits raschen Überblick gewähren, andererseits Spannung und Lesegenuss bereiten. Ein vorzügliches Geschenk für Schüler, Studenten, das junge Kinopublikum der letzten Shakespeare-Verfilmungen und alle, die raschen Überblick suchen. Auch zum Vorlesen für Kinder bestens geeignet. 'Nun endlich auch bei uns: die Dramen in Kurzform.' Schweriner Volkszeitung
Mary Lamb (1764-1847), führte in London zusammen mit ihrem Bruder Charles einen literarischen Salon, in dem sich die Dichter der englischen Romantik, bekannte Verleger und Zeitschriften-Herausgeber trafen. Sie verfaßte eine Reihe von Kindergeschichten und trug den größeren Teil zu den Shakespeare-Erzählungen bei.
Shakespeare forever.
In ihrer berühmten und erfolgreichen Sammlung erzählen die Geschwister Lamb die zwanzig bekanntesten Shakespeare-Stücke in Form einfühlsamer Geschichten nach. Unter Weglassung verzweigter Nebenhandlungen konzentrieren sie sich auf das wesentliche Geschehen um die Hauptgestalten, die sie durch ihr Handeln, ihre Beweggründe und Empfindungen charakterisieren. Das komplexe Geschehen wird verständlich umrissen und die jeweils besondere Atmosphäre vermittelt. In der deutschen Version folgen die Dialoge weitgehend der Schlegel-Tieck'schen Übersetzung.
Weit mehr als einfache Inhaltsangaben sind diese Nacherzählungen eigenständige Geschichten, die einerseits raschen Überblick gewähren, andererseits Spannung und Lesegenuss bereiten. Ein vorzügliches Werk für Schüler, Studenten, das Kinopublikum der letzten Shakespeare-Verfilmungen und alle, die raschen Überblick suchen. Auch zum Vorlesen für Kinder bestens geeignet.
"Nun endlich auch bei uns: die Dramen in Kurzform." Schweriner Volkszeitung.
Autorentext
Mary Lamb (1764-1847), führte in London zusammen mit ihrem Bruder Charles einen literarischen Salon, in dem sich die Dichter der englischen Romantik, bekannte Verleger und Zeitschriften-Herausgeber trafen. Sie verfaßte eine Reihe von Kindergeschichten und trug den größeren Teil zu den Shakespeare-Erzählungen bei.
Charles Lamb (1775-1834), bedeutendster Kritiker und Essayist der englischen Frühromantik. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er im Rechnungsamt des East India House. Die "Tales of Shakespeare" (1807) waren sein erfolgreichstes Werk, mit dem er die Engländer wieder mit Shakespeare bekannt machte.
Leseprobe
Der Widerspenstigen Zähmung
Katharina, die Widerspenstige, war die älteste Tochter Baptistas, eines reichen Edelmannes in Padua. Sie war eine Jungfrau von so unlenksamem Geist und so hitziger Gemütsart, und ihre Zunge war zu so lautem Widerspruch geneigt, daß sie in Padua nur bekannt war unter dem Namen "Katharina, die Widerspenstige". Es war höchst unwahrscheinlich, ja es schien in der Tat unmöglich, daß sich je ein Mann finden würde, der es wagte, dieses Mädchen zu heiraten, und deswegen tadelte man Baptista sehr, daß er zögerte, seine Zustimmung zu geben zu vielen glänzenden Anträgen, die ihrer liebenswürdigen Schwester Bianca gemacht wurden; denn er wies alle Bewerber Biancas mit der Entschuldigung ab, daß, wenn er erst die ältere Schwester in Ehren los wäre, sie dann volle Freiheit haben sollten, sich an die junge Bianca zu wenden.
Es ereignete sich trotzdem, daß ein Edelmann namens Petruchio nach Padua kam, in der Absicht, sich nach einer Gemahlin umzusehen, und daß dieser, durchaus nicht entmutigt durch jene Berichte von Katharinas Gemütsart, auf die Kunde von ihrem Reichtum und ihrer Schönheit sich rasch entschloß, diesen vielbesprochenen Widerspruchsgeist zu heiraten und Katharina so zu zähmen, daß sie ein sanftes und verträgliches Weib würde. Und sicherlich war keiner so geeignet, mit dieser Herkulesarbeit fertig zu werden, wie Petruchio; denn er besaß einen ebenso stolzen Geist wie Katharina, und er war ein witziger und überaus glücklich angelegter Mann von heiterster Laune, außerdem aber so klug und von so treffendem Urteil, daß er sich wohl darauf verstand, sich leidenschaftlich und höchst aufgeregt zu stellen, während er innerlich so ruhig war, daß er selbst lustig hätte lachen können über seinen eigenen vorgeblichen Zorn, denn seine natürliche Gemütsart war sorglos und behaglich-zufrieden. Die ungestüm polternde Weise, die er annahm, als er Katharinas Gatte wurde, war nur aus Scherz hervorgegangen oder, wenn man es richtiger ausdrückt, aus Verstellung, die ihm sein überaus kluger Verstand eingab, denn er sah darin das einzige Mittel, das leidenschaftliche Gebaren der heftigen Katharina in ihrer eigenen Art zu übertrumpfen.
Als Freier also kam Petruchio zu Katharina der Widerspenstigen, und vor allem wandte er sich zuerst an Baptista, ihren Vater, und er bat um die Erlaubnis, werben zu dürfen um seine liebenswürdige Tochter Katharina, wie Petruchio sie nannte; er sagte mit mutwilligem Scherz, daß er gehört habe von ihrer Schüchternheit und Bescheidenheit und ihrem sanften Benehmen und daß er deshalb von Verona gekommen sei, um ihre Liebe zu werben. Ihr Vater wünschte zwar, sie verheiratet zu sehen, fühlte sich aber doch zu dem Bekenntnis gezwungen, daß Katharina der von ihm entworfenen Zeichnung übel entsprechen würde. Denn bald trat deutlich hervor, aus welcher Art von Liebenswürdigkeit sie bestand: Ihr Musiklehrer stürmte ins Zimmer, um sich zu beklagen, daß die liebenswürdige Katharina, seine Schülerin, mit der Laute seinen Kopf zerschlagen habe, weil er sich erkühnt, in ihrer musikalischen Leistung Fehler zu finden. Als das Petruchio hörte, sprach er: "Das ist ein Prachtmädel; ich liebe sie mehr als je und sehne mich danach, ein bißchen mit ihr zu plaudern"; und um den alten Mann zu einer bestimmten Antwort zu drängen, fügte er hinzu: "Mein Geschäft hat Eile, Signor Baptista, ich kann nicht jeden Tag als Freier kommen. Ihr kanntet meinen Vater. Er ist tot und hat mich als Erben aller seiner Ländereien und Güter hinterlassen. Also sagt mir: Wenn ich Eurer Tochter Liebe gewinne, welch eine Mitgift bringt sie mir ins Haus?" Baptista dachte, dies Auftreten sei ein bißchen derb für einen Freier; aber da er froh war, Katharina verheiratet zu sehen, gab er zur Antwort, daß er ihr zwanzigtausend Kronen zur Ausstattung und bei seinem Tode die Hälfte seines Vermögens geben würde. So fand dieser wunderliche Handel bald beiderseitige Zusti