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Kreditderivate und Kreditrisikomanagement

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Beschreibung

Inhaltsangabe:Einleitung: Das Kreditgeschäft ist einer der wichtigsten Tätigkeitsbereiche deutscher Banken, auch wenn die letzten Jahre durch stetig steigende Insolvenzzahlen geprägt waren. Bekannte Beispiele wie Worldcom, Enron auf internationaler Ebene oder Kirch Media, Fairchild Dornier, Babcock Borsig in Deutschland sind ein Indiz für die weltweit ansteigende Bedeutung des Kreditrisikos. Auch die jüngsten Turbulenzen in den südostasiatischen, lateinamerikanischen und osteuropäischen Märkten, bedingt durch eine rasante Verschlechterung der Bonitätseinschätzung, haben zu erheblichen Verlusten in den Portfolios der Banken geführt. Durch die Liberalisierung und Globalisierung der Finanzmärkte hat sich in den letzten Jahren der Wettbewerb im Finanzsektor zunehmend verstärkt. Zugleich suchten immer mehr Unternehmen mit hoher Kreditqualität durch die Emission von Unternehmensanteilen den direkten Weg an den Kapitalmarkt. Dies führte zu einem steigenden Druck auf die Kreditmargen der Banken. Gute Margen konnten oft nur bei solchen Krediten erzielt werden, die mit einem höheren Ausfallrisiko behaftet waren, woraus aber eine gefährliche Konzentration dieser Kredite in den Portfolios resultiert. Um einerseits den verschärften Wettbewerb zu bestehen und andererseits die strengeren Eigenkapitalanforderungen der Bankenaufsicht zu erfüllen, sind die Banken gezwungen, ein effizientes Risikomanagement zu installieren, welches ermöglicht, Risiken so zu steuern, dass die Rentabilität der Bankgeschäfte sichergestellt ist. Inzwischen gehören Kreditderivate im Banken- und Finanzsektor zu den Standardinstrumenten für das Risikomanagement von Instituten. Sie haben grundsätzlich das Potential, die Risikoallokation sowohl innerhalb einer Volkswirtschaft als auch auf globaler Ebene zu verbessern und die Stabilität von Banken- und Finanzmärkten zu erhöhen. Allerdings sind mit Kreditderivaten auch Risiken verbunden. Während vieles dafür spricht, dass der Nutzen von Kreditderivaten ihre Kosten übersteigt, hängt das endgültige Urteil von einer Abwägung ihrer Vor- und Nachteile ab. Gang der Untersuchung: Ziel dieser Arbeit ist, Kreditderivate hinsichtlich ihrer Anwendungsmöglichkeiten und Behandlung im Risikomanagement einer Bank zu untersuchen. Im Kapitel 2 werden die Begriffe ‚Kredit’, ‚Kreditrisiko’ und ‚Credit Spread’ näher erläutert, da sie für diese Arbeit von elementarer Bedeutung sind. Kapitel 3 beschäftigt sich ausführlich mit dem Markt für Kreditderivate. [...]

Klappentext

Inhaltsangabe:Einleitung: Das Kreditgeschäft ist einer der wichtigsten Tätigkeitsbereiche deutscher Banken, auch wenn die letzten Jahre durch stetig steigende Insolvenzzahlen geprägt waren. Bekannte Beispiele wie Worldcom, Enron auf internationaler Ebene oder Kirch Media, Fairchild Dornier, Babcock Borsig in Deutschland sind ein Indiz für die weltweit ansteigende Bedeutung des Kreditrisikos. Auch die jüngsten Turbulenzen in den südostasiatischen, lateinamerikanischen und osteuropäischen Märkten, bedingt durch eine rasante Verschlechterung der Bonitätseinschätzung, haben zu erheblichen Verlusten in den Portfolios der Banken geführt. Durch die Liberalisierung und Globalisierung der Finanzmärkte hat sich in den letzten Jahren der Wettbewerb im Finanzsektor zunehmend verstärkt. Zugleich suchten immer mehr Unternehmen mit hoher Kreditqualität durch die Emission von Unternehmensanteilen den direkten Weg an den Kapitalmarkt. Dies führte zu einem steigenden Druck auf die Kreditmargen der Banken. Gute Margen konnten oft nur bei solchen Krediten erzielt werden, die mit einem höheren Ausfallrisiko behaftet waren, woraus aber eine gefährliche Konzentration dieser Kredite in den Portfolios resultiert. Um einerseits den verschärften Wettbewerb zu bestehen und andererseits die strengeren Eigenkapitalanforderungen der Bankenaufsicht zu erfüllen, sind die Banken gezwungen, ein effizientes Risikomanagement zu installieren, welches ermöglicht, Risiken so zu steuern, dass die Rentabilität der Bankgeschäfte sichergestellt ist. Inzwischen gehören Kreditderivate im Banken- und Finanzsektor zu den Standardinstrumenten für das Risikomanagement von Instituten. Sie haben grundsätzlich das Potential, die Risikoallokation sowohl innerhalb einer Volkswirtschaft als auch auf globaler Ebene zu verbessern und die Stabilität von Banken- und Finanzmärkten zu erhöhen. Allerdings sind mit Kreditderivaten auch Risiken verbunden. Während vieles dafür spricht, dass der Nutzen von Kreditderivaten ihre Kosten übersteigt, hängt das endgültige Urteil von einer Abwägung ihrer Vor- und Nachteile ab. Gang der Untersuchung: Ziel dieser Arbeit ist, Kreditderivate hinsichtlich ihrer Anwendungsmöglichkeiten und Behandlung im Risikomanagement einer Bank zu untersuchen. Im Kapitel 2 werden die Begriffe Kredit , Kreditrisiko und Credit Spread näher erläutert, da sie für diese Arbeit von elementarer Bedeutung sind. Kapitel 3 beschäftigt sich ausführlich mit dem Markt für Kreditderivate. Zunächst wird der Begriff des Kreditderivats näher beschrieben, dann werden die Entstehungsfaktoren, die bisherige Entwicklung und die Struktur des Kreditderivatemarktes veranschaulicht. Ferner werden die Vertragselemente und Ausprägungsformen vorgestellt. Anschließend wird auf die Preisermittlung von Kreditderivaten sowie deren Ausgestaltung eingegangen. Im Kapitel 4 werden die Anwendungsmöglichkeiten für Kreditderivate im Risikomanagement dargestellt. Zuerst wird der Begriff des Risikomanagements definiert, dann wird u. a. auch auf die Vorteile, die Kreditderivate gegenüber traditionellem Risikomanagement bieten, eingegangen. Es werden auch die Risiken, die der Einsatz dieser Instrumente mit sich bringt, untersucht. Im Kapitel 5 werden die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen für die Behandlung von Kreditderivaten dargestellt und diskutiert. Dabei beschränken sich die Aufführungen auf Credit Default Swaps und Credit Linked Notes im Anlage- und Handelsbuch. Im letzten Kapitel finden dann eine Abschlussbetrachtung und ein Ausblick auf mögliche Entwicklungstendenzen der Kreditderivate statt. Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: InhaltsverzeichnisII AbkürzungsverzeichnisIV Tabellen- und AbbildungsverzeichnisV 1.Einleitung1 1.1Problemstellung1 1.2Zielsetzung und Gang der Untersuchung2 2.Kredit, Kreditrisiko und Credit Spread4 3.Kreditderivate7 3.1Definition des Begriffes Kreditderivate7 3.2Der Markt der Kreditderivate8 3.2.1Historie und Entstehungsfaktoren8 3.2.2Bisheriger Innovationsprozess10 3.2.3Struktur des Marktes12 3.2.3.1Marktanteile der Kreditderivatetypen12 3.2.3.2Marktteilnehmer13 3.2.3.3Aufteilung nach Rating16 3.2.3.4Laufzeiten der Kreditderivate17 3.2.4Zukünftige Entwicklung19 3.3Vertragselemente der Kreditderivate19 3.3.1Underlying und Reference Asset20 3.3.2Credit Event20 3.3.3Credit Event Payment21 3.3.4Credit Fee22 3.4Ausprägungsformen der Kreditderivate22 3.4.1Asset Swap als Grundstein der Kreditderivate23 3.4.2Grundformen der Kreditderivate24 3.4.2.1Credit Default Produkte24 3.4.2.2Credit Spread Produkte26 3.4.2.3Total Return Produkte28 3.4.2.4Credit Linked Notes30 3.4.3Exotische Kreditderivate32 3.4.3.1Exotische Varianten des Credit Default Swap32 3.4.3.1.1Digital and Recovery Credit Default Swap33 3.4.3.1.2Basket Credit Default Swap34 3.4.3.2Exotische Varianten des Asset Swap34 3.4.3.2.1Callable Asset Swap34 3.4.3.2.2Synthetischer Asset Swap Put35 3.5Preisermittlung von Kreditderivaten35 3.5.1Theoretische Modelle35 3.5.1.1Klassische Optionspreismodelle36 3.5.1.2Neuere Ansätze der Contingent Claims Analysis39 3.5.1.2.1Das Ratingmodell39 3.5.1.2.2Das Asset-Class-Modell 41 3.5.2Marktorientierte Modelle43 4.Kreditrisikomanagement46 4.1Definition des Begriffes Risikomanagement46 4.2Aktivmanagement47 4.2.1Absicherung von Krediten47 4.2.2Übernahme von Kreditrisiken48 4.2.3Optimierung des Kreditportfolios49 4.3Kreditlinienmanagement51 4.4Passivmanagement52 4.5Eigenhandel53 4.6Die Rolle von Informationsasymmetrien55 4.6.1Adverse Selektion56 4.6.2Moral Hazard57 4.7Ausnutzung von Steuervorteilen59 4.8Vorteile gegenüber konventionellem Risikomanagement60 4.8.1Vorteile im Hinblick auf die Risikoübertragung60 4.8.2Vorteile im Hinblick auf die Risikobegrenzung61 4.8.3Vorteile im Hinblick auf die Diversifikation von Kreditrisiken61 4.8.4Sonstige Vorteile62 4.9Risiken aus Kreditderivaten 63 5.Aufsichtsrechtliche Behandlung von Kreditderivaten67 5.1Allgemeines67 5.2Behandlung im Grundsatz I68 5.2.1Voraussetzungen für die Anerkennung der Besicherungswirkung69 5.2.1.1Wirksamkeit des Risikotransfers70 5.2.1.2Gleichartigkeit von Referenzaktivum und zu besicherndem Aktivum 70 5.2.1.3Laufzeitkriterium im Anlagebuch72 5.3Darstellung ausgewählter Kreditderivate im Anlage- und Handelsbuch73 5.3.1Credit Default Swap (CDS) 73 5.3.1.1CDS und Kreditrisiken im Anlagebuch74 5.3.1.2CDS und Kursrisiken im Handelsbuch74 5.3.2Credit Linked Note (CLN)76 5.3.2.1CLN und Kreditrisiken im Anlagebuch77 5.3.2.2CLN und Kursrisiken im Handelsbuch78 5.4Fazit79 6.Schlussbetrachtung und Ausblick81 Literaturverzeichnis83 Textprobe:Textprobe: Kapitel 4.2.1, Absicherung von Krediten: Durch die Möglichkeit, Kreditrisiken zu verkaufen, sind Kreditderivate dazu geeignet, bestehende Bonitätsrisiken des Kreditportfolios abzubauen, bzw. bei Absicherung (Hedging) von Neugeschäften gar nicht erst entstehen zu lassen. Dies wird dann notwendig sein, wenn ein Kreditkunde aufgrund zuvor bewilligter Kredite und ausgeschöpfter Risikolimite ein zu hohes Ausfallpotential für die Bank darstellt. Diese Anwendung kommt zum Tragen, wenn eine Bank Teile eines Portfolios oder das Risiko des gesamten Kreditportfolios absichern möchte. Durch den Verkauf und den damit verbundenen Abbau von Kreditrisiken wird der notwendige Freiraum ermöglicht, um neue oder weitere Geschäfte tätigen zu können. Die einfachste Absicherung einer Kreditrisikoposition erfolgt mit Hilfe einer Credit Default Option oder eines Credit Default Swaps. Der Vorteil hier ist, dass dies ohne Wissen und Zustimmung des Kunden geschieht und dadurch die Kundenbeziehung nicht gestört wird. Die Absicherung einer einzelnen Position im Portfolio wird als Micro Hedge bezeichnet. Mit einem Macro Hedge können mehrere Kreditrisiken parallel abgesichert werden. Dies ist vor allem für Institute wie Sparkassen oder Genossenschaftsbanken von Bedeutung, da deren Kreditportfolio aufgrund des Regionalprinzips oft hohe Klumpenrisiken durch die Konzentration auf bestimmte Branchen oder Regionen aufweisen. Eine weitere Möglichkeit zur Reduzierung der Risikokonzentration kann anhand eines Großkredits dargestellt werden. Eine Bank kann durch den Abschluss mehrerer Kreditderivate einen Großkredit in mehrere Kreditbestandteile gegenüber mehreren Kreditnehmern aufteilen. Dadurch kommt es zu einer effektiven Reduktion einer zu hohen Konzentration auf ein Kreditrisiko und die Banken haben somit die Möglichkeit einer besseren Marktdurchdringung bei der Vergabe von Großkrediten. In der Praxis werden Großkredite bisher häufig von Bank-Konsortien vergeben, um so u. a. das Konzentrationsrisiko zu reduzieren. Die Banken sind aber im Gegensatz hierzu in der Lage, große Kredite selbst zu vergeben und anschließend ein Teil des Kreditrisikos mit Hilfe von Kreditderivaten wieder abzugeben. Kapitel 4.2.2, Übernahme von Kreditrisiken: Damit die eine Seite des Marktes Sicherheit kaufen kann, muss es auf der anderen Seite Marktteilnehmer geben, die bereit sind, Sicherheit zu geben und somit auch das Risiko zu übernehmen. Die Übernahme von Kreditrisiken kann zur Senkung von Klumpenrisiken und zur Erschließung neuer Märkte genutzt werden, da sich durch Kreditderivate synthetische Engagements auf Länder, Branchen oder Kreditnehmer, zu denen bislang kein Zugang bestand, aufbauen lassen. Ein wichtiges Motiv für diese Anwendungsmöglichkeit ist die Notwendigkeit einer Diversifikation bezüglich Kundenstruktur oder Fälligkeiten. Gerade für kleine Banken sind Kreditderivate attraktiv, da sie keine Möglichkeit der regionalen oder branchenmäßigen Risikostreuung haben. Als Beispiel sei hier eine regionale deutsche Bank aufgeführt, die ihre Geschäfte überwiegend mit ortsansässigen Firmen betreibt. Auslandsrisiken sind im Kreditportfolio stark unterrepräsentiert. Die Beschaffung solcher Risiken ist kaum möglich, da die Bank über keine Auslandsfilialen oder Kooperationen mit ausländischen Banken verfügt. Als Lösung bietet sich hier der Einsatz eines Credit Default Swaps an, in dem sie Verkäufer, also Sicherungsgeber wird. Die Bank braucht kein Kapital einzusetzen, denn ihr bisheriger Refinanzierungsnachteil fällt nicht mehr ins Gewicht. Trotzdem erhält sie über den Default Swap ein Kreditengagement im Ausland und erreicht somit eine verbesserte Portfoliodiversifikation. Kapitel 4.2.3, Optimierung des Kreditrisikoportfolios: Kreditderivate stellen ein flexibles Instrumentarium zur Optimierung der Rendite-Risiko-Struktur, zur Gestaltung des Kreditrisikoportfolios und schließlich zur Erweiterung der Wertschöpfungskette Kredit dar. Ein Kreditrisikomanager kann durch den gezielten Einsatz von Kreditderivaten für den Kreditrisiko-Kauf und -Verkauf sein Risiko-Portfolio aktiv steuern und so eine gewünschte Struktur erzielen. Generell finden auf die Diversifizierung eines Kreditportfolios die gleichen Zusammenhänge und Konsequenzen Anwendung wie für die im Rahmen der 1952 von Harry M. Markowitz begründeten Portfoliotheorie untersuchte Diversifizierung von Wertpapierportfolios. Bei der Portfoliotheorie wird die Gesamtrendite eines Portfolios durch die Beimischung eines weiteren rendite- und risikostärkeren Investitionsobjekts erhöht, während gleichzeitig das Risiko sinkt. Der Effekt der Risikominderung ist umso größer, je stärker die Korrelation der Werte der Objekte kleiner als +1 (bis maximal -1 im Falle einer vollständig negativen Korrelation) sind. Dieser Effekt wird auch Diversifizierungseffekt genannt. Der Einfluss des Konzentrationsrisikos (Klumpenrisiko), also der Anteil einzelner Kreditpositionen am Gesamtportfolio, spielt hier die entscheidende Rolle. Je höher der Anteil einer Risikoposition am Gesamtportfolio ist, desto höher sollte auch der dafür zu erzielende risikoadäquate Spread sein, um das Risiko abzudecken. Dabei wächst der notwendige Spread überproportional. Es wird jedoch vom Markt eine bestimmte Rendite vorgegeben. Ist der Anteil einer Kreditposition verhältnismäßig gering, so wird die erzielbare Rendite unter der Marktrendite liegen. Bei einem relativ großen Anteil der Kreditposition wird die zu erzielende Rendite über der Marktrendite liegen und damit nicht zu erreichen sein. Ist die Marktrendite gegeben, so existiert ein optimaler Anteil der betreffenden Kreditrisikopositionen im Gesamtportfolio. Der optimale Anteil der Kreditposition bei einem vom Markt determinierten Spread von 40 Basispunkten würde nach diesem Schaubild etwa 5 Prozent betragen. Wird von diesem Optimalpunkt abgewichen, dann ergibt sich Handlungsbedarf für den Risikomanager des Kreditportfolios. Ist der faktische Anteil der Kreditposition höher als der optimale, so sollte der Anteil, der auf der Skala rechts vom Optimalpunkt liegt, neutralisiert werden. Durch den Abschluss eines Kreditderivats kann das Risiko bis zum optimalen Risiko-Ertrag-Verhältnis zurückgeführt werden, ohne dass eine Position veräußert werden muss. Ist der tatsächliche Anteil der Kreditposition niedriger als der optimale, dann muss der Anteil dieser Position erhöht werden, bis die Marktrendite für Credit Spreads erreicht ist. Durch Kreditderivate kann hier ein zusätzliches Risiko hereingeholt werden, ohne Kapital für einen Kredit bereitzustellen. Folglich stellen Kreditderivate ein effizientes und kostengünstiges Instrument zur Portfoliosteuerung dar. Aufgrund der Tatsache, dass Banken durch die Optimierung des Kreditrisikoportfolios sowohl der Bankenaufsicht, die sich um Konzentrationsrisiken sorgt, als auch ihrer eigenen Ertragslage gerecht werden, kann man von pareto-optimalen Möglichkeiten sprechen. Kapitel 4.3, Kreditlinienmanagement: Kreditlinien sind oft aufgrund der bisherigen Defizite in der Kreditrisikomessung beliebig gesetzt. Das gleiche gilt auch für die gesetzlichen Risikohöchstgrenzen. Als Beispiel sei eine Kreditlinie für einen Zeitraum von 10 Jahren vertraglich vereinbart. Die Kreditlinie weist aber nur eine aktuelle Ausnutzung der ersten drei Jahre aus. Es liegt also eine Fehlallokation von Risikokapital für die letzten 7 Jahre vor, welche das von der Bank zur Verfügung gestellte Kapital teurer werden lässt. Durch den Kauf eines Kreditderivats erhält die Bank eine exakte Ausnutzung der Kreditlinie und durch die Einnahme der Prämie eine verbesserte Rendite für das eingesetzte Kapital. Kreditlinien können aber bezüglich eines Kunden, einer Branche oder eines Staates voll sein und eine weitere Risikoerhöhung ist nicht erwünscht oder durch gesetzliche Vorschriften nicht erlaubt. Kreditderivate können auch dann eine Lösung bieten, wenn die Bank sich von einer weiteren Kreditvergabe einen attraktiven Ertrag verspricht oder wenn durch eine Ablehnung des Kredites eine Kundenbeziehung in Gefahr ist. Durch ein Neugeschäft entsteht ein zusätzliches Risiko und kann z. B. durch einen Credit Default Swap an den Kontrahenten weitergereicht werden. Dem Kunden kann so Kredit gewährt werden, ohne dass dieser etwas von der Durchreichung des Risikos erfährt. Eine Optimierung der Rendite einer Kreditlinie lässt sich weiterhin dadurch erreichen, dass weniger erfolgreiche Positionen ohne direkte Veräußerung abgegeben werden können. Für die Kundenbeziehungen entstehen dadurch keine Nachteile und es wird Raum für lukrativere Geschäfte geschaffen. Ein Problem im Rahmen des Kreditlinienmanagements mit Kreditderivaten ist eine Folge der Marktusancen von Brokern. Die Namen der Kontrahenten, die an einem Geschäft beteiligt sind, werden meistens erst nach der Abschlussbetätigung von den Brokern genannt. Dies kann für den Sicherungsnehmer bei einer bereits ausgenutzten Kreditlinie gegenüber dem Sicherungsgeber dazu führen, dass das Geschäft eventuell rückgängig gemacht werden muss. Ferner stellt sich die Frage nach der Qualität des Sicherungsgebers, wie dies z. B. bei einer Übernahme des Ausfallrisikos einer japanischen Bank für eine deutsche Bank der Fall ist. Wichtig ist hier auch die Korrelation zwischen Sicherungsgeber und dem originären Ausfallrisiko. Dies gilt sowohl auf Länderebene als auch für einzelne Branchen und Konzerne. Eine Lösung des Problems wäre die frühzeitige Transparenz vor Abschluss des Kreditderivats. Kapitel 4.4, Passivmanagement: Kreditderivate können auch im Bereich der Refinanzierung eingesetzt werden, bei der das eigene Kreditrisiko im Vordergrund steht. Ein wichtiges Ziel des Passivmanagements ist es, die Refinanzierungskosten eines Unternehmens möglichst gering zu halten. Diese Kosten sind sowohl von der allgemeinen Marktlage als auch von der unternehmensspezifischen Situation abhängig. Ein Unternehmen kann sich mit einem Kauf einer Credit Spread Put Option den heute noch niedrigeren Credit Spread sichern, wenn er eine Verschlechterung der Einschätzung der eigenen Bonität am Kapitalmarkt und somit eine Ausweitung des eigenen Credit Spreads befürchtet. Entspricht das gewählte Nominalvolumen des Basisinstruments der Credit Spread Put Option dem Volumen einer geplanten, zukünftigen Kreditaufnahme, wird zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme, die durch die Verschlechterung der Bonität hervorgerufene Ausgleichszahlung des Kreditderivats die gestiegenen Refinanzierungskosten aufgrund der erhöhten Credit Spreads ausgleichen. Bleibt dagegen eine Spreadausweitung aus oder verengt sich der Spread sogar, so mindert die Optionsprämie den Ertrag aus der günstigeren Refinanzierung. Der Credit-Spread kann sich aber auch dadurch ausweiten, dass das Land oder die Branche, in der das Unternehmen angesiedelt ist, vom Kapitalmarkt nicht mehr positiv eingeschätzt wird. Ein Branchen- oder Länderrisiko kann beispielsweise durch einen Total Return Swap auf einen Basket als Underlying mit Cash Settlement abgesichert werden. Es sollte ein Basket gewählt werden, der aus Kreditpositionen von Unternehmen der gleichen Branche aus dem gleichen Land besteht. Der Total Return Swap (TRS) wird zum Zeitpunkt der Refinanzierung aufgelöst und erhöhte Refinanzierungskosten, die aus einer Spreadveränderung resultieren, können mit einem Ertrag aus dem TRS teilweise ausgeglichen werden. Dennoch kann das Unternehmen bei einem Total Return Swap nicht von einer günstigen Entwicklung der Refinanzierungskosten infolge eines engeren Credit Spreads profitieren, weil die Marktwerterhöhungen des Referenzaktivums an den Kontrahenten abgeführt werden müssen. In diesen beiden Fällen findet ein Leerkauf von Kreditrisiken statt, da diese Risiken auf der Aktivseite des Sicherungsnehmers überhaupt nicht bestehen. Vielmehr kommt es zu einer Absicherung gegen die eigene Bönitätsverschlechterung, um somit die Refinanzierungskosten möglichst gering zu halten.



Zusammenfassung
Inhaltsangabe:Einleitung:Das Kreditgeschäft ist einer der wichtigsten Tätigkeitsbereiche deutscher Banken, auch wenn die letzten Jahre durch stetig steigende Insolvenzzahlen geprägt waren. Bekannte Beispiele wie Worldcom, Enron auf internationaler Ebene oder Kirch Media, Fairchild Dornier, Babcock Borsig in Deutschland sind ein Indiz für die weltweit ansteigende Bedeutung des Kreditrisikos. Auch die jüngsten Turbulenzen in den südostasiatischen, lateinamerikanischen und osteuropäischen Märkten, bedingt durch eine rasante Verschlechterung der Bonitätseinschätzung, haben zu erheblichen Verlusten in den Portfolios der Banken geführt.Durch die Liberalisierung und Globalisierung der Finanzmärkte hat sich in den letzten Jahren der Wettbewerb im Finanzsektor zunehmend verstärkt. Zugleich suchten immer mehr Unternehmen mit hoher Kreditqualität durch die Emission von Unternehmensanteilen den direkten Weg an den Kapitalmarkt. Dies führte zu einem steigenden Druck auf die Kreditmargen der Banken. Gute Margen konnten oft nur bei solchen Krediten erzielt werden, die mit einem höheren Ausfallrisiko behaftet waren, woraus aber eine gefährliche Konzentration dieser Kredite in den Portfolios resultiert.Um einerseits den verschärften Wettbewerb zu bestehen und andererseits die strengeren Eigenkapitalanforderungen der Bankenaufsicht zu erfüllen, sind die Banken gezwungen, ein effizientes Risikomanagement zu installieren, welches ermöglicht, Risiken so zu steuern, dass die Rentabilität der Bankgeschäfte sichergestellt ist.Inzwischen gehören Kreditderivate im Banken- und Finanzsektor zu den Standardinstrumenten für das Risikomanagement von Instituten. Sie haben grundsätzlich das Potential, die Risikoallokation sowohl innerhalb einer Volkswirtschaft als auch auf globaler Ebene zu verbessern und die Stabilität von Banken- und Finanzmärkten zu erhöhen. Allerdings sind mit Kreditderivaten auch Risiken verbunden. Während vieles dafür spricht, dass der Nutzen von Kreditderivaten ihre Kosten übersteigt, hängt das endgültige Urteil von einer Abwägung ihrer Vor- und Nachteile ab.Gang der Untersuchung:Ziel dieser Arbeit ist, Kreditderivate hinsichtlich ihrer Anwendungsmöglichkeiten und Behandlung im Risikomanagement einer Bank zu untersuchen.Im Kapitel 2 werden die Begriffe ?Kredit?, ?Kreditrisiko? und ?Credit Spread? näher erläutert, da sie für diese Arbeit von elementarer Bedeutung sind.Kapitel 3 beschäftigt sich ausführlich mit dem Markt für Kreditderivate. []

Produktinformationen

Titel: Kreditderivate und Kreditrisikomanagement
Autor:
EAN: 9783836607780
ISBN: 978-3-8366-0778-0
Digitaler Kopierschutz: frei
Format: E-Book (pdf)
Herausgeber: Diplom.de
Genre: Betriebswirtschaft
Anzahl Seiten: 94
Veröffentlichung: 27.12.2007
Jahr: 2007
Dateigrösse: 0.7 MB