

Beschreibung
Vier junge Frauen, vom Schicksal in alle Winde verweht: Marianne, die ihre Liebe in der Kolonie Ceylon wiederzufinden hofft; die attraktive, stolze Iris, deren Wandlung zur Krankenschwester alle überrascht; Eva, die sich in London als Künstlerin und frühe Frau...Vier junge Frauen, vom Schicksal in alle Winde verweht: Marianne, die ihre Liebe in der Kolonie Ceylon wiederzufinden hofft; die attraktive, stolze Iris, deren Wandlung zur Krankenschwester alle überrascht; Eva, die sich in London als Künstlerin und frühe Frauenrechtlerin engagiert; und Clemency, die Jüngste ... Bestsellerautorin Judith Lennox verbindet vier Lebensträume zu einem spannenden Familienroman, in dem sich das Schicksal immer neue dramatische Wendungen auszudenken scheint.
Judith Lennox, geboren 1953 in Salisbury, wuchs in Hampshire auf. Sie ist eine der erfolgreichsten Autorinnen des modernen englischen Gesellschaftsromans und gelangt mit jedem neuen Buch auf die deutschen Bestsellerlisten. Judith Lennox liebt Gärtnern, ausgedehnte Wanderungen, alte Häuser und historische Stätten. Sie lebt mit ihrem Mann in Cambridge. Die beiden sind Eltern dreier erwachsener Söhne.
Vorwort
Von Freiheit, Nähe und der lebenslangen Freundschaft unter Schwestern
Autorentext
Judith Lennox, geboren 1953 in Salisbury, wuchs in Hampshire auf. Sie ist eine der erfolgreichsten Autorinnen des modernen englischen Gesellschaftsromans und gelangt mit jedem neuen Buch auf die deutschen Bestsellerlisten. Judith Lennox liebt Gärtnern, ausgedehnte Wanderungen, alte Häuser und historische Stätten. Sie lebt mit ihrem Mann in Cambridge. Die beiden sind Eltern dreier erwachsener Söhne.
Leseprobe
1
DICHT AN DIE WAND GEDRÜCKT, zog Marianne ihre einsame Bahn rund um den Ballsaal, als sie zufällig die Bemerkung einer der Anstandsdamen Mrs. Catherwood gegenüber hörte, die ihre eigene Tochter Charlotte und die Maclise-Mädchen hierher mitgenommen hatte. Die Anstandsdamen saßen alle in einem Raum neben dem Ballsaal, bei offener Tür, damit sie ihre Schützlinge im Auge behalten konnten. Die tricoteuses nannte Iris sie auf ihre freundlich sarkastische Art. Mrs. Palmer sagte: »Die zweite Maclise ist eine schreckliche Bohnenstange«, worauf die liebenswürdige Mrs. Catherwood entgegnete: »Marianne wird sich in spätestens ein, zwei Jahren zu einer bezaubernden jungen Frau mausern.« Marianne jedoch blieb nur der erste Satz im Kopf, als sie sich in den Schatten einer schweren dunkelroten Samtportiere zurückzog. Eine schreckliche Bohnenstange eine schreckliche Bohnenstange Die alten Zweifel überfielen sie. Es war schwer, nicht mit gekrümmten Schultern herumzulaufen, wie manche hochgewachsene Frauen das taten, um kleiner zu wirken. Es war schwer, das Bändchen ihrer Tanzkarte nicht um das leere Blatt zu wickeln.
Sie wünschte, sie wäre daheim bei Eva und Clemency. Was für ein Glück die beiden hatten, daß sie diesem fürchterlichen Ball fernbleiben durften, die eine erkältet, die andere noch nicht in die Gesellschaft eingeführt. Wie herrlich wäre es, jetzt gemütlich auf der Fensterbank in dem Zimmer zu sitzen, das sie sich mit Iris teilte, und zu lesen, Three Weeks von Elinor Glyn, das sie in ihrer Kommode unter den Strümpfen versteckt hatte. Wie im Fieber pflegte sie beim Lesen die Seiten umzuschlagen. Manchmal war Paul Verdayne, der seine geheimnisvolle Schöne in ein Schweizer Hotel verfolgte, realer und lebendiger als ihr Zuhause und ihre Familie.
Sie wünschte sich Geheimnis und Romantik, neue Anblicke und neue Gesichter, irgend etwas irgend jemanden , bei dem ihr Herz schneller schlagen würde. Aber was, dachte sie, während sie den Blick geringschätzig durch den Saal schweifen ließ, gab es in Sheffield schon Geheimnisvolles? Da tanzte Ellen Hutchinson in einem absolut häßlichen rosaroten Satinkleid mit James. Erbärmliche Aussichten, wenn der eigene Bruder der bestaussehende Mann im Saal war. Und dort wurde Iris reichlich tolpatschig von Ronnie Catherwood herumgeschwenkt. Marianne seufzte. Sie kannte jedes Gesicht. Nie im Leben könnte sie einen dieser pickeligen Jungen mit den flaumigen Schnurrbärtchen heiraten, die ihr seit ihrer Kindheit vertraut waren. Sie wirkten irgendwie unfertig, irgendwie ein bißchen lächerlich. Die Vorstellung, ihre Familie zu verlassen, um den Rest ihres Lebens mit einem dieser täppischen, durchschnittlichen jungen Männer zu verbringen, stieß sie ab.
Doch heiraten mußte sie. Wenn nicht, was dann? Ihr Leben würde wahrscheinlich weitergehen wie bisher. Da ihre Mutter es anscheinend nicht fertigbrachte, ein Hausmädchen länger als ein Jahr zu halten, klappte die Hausarbeit nicht so reibungslos, wie sie sollte. Und da ihre Mutter eine zarte Gesundheit hatte und Iris ein Talent dafür, sich vor allem Unangenehmen zu drücken, blieb die Verantwortung für den Haushalt größtenteils an Marianne hängen. Vielleicht würde sie einmal enden wie Großtante Hannah als alte Jungfer. Sie würde ein unförmiges Korsett tragen und vielleicht eine Perücke. Bei der Vorstellung von sich selbst in schwarzem Bombassin mit Barthaaren am Kinn mußte sie lachen.
Und merkte plötzlich, daß jemand sie beobachtete. Sie konnte später nicht sagen, woher sie es