

Beschreibung
Alles zu viel? Was uns im Alltag fertigmacht. Und was uns hilft. Wir kennen es alle: Neben den kleinen und großen Prüfungen des Alltags schaukeln wir Ehe, Kinder, Karriere und Leidenschaften - und um die nächste Ecke wartet sie schon: die Überforderung. Wir si...Alles zu viel? Was uns im Alltag fertigmacht. Und was uns hilft. Wir kennen es alle: Neben den kleinen und großen Prüfungen des Alltags schaukeln wir Ehe, Kinder, Karriere und Leidenschaften - und um die nächste Ecke wartet sie schon: die Überforderung. Wir sind ständig erreichbar, für die Bedürfnisse unserer Mitmenschen, aber auch für die eigenen Ansprüche und Erwartungen. Da hilft es kaum, nur mal ein paar Stunden das Handy auszuschalten. Gerade, wenn alles zu viel wird, ist es wichtig, die Muster und Glaubenssätze zu erkennen, die uns unbewusst durchs Leben lenken, und uns selbst, unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse, im Blick zu behalten. Denn selbst, wenn alles organisiert ist, merken wir, dass wir uns das doch eigentlich mal ganz anders vorgestellt hatten. Immer funktionieren funktioniert nicht - und funktionieren allein macht uns nicht glücklich. Judith Brückmann und Cord Neubersch sind Coach und Psychotherapeut - und außerdem Geschwister. Anhand von Geschichten aus der Praxis und persönlichen Anekdoten zeigen sie uns, wie man aus der Überforderung raus- und wieder bei sich und seinen Wünschen und Bedürfnissen ankommt.
Judith Brückmann, geboren 1984, absolvierte eine Ausbildung zur Werbekauffrau und studierte Germanistik sowie Kunstgeschichte und arbeitete viele Jahre als freie Werbetexterin und Redakteurin. 2017 schloss sie ihre Ausbildung zum ganzheitlichen & systemischen Coach am Institut für Angewandte Psychologie in Köln ab und begleitete seitdem als Life- und Business-Coach Klientinnen, Paare und Unternehmen. Sie starb am 5. Februar 2022. Cord Neubersch, geboren 1976, ist Psychologischer Psychotherapeut und gründete 2015, nach mehreren Stationen u.a. in einer Psychiatrie und beim Psychosozialen Dienst einer Kinderklinik, eine eigene Praxis, in der er mit inzwischen 12 Mitarbeiterinnen als Verhaltenstherapeut mit Schwerpunkt Trauma arbeitet. Er lehrt regelmäßig als Dozent für die Themen psychische Störungen, Kindesmisshandlungen und Trauma. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Moers am Niederrhein.
Autorentext
Cord Neubersch, geboren 1976, ist Psychologischer Psychotherapeut und gründete 2015, nach mehreren Stationen u.a. in einer Psychiatrie und beim Psychosozialen Dienst einer Kinderklinik, eine eigene Praxis, in der er mit inzwischen 12 Mitarbeiter*innen als Verhaltenstherapeut mit Schwerpunkt Trauma arbeitet. Er lehrt regelmäßig als Dozent für die Themen psychische Störungen, Kindesmisshandlungen und Trauma. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Moers am Niederrhein.
Zusammenfassung
Alles zu viel? Was uns im Alltag fertigmacht. Und was uns hilft.Wir kennen es alle: Neben den kleinen und großen Prüfungen des Alltags schaukeln wir Ehe, Kinder, Karriere und Leidenschaften und um die nächste Ecke wartet sie schon: die Überforderung. Wir sind ständig erreichbar, für die Bedürfnisse unserer Mitmenschen, aber auch für die eigenen Ansprüche und Erwartungen. Da hilft es kaum, nur mal ein paar Stunden das Handy auszuschalten. Gerade, wenn alles zu viel wird, ist es wichtig, die Muster und Glaubenssätze zu erkennen, die uns unbewusst durchs Leben lenken, und uns selbst, unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse, im Blick zu behalten. Denn selbst, wenn alles organisiert ist, merken wir, dass wir uns das doch eigentlich mal ganz anders vorgestellt hatten. Immer funktionieren funktioniert nicht und funktionieren allein macht uns nicht glücklich.Judith Brückmann und Cord Neubersch sind Coach und Psychotherapeut und außerdem Geschwister. Anhand von Geschichten aus der Praxis und persönlichen Anekdoten zeigen sie uns, wie man aus der Überforderung raus- und wieder bei sich und seinen Wünschen und Bedürfnissen ankommt.
Leseprobe
Inhaltsverzeichnis Stress vs. Überforderung.
Oder: warum nicht die anderen schuld sind
Stress kennt jeder. Er ist in unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken und gehört fast schon zum guten Ton. Jeder hat Stress. Ob im Job, innerhalb der Familie, Partnerschaft oder in anderen Lebensbereichen, in denen uns zu viele Anforderungen gleichzeitig erreichen bzw. solche, die uns vor unbekannte Probleme stellen oder nach besonderen Fähigkeiten verlangen.
Stress ist eigentlich eine natürliche biochemische Reaktion in unserem Körper, die uns in erster Linie bei Gefahren schnell in Alarmbereitschaft versetzen soll. Unser Körper hat damit die großartige Fähigkeit, von jetzt auf gleich auf 100Prozent Konzentration umzuschalten und uns mithilfe von Anspannung und Adrenalin- bzw. Cortisolausschüttung zum sofortigen Handeln bereit zu machen, z.B., wenn uns ein Kind vors Auto läuft und wir direkt hellwach sind und instinktiv bremsen. Es gibt verschiedene Alarmauslöser, sogenannte Stressoren:
physische Stressoren: Lärm, Hitze, Kälte, Hunger, Reizüberflutung, Verletzungen
psychische Stressoren: Versagensängste, Überforderung, Unterforderung, Fremdbestimmung, Zeitmangel, Kontrollverlust
soziale Stressoren: Konflikte, Isolation, Mobbing, Verlust eines Menschen etc.
Das Empfinden von Stress ist dabei aber sehr individuell, weil jeder von uns eine unterschiedlich »dicke Haut« mitbringt. Wir können jedoch festhalten: Stress entsteht bei Belastung. Wie schnell und wie stark, hängt allerdings von unserer eigenen Belastbarkeit, oder in der Fachsprache Resilienz, ab. Übersteigt die Anforderung unsere Fähigkeiten und unsere Belastbarkeit, reden wir von Überforderung. Ein simples Beispiel: Wir müssen noch einkaufen, aber der Supermarkt schließt schon bald. Das löst in uns Hektik aus, aber wir wissen, dass wir der Situation gerecht werden können. Wir können direkt loslaufen und den kürzesten Weg nehmen oder wir verschieben den Einkauf auf morgen. Anders läuft es ab, wenn wir vor einer Situation stehen, die unsere Ressourcen, Leistungen oder Kapazitäten - egal, ob nur gefühlt oder tatsächlich - übersteigt. Zum Beispiel, wenn wir eine Präsentation oder Rede erstellen sollen, uns aber die nötige Vorbereitungszeit fehlt bzw. wir uns der Situation grundsätzlich nicht gewachsen fühlen, weil wir eventuell ein Problem damit haben, eine Rede zu halten, oder uns in dem zu präsentierenden Thema nicht sicher fühlen. Dann sprechen wir von Überforderung. Das passiert, wenn ein Ungleichgewicht zwischen den Anforderungen von außen und den inneren bzw. persönlichen Voraussetzungen, also Eigenschaften, Befinden, Ressourcen und Möglichkeiten, herrscht. Hervorgerufen wird das Ungleichgewicht durch eine Vielzahl von Faktoren, wie z.B. Zeitmangel und Zeitdruck, soziale Konflikte, berufliche Konflikte und Leistungsdruck oder persönliche Probleme. Insofern unterscheidet man psychische, soziale, emotionale, kognitive und intellektuelle sowie seelische und nervliche Überforderung. Es können auch mehrere Überforderungsarten gleichzeitig auftreten und sich somit überschneiden. Grundsätzlich kommt es darauf an, wo unsere persönliche Achillesferse liegt. An diesem Punkt werden wir vermutlich häufiger oder regelmäßig Überforderung erleben. Oder, um konkreter zu werden: Die Rollen und die dazugehörigen Anforderungen, die wir in unserem Alltag einnehmen und bewältigen müssen, sind für uns nicht alle gleich leicht zu meistern. Manchmal passen die Anforderungen perfekt zu den Fähigkeiten und Stärken, die wir mitbringen, dann befinden wir uns sogar in einem sogenannten »Flow«-Zustand, wo uns alles »zuzufliegen« scheint. In anderen Situationen liegen die Anforderungen unter unseren Fähigkeiten, sodass wir uns unterfordert fühlen und vielleicht mehrere Dinge gleichzeitig wahrnehmen können, z.B., wenn wir die Wohnung putzen und