

Beschreibung
'In Robinsons Tochter steht alles drin, was ich zu sagen habe.' (Jane Gardam) Über das Leben einer zutiefst ungewöhnlichen Frau. Einfühlsam, witzig und raffiniert erzählt, wie man es von der Bestseller-Autorin der britischen Trilogie um 'Old Fil...'In Robinsons Tochter steht alles drin, was ich zu sagen habe.' (Jane Gardam) Über das Leben einer zutiefst ungewöhnlichen Frau. Einfühlsam, witzig und raffiniert erzählt, wie man es von der Bestseller-Autorin der britischen Trilogie um 'Old Filth' kennt.
England 1904 - Polly, mit sechs Jahren schon eine Pflegefamilien-Veteranin, kommt zu ihren frommen Tanten in das gelbe Haus am Meer. Hier gibt es kaum Unterhaltung, aber es gibt Bücher, und lesend entwickelt sich Polly unbemerkt zu einer stillen, unbeugsamen Rebellin. Ein Buch liest sie immer wieder: 'Robinson Crusoe' wird zu ihrem Kompass in jeder Lebenslage. Ihre eigene einsame Insel verlässt Polly Flint nie ganz. Doch am Ende ihres fast ein Jahrhundert umspannenden Lebens wird sie Liebe und Enttäuschung, Depression und rettende Freundschaft kennengelernt und ihre Bestimmung gefunden haben. Ein großer Roman voller hinter gepolsterten Türen verborgener Geheimnisse, so raffiniert und klug, wie nur Jane Gardam sie inszenieren kann.
Jane Gardam wurde 1928 in North Yorkshire geboren und lebt heute in East Kent. Für ihr viel bewundertes schriftstellerisches Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Nach der Bestseller-Trilogie um Old Filth sowie dem Erzählungsband 'Die Leute von Privilege Hill' erschien bei Hanser Berlin zuletzt ihr Roman 'Weit weg von Verona' (2018).
In Robinsons Tochter steht alles drin, was ich zu sagen habe. (Jane Gardam) Über das Leben einer zutiefst ungewöhnlichen Frau. Einfühlsam, witzig und raffiniert erzählt, wie man es von der Bestseller-Autorin der britischen Trilogie um Old Filth kennt. England 1904 Polly, mit sechs Jahren schon eine Pflegefamilien-Veteranin, kommt zu ihren frommen Tanten in das gelbe Haus am Meer. Hier gibt es kaum Unterhaltung, aber es gibt Bücher, und lesend entwickelt sich Polly unbemerkt zu einer stillen, unbeugsamen Rebellin. Ein Buch liest sie immer wieder: "Robinson Crusoe" wird zu ihrem Kompass in jeder Lebenslage. Ihre eigene einsame Insel verlässt Polly Flint nie ganz. Doch am Ende ihres fast ein Jahrhundert umspannenden Lebens wird sie Liebe und Enttäuschung, Depression und rettende Freundschaft kennengelernt und ihre Bestimmung gefunden haben. Ein großer Roman voller hinter gepolsterten Türen verborgener Geheimnisse, so raffiniert und klug, wie nur Jane Gardam sie inszenieren kann.
Autorentext
Jane Gardam, geboren 1928 in North Yorkshire, wurde für ihr viel bewundertes schriftstellerisches Werk mehrfach ausgezeichnet. Neben der BestsellerTrilogie um Old Filth erschienen zuletzt »Robinsons Tochter« (2020), »Mädchen auf den Felsen« (2022) und »Gute Ratschläge« (2024). Jane Gardam starb 2025 in Oxfordshire.
Klappentext
"In Robinsons Tochter steht alles drin, was ich zu sagen habe." (Jane Gardam) Über das Leben einer zutiefst ungewöhnlichen Frau. Einfühlsam, witzig und raffiniert erzählt, wie man es von der Bestseller-Autorin der britischen Trilogie um "Old Filth" kennt.
England 1904 - Polly, mit sechs Jahren schon eine Pflegefamilien-Veteranin, kommt zu ihren frommen Tanten in das gelbe Haus am Meer. Hier gibt es kaum Unterhaltung, aber es gibt Bücher, und lesend entwickelt sich Polly unbemerkt zu einer stillen, unbeugsamen Rebellin. Ein Buch liest sie immer wieder: "Robinson Crusoe" wird zu ihrem Kompass in jeder Lebenslage. Ihre eigene einsame Insel verlässt Polly Flint nie ganz. Doch am Ende ihres fast ein Jahrhundert umspannenden Lebens wird sie Liebe und Enttäuschung, Depression und rettende Freundschaft kennengelernt und ihre Bestimmung gefunden haben. Ein großer Roman voller hinter gepolsterten Türen verborgener Geheimnisse, so raffiniert und klug, wie nur Jane Gardam sie inszenieren kann.
Leseprobe
I ch bin Polly Flint . Ich bin in das Gelbe Haus gezogen, als ich sechs Jahre alt war. Ich stand auf den Stufen im Wind und im aufwirbelnden Sand, und mein Vater zog an der Messingklingel neben der großen Haustür. Gemeinsam lauschten wir dem fernen Bimmeln und den sich nähernden, tapsenden Schritten. Mein Vater vollführte ein kleines Tänzchen auf seinen kurzen Beinen und pfiff.
Es folgten knappe Szenen der Verwirrung und Bestürzung. "Tür zu. Tür zu. Der Sand, der Sand!", und Menschen standen in der Eingangshalle auf farbigen Fliesen herum.
Wir waren nicht erwartet worden. Mein Vater brachte mich zu meinen Tanten, weil ich dort wohnen sollte - bei der spröden Miss Mary und der sanftmütigen Miss Frances. Sie waren die ältlichen Schwestern meiner jungen Mutter. Meine Mutter war tot.
Ein dickes Hausmädchen führte mich in die Küche, wo ich Tee bekam, und dann wurde ich von der sanftmütigen Tante in ein riesiges Gewölbezimmer geführt, es muss das kleine Morgenzimmer gewesen sein. Ich machte mit der sanftmütigen Tante ein Puzzle, so groß wie ein Kontinent. Ich sah nicht so weit auf, dass ich das Gesicht der Tante gesehen hätte, aber ich beobachtete unsere vier Hände, die über dem Mahagonimeer schwebten.
Dann und wann ging eine Tür auf der anderen Seite des Flurs auf und man hörte schneidende Gespräche, und einmal kam eine Frau mit einem grünen Gesicht und schwarzem Strickzeug in der Hand und gestrickter, schwarzer Kleidung und starrte mich von der Tür des Morgenzimmers aus an. Sie sagte: "Sie sieht tuberkulös aus", hielt sich das Taschentuch vor den Mund und ging.
Vielleicht ist mein Vater ein paar Tage im Gelben Haus geblieben. Ich erinnere mich an einen Nachmittagsspaziergang mit ihm am Meer, daran, den Wellen davonzuhüpfen, und wie er (schändlicherweise schon morgens) in einem Polstersessel neben dem katafalkartigen Kaminsims im Wohnzimmer saß und döste.
Und an einem Abend hat er gesungen. Ich wusste, dass er ein wirklich fürchterlicher Sänger war, aber er tanzte dazu, und ich wusste, dass er gut tanzte - ein kleiner, schwerer Mann auf leichten Füßen. Seemannsfüßen. Er drehte Pirouetten und wirbelte im Zimmer herum, und Aunt Frances spielte in einer Kaninchenfellpelerine Klavier. Es war ein Lied von der Seefahrt.
Aunt Mary saß abseits. Die gestrickte kleine Frau hatte sich ans andere Ende des Raumes zurückgezogen und beugte sich in einer Laube aus Topffarnen über ihr Strickzeug, und das Mädchen kam mit Kohlen für das Feuer herein, stellte sie ab und barg das Gesicht in seiner Schürze, als es den Gesang hörte. Das war, wie ich bald herausfand, gar nicht ihre Art, denn Charlotte war farblos und beinahe unsichtbar. Aber sie hatte mal in einem Chor gesungen.
Ich saß auf einem Hocker und wusste, dass mein Vater all diese sonderbaren Leute um den Finger wickelte.
Es war 1904 , und zwei Monate später starb mein Vater auf der Brücke seines Schiffs in der Irischen See, bei einer Kohlentour nach Belfast. Man sagte mir, er hätte einen Platz im letzten Rettungsboot abgelehnt und sei auf die traditionelle Weise an Bord geblieben - strammstehend in der Kapitänsuniform der Handelsmarine - aber schwankend und eine große Steingutflasche Gin schwenkend. Er war immer ein schnurriger Typ gewesen, sagte Aunt Frances.
Die Türschwelle, die kalten Wellen, der Polstersessel waren meine einzigen Erinnerungen an meinen Vater - dies und die Reise in das Gelbe Haus, die wir zusammen unternommen hatten. Meine Mutter war kurz vor meinem ersten Geburtstag gestorben, und die folgenden fünf Jahre hatte ich bei verschiedenen Pflegemüttern in Hafenstädten verbracht, in denen der Captain möglicherweise hätte anlegen können, das aber meistens nicht tat. Diese Leute verschwammen alle, und am meisten verschwamm die letzte, obwohl sie sich hätte einprägen müssen, denn sie war eine Quartalssäuferin und verbrachte einen be