

Beschreibung
Anne, leidenschaftliche Köchin und Autorin zahlreicher Kochbücher, hat sich in ihrem Leben ohne Mann eigentlich sehr gut eingerichtet. Bis sie in einer Hotellobby zufällig auf den Starschauspieler Pit trifft: Ein unsolider Frauenheld von der üblichen Sorte, de...Anne, leidenschaftliche Köchin und Autorin zahlreicher Kochbücher, hat sich in ihrem Leben ohne Mann eigentlich sehr gut eingerichtet. Bis sie in einer Hotellobby zufällig auf den Starschauspieler Pit trifft: Ein unsolider Frauenheld von der üblichen Sorte, denkt sie. Dann überschlagen sich die Ereignisse, und Anne lässt sich zu einem gemeinsamen PR-Gag hinreißen. Die Presse bejubelt sie als neues Promipaar, ihre Kochbücher finden reißenden Absatz. Doch was als rein geschäftliches Unternehmen geplant war, entwickelt eine gewisse Eigendynamik - und Anne muss sich eingestehen, dass ihr mehr an Pit liegt, als ihr lieb ist ... Ein turbulenter Roman nach der Devise: Es kommt erstens alles anders und zweitens, als man denkt.
Gina Greifenstein lebt und arbeitet als freie Autorin in der Südpfalz. Sie schreibt Romane, Krimis und Kochbücher. Ihre Backbücher bei Gräfe und Unzer sind Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt. Regionalkrimi-Fans unterhält sie kriminell-humorvoll mit ihrem fränkisch-pfälzischen Ermittlerduo Paula Stern und Bernd Keeser. Viele ihrer Kurzkrimis sind in Anthologien veröffentlicht. Ihr Roman 'Der Traummann auf der Bettkante' (Piper) war 2008 für den DELIA-Preis nominiert.
Autorentext
Gina Greifenstein lebt und arbeitet als freie Autorin in der Südpfalz. Sie schreibt Romane, Krimis und Kochbücher. Ihre Backbücher bei Gräfe und Unzer sind Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt. Regionalkrimi-Fans unterhält sie kriminell-humorvoll mit ihrem fränkisch-pfälzischen Ermittlerduo Paula Stern und Bernd Keeser. Viele ihrer Kurzkrimis sind in Anthologien veröffentlicht. Ihr Roman "Der Traummann auf der Bettkante" (Piper) war 2008 für den DELIA-Preis nominiert.
Leseprobe
Müde drückte Anne auf den automatischen Fensterheber, und die Scheibe zu ihrer Linken verschwand lautlos nach unten. Kühle Morgenluft strömte in den Wagen und mit ihr ein Schwall kalter Regentropfen, die wie Nadelstiche auf ihren nackten Arm und die linke Gesichtshälfte einpickten. Sie fröstelte, merkte aber, wie die Müdigkeit von ihr abfiel, die sie die letzten Kilometer mehr und mehr eingelullt hatte.
Sie warf einen missbilligenden Blick auf Marie, die zusammengerollt wie ein Embryo neben ihr auf dem Beifahrersitz selig vor sich hin schlummerte. Tolle Freundin, die sie sich da ausgesucht hatte! Eigentlich hatte sie Marie mitgenommen, um während der langen Fahrt nach Berlin Unterhaltung zu haben und wach zu bleiben!
Das eintönige Gedudel im Radio war auch nicht unbedingt die Art von Musik, die einem die Augenlider offen hielt, entschied Anne und kramte mit einer Hand aufs Geratewohl zwischen den Kassetten, die in der Ablage wild durcheinander lagen.
Rammstein stand auf der ersten, die sie aus dem Sammelsurium herauszog. Deutscher Rock, laut und hart - prima, genau das, was sie jetzt brauchte!
Sie steckte die Kassette in den Recorder, zögerte kurz und blickte noch einmal zu Marie hinüber. Nein, sie hatte kein Mitleid mit der verpennten Freundin, ganz im Gegenteil!
Bevor sie auf Start drückte, drehte sie den Lautstärkeregler fast bis zum Anschlag nach rechts, und gleich darauf ertönten ohrenbetäubende Schlagzeugklänge, dröhnten durch das Auto und brachten ihren Magen zum Erbeben. Ah, das war gut - grinsend umschloss Anne das Lenkrad, während sie mit offenem Fenster über die fast leere Autobahn schoss.
Wie vom Donner gerührt fuhr Marie auf ihrem Sitz hoch.
»Sag mal, spinnst du?«, schrie sie gegen die erdigen Bässe und die rauchig tiefe Stimme des Sängers an, der gerade aus vibrierenden Lautsprechern heraus Asche zu Asche ins Wageninnere röhrte. Nachdem sie den infernalischen Lärm endlich leiser gestellt hatte, funkelte sie Anne wütend an. »Kannst du dir diesen schrecklichen Krach nicht anhören, wenn du allein bist? Da wird ja jeder normale Mensch taub!«
»Die Musik hält zumindest wach, was man von dir nicht gerade behaupten kann«, gab Anne lachend zurück.
Fröstelnd schlang sich Marie die Arme um den Körper.
»Ich bin für ein paar Minuten eingenickt, das kann doch mal passieren.«
»Ein paar Minuten? Ha! Seit fast zwei Stunden schnarchst du mir was vor. Hast du überhaupt eine Ahnung, wie ansteckend das ist?« Anne gähnte herzhaft - ganz hatte sie die Müdigkeit doch noch nicht abgeschüttelt.
»Mach doch mal das Fenster zu, das ist ja eklig.« Mürrisch drückte Marie auf den Fensterheberknopf. »Du bist eklig!«, stellte sie kurz darauf fest und angelte sich ihre Jeansjacke von der Rückbank. Da sie zu faul war, den Sicherheitsgurt zu öffnen, dauerte es einige Zeit und mehrere kunstvolle Verrenkungen, bis sie endlich hineingeschlüpft war. »Wenn du schon am Anfang der Reise so widerwärtig bist, wie werden dann wohl die nächsten Tage mit dir sein? Wär ich bloß daheim geblieben!«
»Die meisten Freundschaften gehen übrigens in die Brüche, wenn die Leute zusammen in den Urlaub fahren, hast du das gewusst?« Anne warf ihrer Beifahrerin einen kurzen Blick zu, der nur mit einer grantigen Grimasse quittiert wurde. »Ehrlich, das ist wissenschaftlich erwiesen. Da hockt man plötzlich mehrere Tage lang aufeinander - und das in der gleichen Ferienwohnung oder im gleichen Hotelzimmer ... oder in einem engen Auto ... Der eine schläft gern lang, der andere ist Frühaufsteher. Der eine ist geizig und will jeden Tag kochen, der andere möchte den Urlaub total genießen und immerzu essen gehen. Der eine ist extrem ordentlich, der andere eine Schlappsau. Man kann sich nicht aus dem Weg, dafür aber so richtig schön auf die Nerven gehen. Und wenn dann das Wetter ordentlich mies ist - bumm -, kommt man mit je
