

Beschreibung
Erika Gangl (19392000) war eine österreichische Tänzerin, Choreografin und Pädagogin. Ihr Name ist bis heute Synonym für künstlerische Avantgarde. Mit ihrem in Linz ab 1965 situierten Tanzstudio, zuletzt im eigenen Bergtheater, schuf sie einen unverwechselbare...Erika Gangl (19392000) war eine österreichische Tänzerin, Choreografin und Pädagogin. Ihr Name ist bis heute Synonym für künstlerische Avantgarde. Mit ihrem in Linz ab 1965 situierten Tanzstudio, zuletzt im eigenen Bergtheater, schuf sie einen unverwechselbaren Ort der künstlerischen Zeitgenossenschaft. Sie etablierte eine im Sinn ihrer Wiener Lehrmeisterin Rosalia Chladek gestaltete Ausbildung für Tanz und Tanzpädagogik und gründete eines der ersten freien österreichischen Tanz-Ensembles nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie choreografierte mit musikalischer Akribie Neue Musik von ihrem Partner, dem Komponisten Alfred Peschek, aber auch von John Cage, Anestis Logothetis und anderen. Mit der Inszenierung und Choreografie des computerakustischen Tanztheaters Erdenklang von Hubert Bognermayr und Harald Zuschrader schrieb sie sich 1982 nicht nur in die internationale Festival-Geschichte der Linzer Ars Electronica ein, sondern plädierte damals bereits für ein ökologisches Verständnis unseres Daseins. Diese künstlerisch-wissenschaftliche Publikation dokumentiert das innovative Schaffen einer herausragenden Künstlerin und einer entschiedenen Pädagogin und schließt eine Forschungslücke der österreichischen Tanzmoderne.
Autorentext
Andrea Amort, geb. in Linz. Am Tanzstudio Erika Gangl von 1966 bis 1968 und von 1972 bis 1976. Dr. phil. 1982 Univ. Wien. Begleitet die (Wiener) Tanzszene als Kritikerin, Dramaturgin und Kuratorin sowie als Tanzhistorikerin. Lehrte u.a. an der Bruckner-Uni. in Linz, als Univ. Prof. an der MUK-Uni in Wien. Kuratiert Ausstellungen, Festivals "Beyond the Waltz" in Washington DC, "Berührungen: Tanz vor 1938 - Tanz von heute" im Odeon, Wien; Produzierte "Hanna Berger: Retouchings" im Festspielhaus St. Pölten, "Rosalia Chladek Reenacted" im Theatermuseum Wien, das Grete Wiesenthal-Projekt "Glückselig. War gestern, oder?" im brut, Wien. Zahlreiche Publikationen: zuletzt u.a. "Alles tanzt. Kosmos Wiener Tanzmoderne" (Hatje Cantz, 2019)
Tanja Brandmayr, Mag.a, ist Künstlerin, Kuratorin, Redakteurin und Autorin. Zu Beginn Tanzausbildung bei Erika Gangl sowie Studium Soziologie an der Johannes-Kepler-Universität in Linz. Arbeitet seit den 1990er Jahren in unterschiedlichen Zusammenhängen zwischen Körper, Raum, Text, einer Kunst nach den neuen Medien und seit 2010 innerhalb ihres eigenen Kunst- und Theorie-Researches "Quasikunst". Tanja Brandmayr ist Redakteurin der Zeitungen "Versorgerin" und "Die Referentin" und derzeit künstlerische Leiterin der Linzer "Stadtwerkstatt".
Gerlinde Roidinger, BA, BEd, Tänzerin, Performerin und Kunstvermittlerin mit Schwerpunkt Tanz im ländlichen Raum. Erste Tanzschritte im Oö Landesmusikschulwerk (LMS Kirchdorf/Krems), später Studium der Zeitgenössischen Tanzpädagogik MUK Wien (BA-Arbeit "Der freie Tanz in Linz", 2012.) und an der Escola Superior de Dança in Lissabon, zuvor Lehramtsstudium an der Pädagogischen Akademie in Linz (heute PHOÖ) und Absolventin der Ausbildung Tanz- und Bewegungspädagogik im Performdance Linz (heute "körperbewegt") von Ulrike Bauer.
Inhalt
Vorwort und Dank Andrea Amort, Tanja Brandmayr, Gerlinde Roidinger Einleitung Andrea Amort, Tanja Brandmayr, Gerlinde Roidinger Wie Erika Gangl Linz und Österreich geprägt hat Ansichten, Einblicke, Erinnerungen Andrea Amort, Renate Grill, Rosi Meyer-Fürst, Mona May, Sigrid Sommerfeld, Karin Kocher- Krenmayr, Irene Faehndrich-Martin, Doris Ebner, Silvana Hoenlinger, Angela Flam Zeitgenössischer Tanz im Wandel und seine Sichtbarkeit in Linz Ein Überblick und Fragen an sieben Tanzschaffende Gerlinde Roidinger Pionierin in der Provinz Von Rosalia Chladek in Wien geprägt, mit Alfred Peschek in Linz in der Neuen Musik eingetaucht. Ein Zeitbild Andrea Amort Erika Gangl die Choreografin Tanz als musikalische Architektur im Raum Marina Koraiman Pädagogik Präsenz Choreografie Erika Gangls Wirkungsbereiche Ulrike Bauer Wegbereiterin der integrativen Tanzpädagogik Kreativität und spielerisches Lernen wie von Erika Gangl vorgelebt gehören heute zum Standard des Oö. Landesmusikschulwerks Isolde Setka ATMAN Lose Blätter für eine stille Musik und die Performativität des Atems Klaus Hollinetz Atman (von Erika Gangl) Versuch einer choreografischen Rekonstruktion Sigrid und Peter Sommerfeld Entgrenzung (von Alfred Peschek) und Megalyse (von Günter Kahowez) Resonanz meiner choreografischen Prozesse im Heute Angela Flam Die Tänzerin in Schwarz und der zornige junge Mann aus Linz und Umgebung Gangl und Peschek ein Duo der Linzer Avantgarde Tanja Brandmayr Experimentelles Laboratorium Verbindung der künstlerischen Disziplinen: die Salon-Jahre von 1973 bis 1976 Bernhard Widder Neue Musik braucht Tanz die verblassten Spuren der Erika Gangl Mit einem Interview vor der Erdenklang-Premiere 1982 Irene Suchy Intensive Begegnungen Mit A.P. und E.G., dem Erdenklang-Projekt und einem Protokoll Wolfgang Winkler Erdenklang. Auszug aus dem Programmheft und dem Pressespiegel der Ars Electronica 1982 EG lässt e r d e n k l a n g tanzen choreografischer erfahrungsbericht eines gewissen ps Den entscheidenden dramaturgischen Beitrag liefert das Tanztheater 46 Ausschnitte eines Vor- und eines Nachberichts Mein Weg von Erika Gangl über die Juilliard School zum Cirque du Soleil Mit Modernem und Spanischem Tanz aus Linz im Körper-Gepäck nach Übersee Karl Baumann Blick auf eine radikale Künstlerin und Pädagogin Tanz als Poetik des Archaischen Peter Sommerfeld Tanz ein Leben Zum Tod von Erika Gangl Paul Stepanek Anhang Erika Gangl und Alfred Peschek Biografien Lehrplan der Ausbildung (1976 bis 1996) Lehrende, Absolventen und Absolventinnen Chronologie: Werke, Auftritte, Salons, Gastspiele, Kurse Register: Personen, Werke Kurzbiografien Impressum
