

Beschreibung
Keine Lüge ist so kalt wie die Wahrheit: Der abgründige Dublin-Krimi »Blutige Rivalen« von Declan Hughes jetzt als eBook bei dotbooks. Als Privatdetektiv ist Ed Loy ungewöhnliche Aufträge gewöhnt, aber dieser führt auch ihn an seine Grenzen: Der einflussreiche...Keine Lüge ist so kalt wie die Wahrheit: Der abgründige Dublin-Krimi »Blutige Rivalen« von Declan Hughes jetzt als eBook bei dotbooks. Als Privatdetektiv ist Ed Loy ungewöhnliche Aufträge gewöhnt, aber dieser führt auch ihn an seine Grenzen: Der einflussreiche Pater Tyrell beauftragt Ed, eine seit zehn Jahren vermisst gemeldete Person zu finden - den ehemaligen Jockey aus dem Pferderennstall der Tyrells. Ist der Geistliche durch das Beichtgeheimnis gebunden ... oder verschweigt er aus anderen Gründen mehr über den Fall, als er vorgibt? Schließlich gehört seine Familie zu den mächtigsten und zwielichtigsten Clans der Stadt. Als Ed beginnt, in der Dubliner Unterwelt nach dem Vermissten zu fragen, werden in kurzer Zeit drei Menschen ermordet - und alle scheinen mit der Familie Tyrell in Verbindung zu stehen ... »Declan Hughes ist ein Meister des Detektivromans!« Michael Connely Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der fesselnde Dublin-Krimi »Blutige Rivalen« von Declan Hughes. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.
Declan Hughes, Jahrgang 1963, ist irischer Roman- und Theaterautor sowie Mitbegründer von »Rough Magic Theatre Company«, dem bedeutendsten zeitgenössischen Theater Irlands. Er lebt mit seiner Familie in Dublin. Bei dotbooks erscheinen folgende Romane von Declan Hughes: »Blutige Lügen«, »Blutiger Hass«, »Blutige Rivalen« und »Blutiges Urteil«
Autorentext
Declan Hughes, Jahrgang 1963, ist irischer Roman- und Theaterautor sowie Mitbegründer von »Rough Magic Theatre Company«, dem bedeutendsten zeitgenössischen Theater Irlands. Er lebt mit seiner Familie in Dublin. Bei dotbooks erscheinen folgende Romane von Declan Hughes: »Blutige Lügen«, »Blutiger Hass«, »Blutige Rivalen« und »Blutiges Urteil«
Leseprobe
eins
Drei Wochen vor Weihnachten war Tommy Owens von Father Vincent Tyrrell gebeten worden, für George Costello einzuspringen, der dreißig Jahre lang Küster in der Kirche zur Unbefleckten Empfängnis in Bayview gewesen war, bis er wegen eines inoperablen Magentumors ins Krankenhaus gebracht werden musste. Ein beträchtlicher Teil von Father Tyrrells Gemeinde war über diesen Nachfolger gelinde gesagt empört, denn Tommy war allgemein als Kiffer, Simulant und kleiner Drogendealer verschrien, er gehörte zu den Unverwüstlichen, die immer noch im Hennessy's soffen, und war eindeutig kein frömmelnder Rentner, der in festen Schuhen und Anorak durch die Kirche schlurfte wie der arme George Costello, Gott sei ihm gnädig. Und zugegeben: Als ich Tommy das erste Mal in Talar und Chorhemd am Altar stehen sah, hatte auch ich das Gefühl, in einem Buñuel-Film gelandet zu sein.
Die wenigsten Gemeindemitglieder wussten allerdings, dass Tommy früher einer von Father Tyrrells eifrigsten Ministranten gewesen war, bis zu seinem elften Lebensjahr, als das Sakrament der Firmung den unerwarteten Effekt gehabt hatte, ihn in seinem Glauben nachhaltig zu erschüttern. Ebenso wenig wussten sie, dass er sich, seit seine Mutter einen Monat zuvor ganz plötzlich einem Schlaganfall erlegen war, wieder häufiger in der Kirche herumtrieb, als einziger Heilsuchender unter siebzig in der Zehn-Uhr-Messe. Jetzt stand er bereit, um nach der Halbzwölf-Messe am letzten Adventssonntag den Altar abzuräumen, während ich nach Kräften versuchte, mich mit dem Rest der versammelten Gemeinde über Emmanuels bevorstehende Ankunft zu freuen.
O komm, o komm, Emmanuel,
Nach dir sehnt sich dein Israel.
In Sünd und Elend weinen wir
Und flehn und flehn hinauf zu dir.
Die Altartücher und Wandbehänge leuchteten violett, der Weihnachtsbaum war bereits geschmückt, vor dem Seitenaltar war die große Krippe aufgebaut, und am Adventskranz brannte die vierte Kerze. Weihnachten bedeutete mir schon lange nichts mehr, Emmanuel hin oder her, aber ich mochte die Adventszeit, weil die aufgebaute Erwartung jedes Mal so groß war, dass man die unvermeidlich bevorstehende Enttäuschung glatt vergaß, wie bei einer Flasche Whiskey oder einer Frau. Wenn allerdings ein Priester am Tag vor Heiligabend nach einem Privatdetektiv verlangt, verschwimmt die Grenze zwischen Erwartung und Enttäuschung doch beträchtlich. In so einem Fall macht man sich am besten einfach auf das Schlimmste gefasst.
Während ich Tommy musterte, wie er, jetzt ohne Messgewand, wieder aus der Sakristei kam, fragte ich mich, ob die ergrauten Gemeindemitglieder, die mit feuchten Wintermänteln und trüben Augen an mir vorbeiströmten und den Geruch von Lavendel, Puder und Staub hinterließen, ihre Meinung über ihn wohl inzwischen geändert hatten. Zumindest hatte er kaum noch etwas mit dem ziegenbärtigen, zottelhaarigen Nichtsnutz gemein, der er noch vor ein paar Monaten gewesen war. Die neue Frisur und das glattrasierte Kinn stammten noch aus der Zeit des Howard-Falls, bei dessen Aufklärung er mir zur Hand ging, nachdem er ihn zu großen Teilen überhaupt erst ausgelöst und mir anschließend konsequenterweise das Leben gerettet hatte. Aber der kunterbunte Acrylpullover, die bequeme Cordhose und die Schuhe mit den weichen Sohlen erinnerten derart an George Costello, dass selbst das dogmatischste unter den alten Mütterchen von Tommys Glauben überzeugt sein musste. Dass er einen kaputten Fuß nachzog - als wir noch Kinder waren, hatte George Halligan ihm den Knöchel zertrampelt, weil Tommy seinem Bruder Leo das Fahrrad geklaut hatte -, tat ein Übriges, das Bild harmloser Frömmigkeit komplett zu machen. Für mich wirkte es vor allem wie ein bizarrer Auswuchs der Trauer, wie die konfusen Verrenkungen wirrer Seelenpein.
Tommy kam durch den Mittelgang auf mich zu, und ich trat aus der Bank heraus. Dann drehte er sich um, und ich folgte ihm zum Altar, wo wir beide noch einmal das Knie beugten, w