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Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit
Dana Grigorcea

Eine Bank wird überfallen und in der Folge die Angestellte Victoria vom Dienst beurlaubt, um ihr traumatisches Erlebnis zu verarbe... Weiterlesen
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Beschreibung

Eine Bank wird überfallen und in der Folge die Angestellte Victoria vom Dienst beurlaubt, um ihr traumatisches Erlebnis zu verarbeiten. Eben erst in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, nutzt sie die Zeit, um das Bukarest ihrer Kindheit, aber auch der Gegenwart zu erkunden. Sie begegnet der alten Näherin auf ihrem Podest, dem Bankräuber, ihrem ehemaligen Liebhaber und dem Sohn der ermordeten Nachbarn wieder, während sie im heißesten Sommer seit Jahren im Cabrio durch die Stadt fährt mit ihrem Freund, der ihr einen Heiratsantrag macht.

Dana Grigorcea, geboren 1979 in Bukarest, studierte Deutsche und Niederländische Philologie in Bukarest und Brüssel. Ihr erster Roman "Baba Rada. Das Leben ist vergänglich wie die Kopfhaare" erschien 2011. Mit einem Auszug aus dem Roman "Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit" wurde Dana Grigorcea in Klagenfurt beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb 2015 mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet. Nach Jahren in Deutschland und Österreich lebt sie mit Mann und Kindern in Zürich.

Eine Bank wird überfallen und in der Folge die Angestellte Victoria vom Dienst beurlaubt, um ihr traumatisches Erlebnis zu verarbeiten. Eben erst in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, nutzt sie die Zeit, um das Bukarest ihrer Kindheit, aber auch der Gegenwart zu erkunden. Sie begegnet der alten Näherin auf ihrem Podest, dem Bankräuber, ihrem ehemaligen Liebhaber und dem Sohn der ermordeten Nachbarn wieder, während sie im heißesten Sommer seit Jahren im Cabrio durch die Stadt fährt mit ihrem Freund, der ihr einen Heiratsantrag macht.

Dana Grigorcea, geboren 1979 in Bukarest, studierte Deutsche und Niederländische Philologie in Bukarest und Brüssel. Ihr erster Roman »Baba Rada. Das Leben ist vergänglich wie die Kopfhaare' erschien 2011. Mit einem Auszug aus dem Roman »Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit' wurde Dana Grigorcea in Klagenfurt beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb 2015 mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet. Nach Jahren in Deutschland und Österreich lebt sie mit Mann und Kindern in Zürich.

Autorentext
Dana Grigorcea, geboren 1979 in Bukarest, studierte Deutsche und Niederländische Philologie in Bukarest und Brüssel. Ihr erster Roman »Baba Rada. Das Leben ist vergänglich wie die Kopfhaare" erschien 2011. Mit einem Auszug aus dem Roman »Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit" wurde Dana Grigorcea in Klagenfurt beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb 2015 mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet. Nach Jahren in Deutschland und Österreich lebt sie mit Mann und Kindern in Zürich.

Klappentext

Lustvoll überschäumende Erzählkunst Eine Bank wird überfallen und in der Folge die Angestellte Victoria vom Dienst beurlaubt, um ihr traumatisches Erlebnis zu verarbeiten. Eben erst in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, nutzt sie die Zeit, um das Bukarest ihrer Kindheit, aber auch der Gegenwart zu erkunden. Sie begegnet der alten Näherin auf ihrem Podest, dem Bankräuber, ihrem ehemaligen Liebhaber und dem Sohn der ermordeten Nachbarn wieder, während sie im heißesten Sommer seit Jahren im Cabrio durch die Stadt fährt mit ihrem gegenwärtigen Freund, der ihr einen Heiratsantrag macht. »In ihrer unverschämten, kraftstrotzenden Erzählerin Baba Rada findet Dana Grigorcea ein faszinierendes Gefäss für ihre lustvoll überschäumende Erzählkunst - humorvoll und in bildstarker Sprache.« Simone von Büren, NZZ - Bücher am Sonntag zu Baba Rada



Leseprobe

1

Ein metallenes Schimmern, von dem anstehenden Gewitter herrührend, tilgt das Relief der Stadt und lässt sie zu einer gemalten Kulisse werden, so wie jene im Fotostudio Diamandi, in dem meine mondäne Großmutter die ominöse Aufnahme von sich als erster Bukaresterin in kurzem Rock machen ließ, am Arm meines Großvaters, der, ungeduldig, samt Spazierstock und Gangsterhut, in die Unschärfe der Zeit hinaustritt.

Jetzt, im aufziehenden Sturm, erscheint Bukarest ohnehin wie eine Nostalgie-Kulisse, eine, vor der keine Pose unpassend wirkt - ganz im Gegenteil, würde ich sagen.

Ich setze mich auf die marmorne Treppe vor der Nationalen Spar- und Anlagebank und rauche die allerletzte Zigarette, bevor ich definitiv mit dem Rauchen aufhören werde - ganz bewusst die Tatsache missachtend, dass dabei zwei weitere Zigaretten übrig bleiben werden im Päckchen und mich aber die in meinem Beruf unabdingbare Disziplin zwingt, angefangene Sachen immer schön abzuschließen. Die Ruhe für eine letzte Zigarette ist mir aber nicht vergönnt. "Küss die Hand, Fräulein Direktorin, mit ihrer Erlaubnis gehen wir jetzt, bevor es stürmt. Ihre Kollegen gehen auch."

Unser Chef-Sicherheitsmann nennt fast alle Kollegen Direktor oder Direktorin. Das ärgert nicht einmal die, die es tatsächlich sind und die sich, laut unserer Direktorin für Teambildung und Angleichung an Europäische Standards, vom Rest der Angestellten wenn, dann nur durch die Tatsache unterscheiden sollten, dass sie auf Betriebsausflügen den Fisch mit der Hand essen dürfen.

Den Chef-Sicherheitsmann selbst nennen wir nur "Chef". Schließlich streben wir eine flache Hierarchie an.

War ich es, die den Sicherheitsleuten die Erlaubnis gab zu gehen? Die Polizeiakte wird das offenlassen.

Ich stehe draußen vor der großen Schiebetür, abgewendet von den in den Feierabend hinausziehenden Kollegen, atme den Rauch tief ein und wieder aus, sehe der bläulichen Wolke nach, einen halben Meter hoch, sehe darin das Museum für Nationalgeschichte gegenüber; ein Schritt nach hinten würde den Rauchalarm auslösen.

Vorbeifliegende Blätter und Äste scheinen die Distanz zur weiter unten liegenden Passage in immer kleinere Segmente teilen zu wollen. Flavian wartet dort auf mich. Vergangene Woche ist er zum Vorsitzenden des Rumänischen Instituts für Urbanistik ernannt worden - eine kleine Sensation. "Weil es niemand sonst übernehmen wollte", sagte mir Flavian am Telefon. Wie dem auch sei, wir wollen es feiern.

Das gelbe Licht des geschwungenen Deckenfensters füllt die Passage Macca-Villacrosse mit einer trüben Viskosität, in der sich die Bewegungen der Passanten entschleunigen. Ich kann von den paar zerbrochenen Fenstern absehen, unter die der ägyptische Wirt Joghurteimer stellt, hoffe nur, dass es vom Taubenschlag nicht allzu schlimm nach nassem Hund riechen wird.

Auf keinen Fall will ich stundenlang in Flavians Geländewagen hocken müssen und über die alten Tanten seines Instituts reden, unsere Blicke starr auf die rot aufblitzenden Regentropfen gerichtet, dahinter der Bukarester Stau. Dinu, mein früherer Freund, hatte sich für diese Fälle noch ein Blaulicht besorgt gehabt; sobald er es auf dem Autodach ansetzte, zog sich durch den Verkehrswirrwarr ein Scheitel, aber auch der nicht so sauber, wie er hätte sein können. Also wurde ein Hupen nötig und ein aus dem Fenster geschriener Satz: "Und wenn es wirklich ein Notfall wäre, ihr Arschlöcher?"

Nun, da ich nach dem Vorfall beurlaubt bin, lese ich ein Buch über Bukarest um 1800, darin schreibt ein Kapitän der englischen Marine, Charles Colville Frankland, der sich auf dem Rückweg aus Konstantinopel befand, dass er in Bukarest eine Stadt voller goldener Kaleschen vorgefunden hat, darin die Bojaren in feuerroten Gewändern und Pelz. Auch ein französischer Generalkonsul ist äußerst angetan von den vielen Kutschen, den neumodischen Equipagen mit den livrierten Kutschern, allerdings be

Produktinformationen

Titel: Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit
Untertitel: Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
Autor: Dana Grigorcea
EAN: 9783038209218
ISBN: 978-3-03820-921-8
Format: ePUB
Herausgeber: Dörlemann
Genre: Erzählende Literatur
Anzahl Seiten: 263
Veröffentlichung: 29.07.2015
Jahr: 2015
Dateigrösse: 0.8 MB
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